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Der israelitische Lehrer · 1871-10-11 · 41 (11.10.1871) · p. Seite 287

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
41 (11.10.1871)
Date
1871-10-11
Page
Seite 287 (sequence 3)
Language
German
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— 2v7 ■naw beendigt, mußten wir bei dem m»j> nrctp dasselbe Verfahren wiederholen. Selbstverständlich mutzte die y“w von einem fähigen Schüler vorgetragen und von den Zuhörern durch •ox- -jnsi 7.-12 und jcn an bestimmter Stelle. begleitet werden. Die mpnp mit den entsprechenden Response» ivnrde geübt und die letzteren auswendig gelerntz Hierauf gingen wir zu 1172p über und ließen da? tjj-'J o? Satzweise vom vorbetenden Schüler und der kleinen Gemeinde abwechselnd nach einem leichten, altjüdischen Recitativ üben; ein Gleiches thaten wir mit dem darauffolgenden rz-zo n’2-7. Alsdann hatten wir gewisjermatzen eine Gebetordnung für den Freitag-Abendgottesdienst zusamuieugeftellt. welche in übersichtlicher Weise das ganze Gerippe enthielt. Die drei Haupttheile haben wir natürlich an die Spitze gestellt und zwar: 1, rn;c. 2, rzy r~:p. 3, rur? n’27;. Jede dieser Abtheilungen ist in ihre einzelnen Bestandtheile zerlegt und sodann von Stunde zu Stunde d eses Schema repetirt worden. Rnr auf die'e Weise ist es uns gelungen, den Schülern Kenntnis; der Teffllah beizubringen. Was wir bei diesem einzelnen Theile des (Gottesdienstes gekhan, baben wir bereits mit Lein 7ui:2 und ^2:2' gekhan und hoffen so, alle anderen grötzern Stoff-Gebiete zur Keuuluiß der Schüler zu bringen. Wir sind der entschiedenen Meinung, daß jahrelanger Unterricht bei dem Schüler Vieles io zu eigen machen wird, daß es. unmöglich aus dem Gedächlinß und dem Herzen weichen, er sich vielmehr beim Besuch des Gotteshauses leicht orientiren wird. Wir kommen schließlich zum letzten Punkt: dem liturgischen Gesang. Soll der Gottesdienst, wie es Gottlob schon bei den meisten. Gemeinden das Bestreben iit. durch Gelang verherrlicht werden., so mutz die Religions'chule auch auf diesen (Gegenstand'Rücksicht nehmen. Aber, was soll sie ihre Schüler singen lasten >. Diese Frage hat uns schon sehr oft beschäftigt und wir sind noch nicht in der 2age, eine befriedigende Antwort gefunden zu haben. Wir sind in dieser Beziehung nicht so glücklich, wie die christliche Kirche, einen liturgischen Gesang zu besitzen, der in allen Gemeinden conjtant wäre. Bel uns hingegen hat jede Gemeinde, wenn sie überhaupt einen Chorgesang hat, verschiedene Sangweisen, die ans größern Gejangwerken. wie die von Snlzer, Weintraub und Deutsch zuiammei'.gestellt sind, eingesührk. Cs wäre dal,er ein großes Verdienst unserer Mnsikheroen, nenn sie sich der Aufgabe unterziehen würden, ein hebräisch es liturgi sch es Gesangbuch" zu schaffen, das für alle jüdische Gemeinden und für alle Verhältnisse passend wäre. -) Wir gehen dabei von dem Gc- *) Unmr glich, weil die Verhältnisse und die Gesangeskräfle so sehr verschilden sind und insbesondere, well leider sichtspunkte ans, daß die einheitliche Andacht durch den einheitlichen Gesang unterstützt und gehoben werden mutz. Das Streben mutz darauf gerichtet sein, einen künftigen Gemeindegesang zu schaffen, und zu diesem Zwecke muß in erster Reihe die Religionsschule Hand ans Werk legen. Cm großer Schatz von Religion liegt nach unserer Ansicht gerade in dem gottesdrenstlichen Gesänge, er ist eine Quelle ivahrer Andachts-Stimmung, lind ein Born höherer, Erbauung liegt in dem würdig gctragenen Tone einer Gesammtheit. Ist also^Kenntniß und Perständniß der hebräischen Gebete erzielt, — diese müssen allerdings dem liturgischen Gesänge vorangchen, — so wird man mit allen Kräften dahiil wirken, müst'eu, dem religiösen Gesänge seine hohe und gerechte Stellung iu der Synagoge zu verschaffen. Die künftigen Synagogen-Chöre aber, weil zur Crlangung des Gemeinde-Gesanges noch Jahrzehnte nöthig sind, sollten nicht mit einer , so abschreckenden Unkennlniß der Teffllah den Gottesdienst verschönen wollen. Dazu muß man vor Allem den Tert verstehen; der Gesang verliert bei den besten Stimm-Mitteln und den besten Leistungen entschieden an Wirkung, wenn der Sänger nicht versteht, was er singt, lind al>f die jnitbeten'Dc oder auch mir zuhörende Gemeinde muß es sehr enttäuschend wirken, wenn sie bei noch so schön vorgetragenen Stellen sich daran-erinnert, daß den Vortragenden, oder den Vorbeter nntcrstützenden Sängern, das Versländniß der herrlichen Gebete abgeht. Wie dem Vorbeter, jo ist auch dem Sunagogen-Chor ros.-. „Worlverjländnisz" unumgänglich nvthwendig Hiernach richtet sich fcer Nie und da vorkommende 'Mißbrauch, nlchljüdische Sänger — oder gar Gelangest eile r — beim Gottesdienst Mitwirken zu lauen, von selbst. Solchen Ungereimtheiten muß die Religionsschule bei Zeiten enlgegenarbeileu, wenn sie ihrer Besrimmung gemäß wirken soll. Der Synagogeu-Gesang gehört also in die Religionsschule und die sorgsame Pflege desselben wird sich als sehr vorzügliches Mittel erweisen, die jungen Herzen der Kinder dem Iudenthum zu bewahren und für seinen Cultus zu begeistern. Cs möge denn von beiden Seiten, von der Religioiisschnle wie vom Hanse, das Gehörige in gehöriger Weise entgegengebracht werden, daun — fällt sicher guter Saamen auf guten Acker und bringt dereinst gute Frucht! in den groben Gemeinden der Gesang noch immer mehrstimmiger Chorgesang und nicht Gemeindegesaiig ist. Nedaction.

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