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Der israelitische Lehrer · 1871-11-01 · 44 (1.11.1871) · p. Seite 299

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
44 (1.11.1871)
Date
1871-11-01
Page
Seite 299 (sequence 3)
Language
German
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SS- - Soll es immer trauriger werden? Wollt ihr College» euch und eurem Berufe selbst das Grab graben helfen? Nein? — Nun denn, so rafft euchschaaret Euch auf. um den neuen israel. Lehrerverein mit der Parole: „Einer für Alle, Alle für Einen!" Glaubt ihr, da ff man aus Liebe zuni Arbeiterstande so viel für ihn gethan? Wahrhaftig nicht-!- Das weiff auch der Arbeiter; aber er wuhte auch. daff er das, was nicht allein im Stande war, der Gesellschaft abzuringen, er im Verein mit Tausenden erzwingen würde. Hierin möge uns der Arbeiterstand zum Vorbilde dienen. Natürlich wollen wir nicht, wie er. ftriken, dafür ist uns unter Berns zn heilig, unsre Aufgabe zu ernst, aber gemeinsam emtreten, känlpfen für unsere Rechte, für untre Stellung, für untre Zukunft, das wollen wir. i Haben bislang die Gemeinden der Machtlosigkeit des einzelnen Lehrers gespottet, so sollen sic jetzt die Gesanimtniacht rcfpectiren lernen; haben sie bislang in den 4 Wänden ihrer Sitzungszimmer den Lehrer — ach wie oft schuldlos — verdamnit uitd verurtheilt, io sollen sie jetzt vor dem Forum der Oeffentlichkeit ihre Urtheilst'priichc rechtfertigen, oder — sich selbst venirtheiten lasten. Dann wird es bester um uns und unfern Beruf, aber auch nur so und -auf diese Weise. „Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden Wenn unerträglich wird die Last - greift er Hinauf getrosten MutheS in den Himmel Und holt herunter feilte cw gen Rechte Die droben hangen unveräufferlich Und unzerbrechlich, wie die Sterne selbst" — (Icti.) Darum Kollegen nochmals: Aut. tchliefft euch alle dem Vereine an, bleibe Keiner zurück, folge Feder dem Beispiele unteres wacker» Vorkämpfers, wirke Hedcr nach Kräften utit zur Erreichung des'heilvollen Zieles und gewiff! nnier Werk wird gelingen, gelingen mit Gott! Frankfurt, 26. Sei. Heute ist ein Ret'cript der k. Regieruitg in Kassel in Betreff des Verhältnisses der israelitischen Realschule zu den sie besuchcndeit christlichen Schülern eingetroffen. Bekanntlich sollten nach einer Verfügung des Hrn. v Mühler'die christlichen Zöglinge der israelitischen Realschule, auch wenn sie dieselbe absolvirten, nicht das Recht zum einjährigen tteiwilligcndienst ltaben. Ter Reichstagsabgeordnctc onnemann hatte in der vorigen Session diese faktische Ungleichheit vor dent Gesetze zuin Gegenstand einer Interpellation gemacht und Hr. v. Delbrück Abhülfe zugezagt. Dieselbe ist insofern erfolgt, als nun dies seitherige Hinderniff beseitigt und die christlichen Schüler der israelitischen Realschule wie ihre jüdischen Kameraden die Berechtigungsscheine zum Einjakrigen-Freiwilliigendienst erhalten. Nteifenheim, im September. Rabbiner Dr. Mayer von hier erhielt folgenden Erlaff. der ohne Kommentar bleiben mag: „Berlin. 30. August 1871. Auf den Bericht vom 9. August d. I., betreffend die Frage, „ob jüdische (!) Rabbiner mit Rücksicht ans die Bestimmungen deS Bnndesgesetzes vom 3. Juli 1869 (B.-G.-Bl. S. 292) die den Geistlichen im Artikel IO. des Gesetzes vom 15. Mai 1866 bewilligte Freiheit von directen Communalabgabcn beanspruchen könijpn," erwidere ich der königlichen Regierung, daff die gedachte Frage zu verneinen ist. Ein derartiger Anspruch ist aus dem Bnndesgeietze vom 3. Juli 1869 eben so wenig herzuleiten, wie — gemäff den Ausführungen deS von ihr allegirten Rescripts vom 13. November 1860 — aus dem Artikel 12. der preuff. VcrfassungSurkunde. Das qu. Bundesgesetz bestimmt, daff alle noch bestehenden, aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses Kcrgeleiteten Beschränkungen der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte aufgehoben sein feiten; — in der Nichttheilnabine an den durch die preuffischcn Gesetze den christlichen Geistlichen bezüglich der Theilnahme an den Communallasten eingeräumten Privilegien kann aber eine Beschränkung der bürgerlichen oder staatsbürgerlichen Rechte nickt gefunden werden." 2LiLerarijch.eS. 1, B. Al tu m und H. LaudoiS, Lehrbuch der Zoologie mit 122 in der irrt gedruckten Abbildungen. 400 Stück, Pr. 2 ft. Freiburg in Breisgau. Herder'scke Buchhandlung. . 2) Schilling Samuel, kleine Sckulnaturgeschichte, 13te Bearbeitung, init dem Pftanzemcich nach dem Linne'scken System, niit 800 Abbildungen. Ttnereick 156 St., Pflanzenreich 96 St, Mineralreich 44 St. Preis 1 ft. 48 kr. Breslau. Ferdinand Hirts Verlag. 3) Michael Desagas, kleine Naturgeschichte und O)ewerbskunde in Volksschulen. neu bearbeitet von Jakob Riedel. 9. Auflage 35 Holzschnitte. Mannheim. I. Bcnsheimer. Es ist eine Freude, eilt Buch, wie Nr. 1 zu recensiren Wir haben es hier mit einem Schulbucke zweier Fachmänner und Selbstforscher zu thun, die cs in entinenter Weise verstehen, aus deni ungeheueren Material das Beste für wissenschaftliche Auffassung der Natur wie für die Zwecke der Schule und des praktischen Lebens auszuwählen, und so naturgeinäff und übersichtlich zu ordnen, die Einzelgruppen nach ihren Verwandtschaftsgraden so scharf, Wesentliches vom Unwesentlichen hervorhebend, zu characterifiren, daff dadurch, zumal unter

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