Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 52 (27.12.1871)
- Date
- 1871-12-27
- Page
- Seite 330 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4896751-5428704-5433860--3610-4899827- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
330' — ü r ihren Bezirk unter sich, bestehend aus je 3 Mitgliedern, wovon Eines den Vorsitz führt, der als Delegirter zugleich Mitglied des Centralvorstandes ist. $. 7. Jährlich versammelt sich der Central-Vorstand zu Liner Sitzung, in welcher über die Thätigkeit des vergangenen Jahres Bericht erstattet und über die des kommenden Jahres Berathungen gepflogen und Beschlüsse gefaßt werden. — Zu dieser Sitzung find die Delegirten der Bezirksverbände-deren jeder Einen sendet — einzuladen; Jedes Vereinsmitglied kann diesen Sitzungen anwohnen, ohne jedoch mitabzustimmen. Die Sitzungen sollen alljährlich in den verschiedenen Kreisen und wo möglich an den Conferenztagen adwechselnd stattfinden. 8- 8. Ter Verein wählt sich ein Vereinsorgan, in welchem über die Thätigkeit des Vereins von Zeit zu Zeit Bericht erstattet wird und namentlich die Beschlüsse der jährlichen Vorstandssitzungen veröffentlicht werden. Außerdem sollen manchmal.zur Erreichung unserer Zwecke auch politische Zeitungen benützt werden. 9. Sollten außer den in der Central-Vorstandssitzung beschloffencn vorzunehmenden Handlungen im Laufe des Jahres noch andere nöthig werden, so hat der Präsident des Vereins sich dieserhalb auch mit den übrigen Mitgliedern des Centralvorstandes und der Bezirksvorstände ins Benehmen zu setzen und nach der Meinung der Majorität derselben zu handeln. 8- IO. Die Bezirksvorstände versammeln sich (wenn möglich) jährlich und senden ihre gefaßten Beschlüsse dem Centtalvorstand resp. dem Präsidenten zur Berücksichtigung ein, welche dann, wenn die Majorität aller Kreisverbände hiermit übereinstimmt, von dem Präsidenten zur Ausführung zu bringen sind. 8- 11. Generalversammlungen des ganzen Vereines sollen^Statt finden, wenn der Centtalvorstand oder % der Vereinsmitglieder es für nöthrg erachten. - 8- 12. Bei allen Sitzungen und Versammlungen entscheidet die absolute Majorität. Bei Stimmengleichheit sind die Anträge als abgelehnt zu betrachten; bei Wahlen entscheidet in diesem Falle das Loos. 8- 13- Tie Mitglieder des Vereins verpflichten sich zur Zahlung eines einmaligen Eintrittsgeldes vo.n zehn Groschen und eines Jahresbeitrages von ebenfalls zehn Groschen. Wer nach Ablauf, eines Vereinsjahres seinen Beittag nicht entrichtet hat, wird als auSgeschieden angesehen. Nichtlehrer finden unter gleichen Bedingungen dankbare Aufnahme als- Ehrenmitglieder. 8- 14. Der Vorstand verwaltet sein Amt unentlich. Reisekosten der Vorstandsmitglieder und Telegirten zu den Centtal-Vorstandssitzungen, sowie Auslagen werden aus der Vereinskaffe vergütet. 8- 13- Ter Verein gilt als aufgelöst, wenn die Verhältnisse der jüdischen Lehrer und Schulen von ganz Deutschland denen der christlichen gleich sind. Cjjamikkajj. Die Gedächtnißfeier der ehemaligen Tempelweihe zu Jerusalem nach heldenmüthiger Niederwerfung übermächtiger und übermüthiger Feinde Gottes und Seines Volkes, sie ist ein alljährlich wiederholter Mahnruf an. jeden Einzelnen in Israel und dessen ganze Gesammtheit zur Weihung des inneren Tempels in aufrichtigster Gottesfurcht und unerschütterlichem Gottvertrauen, wie ja eben von diesen beseelt und begeistert die makkabäischen Helden und ihre HecreSfolge jene wunderbaren, für Israel nicht allein, sondern auch füralle Nationen, aus welche dessen- Licht wahrer GotteSerkenntniß ausgestrahlt, folgewichtigsten KriegSthaten vollbracht haben. Wohl ist die hierdurch gefeierte Befreiung von Tyrannenherrschast keine solche, wie die in der Urzeit aus egyptischem Drucke, die ganz und allein als GottcSthat sich darstellt — was am prägnantesten in Moscheh's ErmuthigungSwort am rothen Meere ausgedrückt ist: Ter Herr streitet für euch, ihr aber sollet nur schweigend zuschauen; eß ist hier vielmehr eine hcllleuchtende, aus eigener- Kraft vollführte Mcnschenthat, nur vom Gottesgeiste angefacht, gezeitigt und zu glänzendem Siege geführt. Doch in dem Einen punctum salieus kommen beide überein, daß sich in ihnen gemeinsam das von dem weisesten und edelmüthigsten Sohne Israels ausgesprochene Trostwort bewährte: (Gen. 50, 20.) Ihr habt es zwar zumBöfen gegen mich ersonnen, Gott aber hat es zum Guten gelenkt. Denn wie der Pharaonen und ihrer Schergen Grausamkeit und Hartnäckigkeit nicht ihre heillosen Zwecke ewiger Knechtung und Nackcntretung förderten, vielmehr die von Gott beabsichtigten Ziele der Verherrlichung Seines heiligen Namens vor aller Völker Augen und geistiger nebst leiblicher Befreiung Israel'-, also schlug des Antiochus und seiner Creaturen teuflische Absicht: Jsrael's nun bereits erworbene Geistesfreiheit zu vernichten und es s o leichter leiblich im Joche zu erhalten, in ihr' gerades