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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 6. · p. Seite 36

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 6.
Date
1871-01-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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— 35 — Phllippso» eröffnete die eigentlichen Verhandlungen der ersten Synode, in seinem Einleitung-wort zu den viüberufmea Resolutionen, die „die Runde in der civilistrten Welt machen sollt«" mit den Worten: „ES ist ein beglückender Augenblick für mich, in welchem ich die Ehre habe, den ersten Antrag au diese verehrliche Versammlung zu stellen und vor ihr zu motiviren. E» ist mir eine gesegnete Stunde; möge sie auch gottgesegnet sein für uns, für alle Geschlechter nach uns. für das ganze zukünftige Israeli" Da» waren doch nicht blo» die weltbeglückenden Resolutionen gemeint, die doch nur auf dem Hindergruad der Synode zu Leipdie hohe Bedeutung hatten I — Und dann, haben Sie, Herr Dr. Philippson! nicht in der Synode zu Leipzig «inen würdigen Lehrer beleidigt, indem Sie za behaupten wagten, er sei nicht im Stande, vor einer so „erleuchteten" Versammlung za sprechen; und al« »oa anderer Seite der Antrag gestellt wurde, daß die Synode nur erst nach mehreren Jahren wieder zusammentreten sollte, sprachen Sie die Worte: „Ich bitte aber dringend, daß wir die nüchste (Synode) spätesten- »ach Verlauf e neS Jahre» abhalten. Eine junge Schöpfung will oft begossen sein, wenn sie g deihen soll u. f. s. Ließen Sie sich nicht noch viele Worben nach der Synode (Rr. 39 der Zeitung de» Judemh. 1869) schreiben: „Der Gegnern gegenüber muß die Synode die Fahne werden, um welche sich die Wohlgesinnten, die Strebenden, alle diejenigen sammeln, denen e» Ernst ist mit der Wiederbelebung de- JudenthumS." Als wir sagten, daß die Synode eigmtlich nicht die erste sei, weil im Jahre 1848 schon «ine in Frankiurt stattfand — eine Vorberathuug — da sagt« Sie hiergegen: wir berücksichtigen nie. wa» kein Leben verspricht; unsere Synode wird fortbestehen rc.(Der genaue Wortlaut liegt unleider nicht vor.) Waren Sie nun, Herr Dr. Ph., der Gärtner, der die junge Schöpfung zu begießen verpflichtet war, — und als RLacteur eines Blattes, das an der Spitze des Judenchums stchen will und viele Jahre wirklich stand, eines Blattes, das vor der ersten Synode fast «och das einzige Organ derselben war und auch nach derselben dies noch zu scheinen suchte, waren Sie es freilich, — so find Sie Ihrem Gättnerberufe schleckt «achgekommen. Sie haben nicht gesäet, Sie haben nicht begoffen — und jetzt, nachdem wir die zweite Ernte «iugeheimst haben, wollen Sie die Wurzel ausrotten. Gehören also auch Sie zu den Wohlgefinnten, den Strebenden, so find Sie der Fahne untteu geworden, denn jetzt »ollen Sie Unkraut säen! Wir wollen nicht die Gründe aufsuchen, die Sie zu dieser Stellung gegen die Synode veranlaßt haben. Es können ja doch nur persönliche Motive sein! Und »ürden wir diese weiter mittheilcn, wie Sie im Umlauf gesetzt werdea, so würden wir in gemeine« Klatsch verfalle«, dem wir ferne bleibe« wolle». Die Organe der Oeffenttichkett find verpflichtet, der Ausdruck einer Gesammtüberzeugung zu sein. Mn Redacteur ist nur der Diener der bewähtten öffenllichen Meinung, die in seiner Pattei herrschend ift, wenn er darauf Anspruch macht, eine Pattei mit festen Grundsätze« hinter sich zu haben. Das ist heute in der Religum wie in der Politik. Wer der Oeffenttichkett dienen will, muß seine Person untewrdlwn können der Aufgabe, die ihm die Richtung seiner öffentlichen Thätigkeit vorschreibt. Egoismus, Herrschsucht und Eitelkeit dürfen nie Einfluß haben auf unsere Haltung, den Bestrebungen einer Partei gegenüber, der wir angehören wollen, deren Richtung und Bestrebungen mit unser Werk ift. Lasten wir uns aber von persönliche» Mottven beherrschen, wollen wir nicht ausPrincip treu dienen den Bestrebungen, die von den Männern unserer Richtung ausgegangen find, so arbeiten wir den ausgesprochenen Gegnern in die Hände. — Es ift wohl nicht das erste mal, daß Herr Dr. Philippson so handelt! Und demnach: Sie haben den Männern der Synode den Absagebrief geschrieben; Sie haben sich von ihren Bestrebungen losgesagt; Sie mögen es sich selbst zuschreiben, wenn diese, wenn „die Strebenden, die Wohlgefinnteu, die nach Ihren eigenen Motten zu der Synode halten, die ihre Fahne ift," sich von Ihnen lossagen, Ihnen den Absagebrief schreiben. k'arsvsU. (Fortsetzung folgt) Noch ein Wort über dm dreijährigen Kyclus. Bon Dr. Wiener. Oppeln, August 1871. Jede Erscheinung, die der Läuterung und Verherrlichung unsrer angestammten Religion sich befleißigt, freudig begrüßend, will ich, so weit es meine Zeit gestattet, Ihr Synodalblatt gerne unterstützen. Mögen nun um dieses, wie um jedes Blatt, das die Synode fördert, die, wenn sie erst unter Gottes Beistand um dritten mal zu Stande gekommen, ihre Lebensfähigeit bewähren wird, Gleichgesinnte sich schaaren und durch Gedankenaustausch die Tagesfragen vorbereiten und klären. Ich eröffne den Reigen mit der zwar schon oft besprochenen, aber doch immernoch nicht erledigten Frage der sabbatlichen Pentateuch-Lcctionen. Sie werden zugleich einen Aufschluß über die betteffende Abstimmung nr der Leipziger Synode erhalten, den ich am besten zu geben im Stande bin. Wie Sie wiffen, ist damals der Antrag auf dreijähttgcnCyclus durch eine Stimme zu Gunsten des anderen Antrags „die Vorlesung auf der-

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