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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 3. · p. Seite 19

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 3.
Date
1871-01-01
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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19 Holländer, Wecks, er undGeiger die höhere Weihe des SadbatS, die nur durch Festhaltung de» dem Sabbat zu Grunde liegenden Gedankens und nicht durck die Vertiefung in di; cafuistifchen Anschauungen entschwundener Zeilen gefördert werden kann. Nachdem sich noch mehrere Redner für einfache Beantwortung der vorliegenden Wertheimer's.ben Fragen ausgesprochen, wird zur Abstimmung geschritten und 1 und 2 einstimmig beseht; in Nr. 3 statt des Vergnügens" .der Erholung" gesetzt und über 4 der Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. Die Tagesordnung führt zum Anträge des Orunä- Rabbiu 2tftruc.au» Brüssel und des Radbincn Dr. Hirschfelv in Augsburg „daS Orgelspiel am Sabbat im Gotteshause durch einen Israeliten betreffend." Auch hierüber berichtet Dr. Wiener auSzüzlich nach den gedruckt vorliegenden Referaten und nackdein sich mehrere Redner dafür ausgesprochen, beschließt die Versammlung fast einstimmig: „Es ist einem Israeliten gestattet, am Sabbat im Gotteshause die Orgel zu spielen. Wiener referirt ferner über den Geiger'schen Antrag, das Proselytenbad betreffend und die Versammlung beschließt einstimmig. „daß sie die Gültigkeit des ProfelytenbadeS für eine „nach Erfüllung aller sonstigen Vorbedingungen in „daS Judenthum aufzunebmende Proselytin lediglich „von der Anwesenheit zweier Vertrauen verdienen- „der jüdischer Frauen abhängig macke. Ueber mehrere den CultuS betreffende Anträge won Lasier und Hirschfeld wird der Uckevgang zur einfachen Tagesordnung beschlossen. Hierauf wurden die Verhandlungen durch Verlesung deS von allerhöchster Stelle erlassenen Telegramms unterbrochen, worüber wir im Zusammenhänge mit andern dahin gehörigen Vorkommnissen besonders berichten werden. Die Tagesordnung führt zu dem Anträge Sulzer'S aus Wieu, auf den Synagogengesang mehr Gewicht zu legen und beiSluSbildnng der Lehrer darauf zu sehen, daß dieselben auch tüchtige Cantoren werden." Gegen diesen Antrag zu sprechen fühlte sich der Berichterstatter veranlaßt, „nicht weil er im Prineip gegen den Antrag wäre, sondern weil er befürchtete. die ohnedies sehr im Argen liegende Leherbildung durch fremde überwuchernde Elemente noch mehr zu sckwächen. Zur Herstellung eines erhebenden Gottesdienstes ist nicht sowohl künstlerischer Gesang, wie er einem Sulzer vorschweben mag, sondern tüchtige Kenntniß deS Hebräischen, ein gebildeter, einfacher deutscher und hebräischer Vortrag nothwendig. Ein einstimmiger Chorgesang ist hinreichend und dem vielstimmigen vorzuziehen und dazu braucht eS nur solcher Vorkenntnisse in Musik, wie sie jedes gute Seminar bietet. Der Singsang, daS alte ChasonuS soll aufhören, declamatorischer Vortrag, einfacheRecitative und Responsen solle« an deffen Stelle treten. Di; Pädagogik ist ein große» und weite« Gebiet, die Lehfer sollen vor Allem tüchtige Pädagogen sein und dazu gehört die ganze ManneSkraft, und die ganze Seminarzeit." Diele Behauptungen fanden von den verschiedensten Seiten Bekämpfung, nur Holländer aus Leobschütz und Dr. Auerbach au» Frankfurt sprachen dafür, dagegen Grüoebaum, Adler und A > Die Versammlung einigte sich schließlich in der von Kompert vorgeschlagenen Resolution: ES empfiehlt sich dahin zu wirken, daß an den Lehrersrminarien, wo solche bestehen, Curse für die Ausbildung jüdischer Cantoren eingerichtet, ferner, daß Institute inS Leben gerufen werden, die sich der speciellen Ausbildung von Cantoren widmen. Endlich wird ein Antrag von Feilchenfeld den sich Szanto aneignet, nach längerer Debatte zum Beschlüsse erhoben: Die Synode erklärt: Eine erhöhte Feier des Chanukkafesteist zu empfehlen. " (Schluß folgt.) Wochenbericht. Don» Rhein. Die Zeitungen berichten von Ausgrabungen in der Eifelgegend, bei denen man auf alte römische Festungswerke gestoßen ist und römische Münzen gefunden hat, welche' der »aiserzejt a»gehören und bis yonorius reichen. Auch jüdische Münzen wurden gefunden, welche beweisen, daß sich Juden im römischen Heere befanden. Unter diesen sind Schekel-Ercmplare irr der Größe eines halben Preuß. Tbalers mit samaritanischc» Schriftcharakteren: „Schekel Israel" und den Emblemen: Manna-Flasche und blühender Aharou's-Stab. London. Dr. Adler, der hiesige Oberrabbiner, bereist jetzt in Begleitung seines Sohnes die jüdischen Gemeinden des Landes und inspicirt Synagogen, Schulen, Schlachthäuser und Frauenbäder. Er dringt besonders auf Heilighaltung des Sabbat's, begnügt sich aber nicht mit seinem moralischen Einstusse, sucht nicht blos durch Belehrung und Uebezeugung zu gewinnen, sondern ladet dieLeute auf sein Privatzimmer, legt ihnen einen schriftlichen Rechtsact vor und nöthigt sie, durch Unterschrift sich zu verpflichten, sich der sabbatlichen Geschäfte zu enthalten. Ob dies im Geiste der jüdischen, wahren Religion ist und nachhaltiger wirkt?! —

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