Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 38 (20.9.1871)
- Date
- 1871-09-20
- Page
- Seite 275 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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275 und Wattenscheid. Auch der Vorstand der Gemeinde Haltern lud uns zur nächsten Conferenz wiederum nach Haltern. Es wurde Lies dankend anerkannt; man wählte jedoch (Santen, besonders schon, um mehr im Mittelpunkte der Specialconferenz zu bleiben und der Hauptconferenz keine Concurrcn; zu machen. Zeit und Tagesordnung der nächsten Conferenz ward der Schulbuchcommission überlassen, doch ist cs jedem Besucher fteigestellt, seine etwaigen Wünsche, die thunlichst berücksichtigt werden sollen, vorher an ein Mitglied derselben einzusendcn. Hierauf gab der Präsident in einer kurzen Schlußrede ein RcsumL, sprach der Gemeinde Haltern für die uns gewordene freundliche Aufnahme und das Interesse, das dieselbe für unsere Sache an den Tag gelegt hatte, den Dank der Conferenz aus. Nachdem noch die Versammlung dem Herrn Präsidenten für seine umsichtige und unparteiische Leitung ihren Dank bezeugt und dem Collcgen Leiser ihre Anerkennung ausgesprochen hatte, ward'die Conferenz geschloffen. Auf dem hierauf gemachten Spaziergange nach dem schön gelegenen Annabcrg wurde in gemüthlicher Besprechung noch des Jntereffanten Vieles verhandelt. Ernste Arbeit in Verbindung mir herzlicher Genrüthlichkeit gestaltete nns diesen Tag. durch herrliches Wetter begünstigt, zum wahren Lehrerfesttage, von deffcn Festesfreude wir der Gemeinde Haltern einen großen Theil verdanken. Freuen wir uns, daß mair unserm Streben solche Anerkennung .zollt; da muß es doch mit Gott besser werden in unserm Stande. L. Kauffmann, Lehrer. Literaturbericht Ingelheim, 23. August 1871. Wir wcnden uns heute zuerst einigen Zeit erschein nungcn zu, für welche wir hoffentlich in der Zukunft nie mchr Verwendung haben und die wir deshalb auch nur kurz anführen. 1. Weltgeschichtliche Verkündigung des messianischen Friedens. Festrede bei der Feier des Friedens in der Synagoge zu Cassel gehalten, auf vielseitiges Verlangen herausgegcben von vr. L. Adler. Landrabbiner. (Der Reinertrag ist zum Besten der Nattonal-Jnvaliden-Stiftung bestimmt.) — 2. „Gott hat seinem Volke den Sieg verliehen," Predigt zur Sieges- und Friedensfcier im tsraelitischen Gemeindetempel zu Leipztg, am 6. März 1871, von Rabbiner vr. A. M. Goldschmidt. (Zum Besten der Friedensstiftung in Leipzig.) — 3. Friedensrede gehalten in der Synagoge zu Ruhrort, von H. Lichtenberg. (Auf vielseitigen Wunsch dem Druck übergeben.) Der Reinertrag ist für die Invaliden und die Hinterbliebenen der gefallenen ßricger bestimmt. Preis Sgr. In Commission bei Andrae u. Comp, in Ruhrort. — Alles sehr würdige Worte in großer Zeit, die eine entsprechende Verbreitung verdienen! — Wir kommen spät dazu, einen Verstoß gut zu niachen, indem wir ein interessantes Programm besprechen, das uns s. Z. leider entgangen ist. Jahresbericht über diejüdiichc Rcligionsschule der Synagogengcmcinde zu Magdeburg. Derselbe enthält einen sehr lescnswerthcn Artikel, welcher „die Liturgie als Unterrick tsgegenstand in der Reli'gionsschule" behandelt. Es wird hier der incthodische Gang bei diesem Unterrichte ausführlich nach drei Seiten hin besprochen. Das gemeinsame Zusantmcnlescn in der Thcfillah (Siddur); die Kcnntniß des Siddurs im Ganzen und der Tefillos (im Original steht Tefillans) im Emzelncn. mit besonderer Rücksicht auf den öffentlichen Gottesdienst, der liturgische Gesang; — „Israelitische Religions¬ und Sitten! ehre" für Schüler der Volksschulklassen voit vr. G. Wolf, Religionslchrer der israel. Cultusgemeindc in Wien. Wicit 1870, Hcrzfeld und Bauer (geheftet 20 kr., cart. 25 kr.). Dieses Heftchen entspricht den Anforderungen, die wir an eine Zusammenstellung für den abschließenden Religionsunterricht stellen. Sic gibt die Rcligionsbegriffc kurz und bündig, enthält alles, was der Schüler memoriren soll und eine sehr große Anzahl hebräischer und deutscher Bibelverse. Für viele Sätze hätten wir vielleicht eine correctere und klarere Faffung gewünscht, wie z. B.: „Gott ist ein reiner Geist; wir können daher von Gott kein Bild und keine Gestalt uns Vörstetten." Oder: „Pflichten gegen Gott: 2. Liebe, daß wir Gott mehr als Alles in der Welt lieben." Manche Anschauung entspricht nicht unserm religiösen Zeitbewußtsciil, wie z. B.: „Wir haben zur Erinnerung an die Opfer, welche täglich im Heiligthum dargcbracht wurden, täglich dreimal Gottesdienst". Dennoch wird das Heftchen unter der Hand eines tüchligeit Lehrers vollkommen entsprechen. — Lieder als Memorirstoff sur israel. Schulen des Königreichs Würtemburg, 1870. Wo cs sein muß, wo der Lehrplan solche Lieder als Mcmorirstoff „vorschreibt", wie dies im Königreich Würtenibcrg der Fall ist, ist diese Sammlung recht enlpfchlcnsw'crth, weil die Lieder gut gewählt sind. Unserem pädagogischen Bewußtsein entsprechen solche, der Kirche und den Regulativen nachgeahmte Verordnungen durchaus nicht, und wir wiffcn nicht, welche Früchte diese Anstrengung des kindlichen Gedächtnisses tragen soll. — Die deutsche Sprachlehre. Ein stuscnmäßig geordnetes Sprach - und Stylübungsbuch für gehobene Volks-, Bürger- und Töchterschulen, von I. I. Rosenmeyer, aut. Oberlehrer. Sehr zweckmäßig und mit großer Gewandheit angelegt, die von pädagogischem Takte zeugt; für deut-