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Der israelitische Lehrer · 1871-09-06 · 36 (6.9.1871) · p. Seite 266

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
36 (6.9.1871)
Date
1871-09-06
Page
Seite 266 (sequence 2)
Language
German
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266 ~turt der BezirkSverstiude in- Benehmen zu setzen und nach der Meinung der Majorität derselben zu handeln. 8- 9. Die Bezirksverbände versammeln sich (wenn möglich) jährlich und senden ihre gefaßten Beschlüsse dem Centralverstand resp. dem Präsidenten zur Berücksick tigung eia, welche dann, wenn die Majorität aller AreiSverbände hiermit überein stimmt, von dem Präsidenten zur Ausführung zu dringen sind. 8- 10. Generalversammlungen deS ganzen Vereines sollen Statt finden, wenn der Eentralvorstand oder a/3 der Vereinsmitglieder es für nöthig erachten. §. 11. Bei allen Sitzungen und Versammlungen entscheidet die absolute Majorität. Bei Stimmengleichheit sind die Anträge als abgelehnt zu betrachten; bei Wahlen entscheidet in diesem Falle das LooS. 8- 12. Mitglied des Vereins kann jeder Lehrer Deutschlands werden, der sich zu einem jährlichen Beitrag von 10 Sgr. --- 35 kr. verpflichtet. Wer nach Ablauf eines VereinojahreS seinen Beitrag nicht entrichtet hat, wird als auSgeschieden angesehen. Nichtlehrer finden unter gleichen Bedingungen dankbare Aufnahme als Ehrenmitglieder. 8- 13. Der Vorstand verwaltet sein Amt unentgeltlich. Reisekosten der Vorstandsmitglieder und Delegirten zu den Central-Vorstandssitzungen, sowie Auslagen werden uuS der Vereinskasse vergütet. 8- 14. Der Verein gilt als aufgelöst, wenn die Verhältnisse der jüdischen Lehrer und Schulen Deutschlands denen der christliche« gleich sind. — Wochenbericht. Brühl, 27. Aug. Der Kölner Männergesang- Verein, berühmt durch seine» Namen und seine Leistungen, wird heute hier ein Concert zum Besten des hiesigen CynagegenbaukS geben. Bedeutende Solokräfte wirken mit. Tie Cistnbabnveiwaltung führt die Gäste mit eirem Cxlrazvge um 11 Uhr heim. Augsburg. Wir haben noch einige Andeutungen über äußere Vorkommnisse bei der Synode ergänzend nachzuträgen. Der Vorstand der israelitifckcn Neligiensgemtinde biersrlbst hatte, wie bereits angedeutet, in vorzüglicher We>fe für Alles Vorkehrung getroffen. Viele Synodelmttglieder waren in freundlichster Weife in Familien als liebe und werthgehaltene Gäste ausgenommen. Dom Saale und dessen Arrangement ist in diesen Blätter schon gesprochen worden. Die Mitglieder saßen in Halbrunde um den Präsidententisch, vor dem 4 Stenographen placirt waren, wodurch es ermöglicht wurde, daß all« Redner ihre Reden schon am andern Morgen vachlesen konnten. Am Donnerstag Abend gab dir Gemeinde den Gästen ei» solenne« Festessen, zudem auch die Vertreter der Press« geladen waren. Daß eS an Toasten nicht fehlte, brauchen wir wohl nicht zu erwähuen. Der erste — vom ersten Vorstande der Gemeinde, Herrn Rosevbusch, in kurzen, biederen und herzlichen Worten dargÄracht — galt der Synode und deren Präsidenten. Den freundlichen Worten des Herrn Rrsenbusch erwiderte der Präsident, Herr Professor Lazarus, mit einem herrlichen Toaste auf den König von Bayern, der mit rauschendem Beifall ausgenommen wurde und also lautete: .Am^Besten glaube ich dem Gefühle zu entsprechen, das meine Brust bewegt, wenn ich beginne mit den Worte de« Königs-Psalms: „Mein Herz wallt auf von guten Worten, ich richte den Spruch auf dm König dieses Landes." Vorgestern habe ich bereit« darauf hingewiesen gehabt, wie die religiöse Bewegung, für deren Mitarbeit wir hier in Augsburg tagen, nicht isolirt ist in unseren eigeuen Kreisen, wie alle Culturbewegung ebenfalls im innigsten Zusammenhang« steht mit dem, was die übrigen Genossen des Landes im Herzen bewegt. Es geht ein Zug aufregender Kämpfe für die Religion, gegen die Religion, durch die Zeit; denn nicht nur die Ungläubigen und Rationalisten kämpfen gegen die Religion, sondern oft auch diejmigen, welche vorzugsweise für die Religion zu kämpfen glauben. In diesem Kampfe gilt eS gewiß, für die politisch« Macht, wenn sie die Freiheit der Gewissen schonen und gleichwohl feste Richtung einhalten will, daß sie weise wache über die Bewegung, die sich unter den Bürgem deS Landes auSbreitet. Mit freudigen Gefühlen hat man in ganz Deutschland aus Bayern und BayemS König gesehen in den letzten Monaten, daß die Männer, welche den Kampf für die Freiheit der Gedankm, für die Freihe't drr Ueberzeugung ausgenommen, so schön belohnt worden sind von dem jugendlichm, aber schon so weise denkenden und regierenden König von Bayern. ES ist gar wohlthuend, hoffnungerweckend, daß auS diesem Lande die Richtung kommt, daß von dem jungen König daS Beispiel kommt für andere, die älter sind und auf größeren Thronen sitzen. Darum, meine Herren, mit wenigen Worten, die demselben Psalm entnommen — halten Sie edem Präsidenten der Synode zu Gute, daß er sie in den hohen klassischen Worten zunächst citirt: Sie beißen: „Führe e« hinaus für die Sache der Wahrheit." Das rufen wir dem Könige von Bauern zu. In diesem Sinne bitte ich Sie, dreimal einznstimmenindenRuf: DerKönig von Bayern lebe hoch!" Rauschender Zubel durchbrauste den Saal und immer wieder ertönten die Hoch« auf den König. Hierauf brachte Herr Max Obermryer den Toast auf den deutschen Kaiser, Geiger, 2. Bicepräsi« dent auf dir Stadt Augsburg, Ritter von Wertheim

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