Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 44 (1.11.1871)
- Date
- 1871-11-01
- Page
- Seite 300 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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der Leitung eines tüchtige» Lehrers, fvvmM Pnstesbildüng, Wichre Kenntniß der Natur und Kreudg an derselben erzeugt »erden nwfe. Anatomie, Physiologie, Entwicklungsgeschichte. B6ft«tung der einzelnen Thieren- und Thiergruppen im Haushalte der Natur und der Menschen find SeiAvortrefflich bearbeitet. Kür di« Volksschule, auch die gehobene, ist da» Buch fteilich zu umfassend; allem Volkslehreru, die fich mit dem neuesten Standpunkt der Zoologie bekannt machen wollen, um einen fruchtbringenden Unterricht ertheüeu zu können, ist eS unbedingt aufS Wärmste zu empfehlen.'. Uns ist kein besseres bekannt geworden. — Auch Nr. 2 ist ein recht brauchbares Buch, wenn wir es auch Nr. 1, das fteilich nur die Zoologie behandelt und für einen höheren Unterrichtskreis bestimmt ist, nachftellen müssen. Der Verleger hat sich ernstlich bemüht, durch fortwährendes Umbestern und Vermehren sowohl deS Textes als der sehr zahlreichen und meist sehr gnten Holzschnitte das Buch auf der Höhe der Zeit - zu erhalten. (25 wird in der Hand der Schüler, wenn! der Unterricht des Lehrers der geeignete ist, in gehobenen Volksschulen treftliche Dienste leisten. Tie Zoologie geht, entgegen dem Lehrbuch Nr. I., von Menschen aus, rn absteigender Linie bis zu den niedrigsten Organismen. , Wenn wir auch aus pädagogischen Gründen den Men'chen nickt zuerst behandelt wisten möchten, so halten wir doch für diese Unterrichtsstufe den Unterricht in absteigender Ordnung wegen des höheren Jnteresics, das die Kinder an den höheren Thieren nehmen und wegen der leichteren Möglichkeit Veranschaulichungsmittel zu beschaffen, für den niethodifck richtigeren. Uns liegt für die Botanik die Bearbeitung nach dem Linne'schen System vor. Da der Verleger auch eine nach dem natürlichen System hat machen lassen, so wollen wir ihm keinen Vorwurf machen, wenn wir bemerken, daß wir für den elementaren Unterricht das natürliche System unbedingt vorziehen, weil jenes, mit einiger Strenge durchgefühtt, geeignet ist, den Sinn für naturgemäße Auffassung des Pflanzenreichs zu trüben und zu verwirren. Ja der Mineralogie hätten wir gewünscht, daß der chemische Gesichtspunkt mehr hervorgehoben worden wäre; es wäre wohl dann nicht vorgekouimen, daß z. B. für die Edelsteine eine besondere Gruppe eingeschaltet wurde — eine der Natur ftcnide Berücksichtigung. — Nr. 3 hat wohl, wie die 9 Auflagen beweisen, seiner Zeit einem Bedürfnisse genügst; heute ist das Buch trotz der Neuen Bearbeitung, die es dem Titel nach erfahren hat, gelinde gesagt, veraltet in Stoff und Form. Ties gilt für Botanik und Mineralogie noch mehr als von der Zanlogie. Ein Lehrer, der nur etwas von Naturkunde versteht, kann sich dieses Buches unmöglich bedienen und solche, denen diese edle Wissenschaft ein verschlossenes Buch ist, soll aus tausend Gründen kein naturwissenschaftlicher Unterricht anvertraut werde». Die Meinung Jacquotots, daß man auch einen Untcrrichtsgegcnstand lehren könne, von dem man noch nichts versteht, hat gottlob keine Propaganda gcniacht. Die Pflanzen in Bäume, Sttäuchcr, Kräuter rc. beim Untenicht in der Botanik einthcilen zu wollen, kann man höchstens beim Anschauungsunterricht mit 6— 8 jährigen Knaben rcchttertigen. . ANZE IGEN. Offene Stelle. Tie hiesige israel. Gemeinde beabfichttzt, einen Eantor anzuftellen. Der jährliche Gehalt ist vorerst niit fl. 600. festgesetzt. Ta jedoch der Anzustcllende über sehr viel freie Zeit zu verfügen hat, so ist demselben durch Ertheilung von Privatunterricht im Hebräischen wie auch in der Musik kehr viel Gelegenheit zn Nebenverdienst gegeben. Ter Eantor hat die selbstständige Leitung des zur Zeit bestehenden Synagogenchores zu üb^nchnien. Anmeldungen um besagte Stelle wolle man innerhalb vier Woche an den Unterzeichneten einscndcn.!' Ludwigshaien, den 27. September 1871. - Der Vorstand L. Joseph. Noch immer kommen uns Reclamattonen von solchen Herren zu, welche den „Israel. Lehrer" mit 50 kr. und darüber oder 7? Thlr. bezahlt haben und doch nicht das Synodalblatt dazu erhalten. Wir bemerken, daß w i r das nicht abändern können. Die geehrten Abonnenten mögen nur gefälligst ihre Reclamattonen hei den betreffenden Postämtern, wo abonnirt wurde, aufgeben. Der „Israel. Lehrer" allein kostet nur 25 kr., in Preußen mit Steuerzuschlag 9£ Sgr. Sobald die Reclamattonen von der Post bei uns eintreffem-erpcdiren wir das Synodalblatt. Noch bemerken wir, daß viele Lehrer 3—4 Svnodalblätter in ihrer Gemeinde untergebracht haben und erhalten diese Herren sodann den „Israel. Lehrer" mit „Synodalblatt" in 1 Eremplar der Kreuzbandsendung gratts beigelegt. Verantwortliche Redaction und verleg von Joseph Klingenstein, Lehrer zu Ingelheim. Kür den Buchhandel in Commission bei Oskar Leiner in Leipzig. — I. Gottleben's Buchdruckerei in Mainz.