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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 6. · p. Seite 35

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 6.
Date
1871-01-01
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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— 35 — 1» Widersacher selbst, dich lücherlich/ „FiaSrv" gemacht, »ist todt, mausetodt;' „wozu dennso viel Lik« um «in Mcht»?^ Freittch die Köpfe der Synodale» sitzen — »it sagen: Gottlob, noch fest auf ihren Schultern und da« GotteSurtheil, da« die ,133* auf sie herabgefchworen, ist noch nicht eingetroffen. Und »a« «och schlimmer »st: die 83 Rabbinen sitzen «och fest aus ihre» zum Theil feiten und setiestt» Pfründen und »ollen sich durchaus nicht anschicken, den Herren von der „gesetzeStreuen" Partei Platz zu Machen! Doch, bevor mir an die offenen Feind« gehen, -haben mir «ine-trauriger« Aufgabe zu erfüllen: denn ttaurig ist« intmer, wenn wir sagen wüsten: die dich unterstützen sollten, wollen Deine Verwürster sein — wen« sie auch Gottlob ohnmächtig geworden sind, die sesten Eänlen zu brechen; traurig ist immer da« Wort: sttN'-ivo -}"D it.di ‘j’DinD. Die dich zerstören wollen, gingen von Dir auö! — Wir müssen die Gegner und Widersacher im eigenen Lager anssuchen und mit Ihnen rechten. Haben wir hierzu ein Recht edtr einen Auftrag? Unsere Zeitschrift ist weder ossicielles noch oificiöse« Organ der Synode, obwohl sie ihren Namen und ihr Programm an der Spitze trä,t. Erst einen Lag nach dem Schluß der Synode wurde ihr« Herausgabe von einigen zurückgebliebenen Herren angeregt und beschlossen. Wir waren und sind auch jetzt noch ohne officirllm Austrüg. Aber wir haben unS mit einer Sache iden» tistcnt, die wir als die hochwichtigste sür da« Judrn- »hum der Gegenwart betrachten und darum haben wir wmhig und unverzagt ihren Namen und ihr Programm odcptirt. Wir wissen: fällt die Cynode so fällt unsere Zeitschrift mit ihr. Aber, kaS ist unmöglich; eine so erhabeur Ztne kann erbleichen, aber, nicht untergehen! daS wäre ja der Todesstoß der fortschrittlichen Richtung als ausgesprochene Partei innerhalb de« ZudtwhumS; es wäre da« Ende jedes einheitlichen forischrittlichen Vorgehens. Man könnte dann wohl »och von einzelnen freisinnig'n Männern sprechen, aber nicht mehr hoffen, eine sreifinnige Gestaltung überhaupt vorzubererlen und zu unterstützen. Die traurigsten Folgen würden nicht auSbleiben. Darum find wir von dem felsensesten Bestände der Synode überzeugt Die großen Bewegungen innerhalb des Zuden- IhumS feit etwa 40 Zähren trieben unausweichlich zur Synode. Tie Rolbinerverseu mlungen waren ihre Ansärge; wenn nun dir Synode, wie dir Gegner sogen, tioSrv gemacht hat oder macht; was soll tonn folgen?!ie Vrreivscmung, die Zerüüstung, der Verfall, die Austöjuvg der srrrschrililichen Partei. Aber nein! So wenig da« Zudenthum je au hören kann, eben jo' wenig kann das Streben nach Fortschritt und Eutwicklnng in ihm aufhören; und darum steht die Synode, die Manifestation dieser Gedanken ans dem Felsen, der da» freie und große Zudenthumträgt, fest und unerschütterlich. Haben das die Minnerf bedacht, welche in Gesinnung und Streben unserer Richtung angrhören und dennoch die Synode und ihre Bestrebungen prrhorreScirten, vorher und nachher dagegm austraten? Wir fanden vor Allem unter den Gegnern der Synode den Redakteur der „allgemeinen Zeitung de« ZudenthumS." Ja, die Welt mag e» wissen, Herr Dr. Ludwig Philippson, der sich vor 28 Jahren in einer eigenen Zeitung den „Herold der Rabbinerverammlungen" nennen ließ, der als Veranlasser der Rabbinerversammlungen zu Frankfurt und Eaffel den Grundstein zur Synode legte, der dann wohl in Eaffel au» — sagen wir es ebenfalls freiheraus — offen zugestandenen hierarchischen Motiven gegen die Eynodalbrstredungen sprach, später sich wieder mit derselben identificicte; derselbe Herr Dr. Ludwig Philippson gehört jetzt und gehörte schon vor der Augsburger E ynode zu den offenen Gegnern nnd geheimen Feinden derselben. Er agitirt wohl nicht mit dem Bannstrahl; — dazu eignet sich seine Zeitung nicht; aber er ignorirte, wie das sein Brauch ist bei allen Dingen, die nicht von ihm auSgingm — da« Zust ndekommen der Augsburger Synode. Er hatte kein Wort der Aujmumerung, der Anregung; er ließ noch am 11. Jul, am Tage der Eröffnung, eine Nummer seine» Blattes erscheinen, ohne der Synode nur mit einem Worte zu gedenken. Er Unterzeichnete die Einladung al» Mitglied der BerusungScommission — aber er meldete sich nicht! Und wenn er selbst „wegen Unwohlsein" leider nicht zu erscheinen vermochte, — eS lst damit nicht gesagt, daß er gekommen wäre, wenn er n icht unwohl wäre; dann waren doch die nächsten Verwandten Ph.'S, welche als Rabbinen Mitglieder der ersten Synode waren, wah»scheinlich nicht unwohl und sind t och auch zurückgeblieben. Und nun nach der Synode! zurrst die höhnische Zusammenstellung, Vergleichung der Präsenzliste der AugSburger mit der der Leipziger Synode, dann die ganze Form der Berichte und endlich der Artikel au« Augsburg in Nr. 31, worin Herr Dr. Ph. hat bewei'en taffen, b.ß die Gegenwart für eine Synode noch nicht reif ist, weil, oderwie „Sie, Herr Redakteur es in Eaffel schon vorausgesprochen" und schließlich die geschraubte philosophische Auseinanderhaltung der „ca>uist jchen" und „principlellen" Reform in einem neueren Leitartikel. Sino da« unparteiische Auslassungen sür ein „jüdische« Interesse"? Glauben Sie, daß auch nur Einer Ihrer Leser daran zweifelte, daß Sie Gegner der Synode geworden sind? Warum? Wie aber verhalten sich dazu die Auslastungen i a, vor und nach der ersten Synode? Herr Dr. Ludwig

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