Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 2.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4896751-5428704-5428758-5433865--3635-4899848- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
15 Sen das Sdjnftdwn, aber nicht bloß znm Lesen, sondern such zur Beachtung. Es gilt, viele Gemeinden zum Anschluß an den Gcmeindcbund zu veranlaffen, welcher die zur Constituirung erforderliche Zahl voll 100 nach zwei Jahren seiner Anregung noch nicht erreicht hat. Sv sehr verharren die deutschen Juden im Jndificrentismus gegen ihre wichtigsten Angelegenheiten. Möchte es bald besser werden! Dr. R. Coinpendium der jüdischen Gesetzcskunde aus -em 14. Jahrhundert von Dr. David Rosi.ii. Breslau 1871 Schletter'sche Buchh. (£>. Skutsch.) Die vorliegende Schrift erschien zunächst im Prograinm .des jüdisch-theologischen Seminars und bespricht das 'bekannte Buch Sephcr hachinuch. Die Schrift zeugt von ernster Forschung, behandelt ibrcn Gegenstand sehr ausführlich und streng wissenschaftlich und vcrräth eine anerkennenswcrthe Fach- und Sachkenntniß ihres Verfassers. Das besprochene'Buch gehört nicht zu den wichtigen halachischenAutoritätsschristcn;cs behandelt vielmehr die 613 Ge- und Verbote in populärem Vorträge sowohl in halachischcr als honiletischer Beziehung und trägt einen pädagogsisch-didaktischen Charractcr. Theils durch das Alter des Buchs, theils durch die Beziehungen desselben zu den talmudiichen Größendamaliger Zeit (Maimonidcs, Nachmanidcs, Salonio veil Aderet rc.), theils durch die Verwechselung des anonymen Verfassers, Ahron Halewi) mit dem Gelehrten Ahron ben Joseph Halewi gewann das Buch ein gewisses Ansehen. Es ist daher dennoch eine verdienstvolle Arbeit des Dr. Rosin. das Buch auf den wahren Werth zilrückgcsührt 'zu habe». Wir wollen dasselbe keinesfalls damit unterschätzt haben, wenn wir cs ganz besonders den Lehrcrkreisen zur eignen Belehrung, wie zur Benutzung für Chewra - Vorträge empfehlen. S. Hachinuch ist nach den Sidra's cingetheilt, die Ge- und Verbote, ivelche sich daraus herleiten, sind übersichtlich geordnet, die Erklärungen systematisch. Eine Auswahl ist daher leicht zu bewerkstelligen und für die Zusätze des Vortragenden dadurch Rauni genug geboten. Das Buch verdient zu diesem Zwecke einen entschiedenen Vorzug vor manchen gebräuchlichen; die Auswahl ist ohnedies nicht groß. Die Besprechung Rosin's mag für den Lchrerkrels manches Gelehrte. Unverständliche und Uninterest'ante enthalten; wir empfehlen fte — dennoch zum Studium. Das Verständniß des Buchs wird dadurch um Vieles lläher gebracht und die Benutzung desselben wesentlich crleichert. Die Besprechung ist nach jeder Seite chin umsichtig und fleißig und enthält im Anhänge auch noch einschlägige gelehtte Excursionen. Es ist dem für die eigentliche Wissenschaft bedeutungslosen Buche fast, zu viel Ehre Mkgethan; linker den Aufgaben ist'eine-zweite Wiener.von 1832 .anzuznchnen vergessen, welche 5 Jahre nach der ersten erschienen ist und als eine verbesserte bezeichnet wird. vr. R. Feuilleton. Lustschlösser. Alte Geschichten, von I. Der Gottesdienst anl Freitagabend war zu Ende. Die Anwesenden drängten zur Thüre der Synagoge, vor welcher sic sich in Gruppen über den neuen Vorbeter unterhielten. — „Ich sag' Euch, cs ist ein Neumodischer, ich hörs an seinem Vortrag," sprach Einer, der sich durch seine laute Stimme vor Allen auszeichnete. „Habt Ihr den Borchu gehört—eins, zwei, drei — wars fettig, und der Weschomru * ••)) und der Uvzel k'nosecho, gar kein Klang — nichts; wir werden Schönes erleben! Nicht wahr, Reb Pinchas 9" Der also Angcredcte blies aus diesen Anruf stehen, und zuckte die Achseln — aoer sagte nichts. Ja, Ihr sagt immer Nichts wollts mit keinem verderben. Ich bin der deutsche Michel, ich sag's heraus." Sag lieber, Du bist der Klappcrmosche, Du uiußt immer klappern; und wenn Du am heiligen SchabbcS nicht ulit Deinem Gelde in der. Tasche klappern kannst, so klapperst Du mit Deinein großen Worte. Was lveißt Du vom Borchu und weschomru und was verstehst Du von Neumodisch? Ich Habs aber voraus'gesagt, wenn uns die Regierung einen Lehrer schickt — ist er neumodisch. Wir müssenS aushalten, s'ist eine G'sere minhaschoinajim*"). Ich werd's erleben." — In der Synagoge haben sich die Vorstände um Herrn Lehfeld ausgestellt. Der Präses, Herr Maßmann. führt stets das große Wort. „Herr Lehrer, Sie haben Glück; Sie habeil eine gute Stelle. Wenn Sie es verstehen, die Lehrer haben'» hier gut. Es kommt uns auf ein paar Gulden nicht an. Nur lnüst'cn unsere Kinder Etwas lernen. Sie können bei mir Privatslunden im Französischen ertheilen. Ich zahl, aber ich versteb's auch. „Thut mir leid, ich kann keinen srauzösilchen Unterricht ertheilen : ich unterrichte blos, was mein Beruf erfordert und ich bin Elementarlehrer." „Nun, nun, schon gut; wir «erden schon sehen —, Sie *) GebeGücke vom FreilagadendgotteSdienste. ••) Ein Berhält gnkh vom Himmel.