Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 36 (6.9.1871)
- Date
- 1871-09-06
- Page
- Seite 267 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4896751-5428704-5433828--3529-4899762- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 267 auf die Frauen, LLw auf den Redner für die Frauen, Dr. Orteuau auf den ersten VersamlungSort der Synode, Leipzig, besten jüdische Gemeinde und Gemeindevor» stand und inrbesonder« dem anwesenden Moritz Kohner, dem Manne de» iSrael. Gemeindebundes. Löhner entwickelte feine Ansichten über - den Gemrindenbund. Noch viele, sehr viele schöne Toaste folgten. —7 Dem Könige wurde in einer telegraphischen Begrüßung die ehrfurchtsvolle Huldigung der Synode übermittelt. E» folgte hierauf das nachfolgende, bereits erwähnte Telegramm : B er g, 14. Juli 1871. Herr Banquier Rosenbufch, * Vorstand der israelitischen CultuSgemeinde Augsburg. Seine Majestät der König - haben die von der israelitischen Synode telegraphisch dargebrachte Kundgebung der Liebe und Treue mit großer Freude entgegen genommen. Allerhöchstdieselben erwidern der Synode mit dem Ausdruck huldvolle» Dankes und mit dem Wunsche, daß diese Versammlung, eine der ersten, welche Glieder aus allen Theilen des neuerpandenen Reiches zu Arbeiten des Friedens vereint, dauernde und segrnbringende Früchte tragen möge.! Eisenh art, Ministerialrath Sr. Mas. d. Königs. l Anl Sabath war festlicher Gottesdienst in der schönen aber fürdie so sehr anwachsende Gemeinde bald zu kleinen Synagoge. Herr £r Hirschfeld sprach ein sehr schönes! und würdiges Gebet; Herr Rabbiner Dr. Geiger aus Bcrliit predigte. In der Synagoge war auch der ge-! lehrte karaitische Chacham Firkowitz, ein Greis! von 85 Jahren, als Gelehrter bekannt. Derselbe war ' eingehüllt in ein Tallis ganz eigcnthnmlicher Fori», mit | aus schwarzen Streifen cingenähten silberartig glitzernden ' Buchstaben, statt der Zizith mit Quasten versehen. Als er zur Thora gerufen wurde, wart er sich zur Erde, j sagte übrigens, soviel wir vernehmen konnten, eine der; unsrigen gleichlautende Benediction und ging mit dem Angesichte gegen das Hcchal rückwärtsgehend vom Lesei pult. Geiger begrüßte ihn in seiner Rede. F. war! auch Montags nochmals im'Versammlnngs-Saale der Synode. Firkowitz gilt bei seinen Stamniesgenossen gcwiffcrmaßcn als Reformer, weil er, als Gelehrter wohl, Anknüpfungspunkte mit den talmudischen Juden — wie die Kannten sagen, — anstrebt. Dies einige der bedeutsamsten äußeren Ereignisse bei der Synode, die übrigens reich war an herrlichen Anregungen und ebensowenig den Be- , suchcrn als den Mitgliedern der Gemeinde Augsburg aus! dem Gedächtnisse entschwinden wird. | Wien Ein Christ, Müller, bat dem isr. Kran | Knhause 4000 fl. testirt; der Stadtrath hat die für i die Talmud-Thora bestimmte Unterstüßung von 3, sage drei Gulden auch in diesem Jahre auSgezahlt. Paris, 16. August. Es ist sicher eine Freude, zu vernchinen, daß ein Mann, dessen bedeutungsvolle Thätigkeit auf eiViem bestimmt begrenzten Gebiete durch ein schweres Verhängnih gehemmt wurde, wieder zu seinen früheren Idealen sich znrückwendct, daß also die Energie des Grußes und Herzens ungebrochen blieb l Herr Adolph C r ö in i e u x halte gestern zugleich mit dcni Grvßrabbinen eine Besprechung mit dem gegenwärtigen Obcrhaupte des französischen Staats. Hrn. Thiers, um zu Gunsten der algierischen Juden die Ausrechterhaltung des Dekrets der Regierung von Tours, welch« diesen das französische Bürgerrecht verlieh, zu beanspruchen. Sie heben besonders hervor, ivie Frankreich stets und unter allen Verhältnissen den anderen Böllern auf dem Wege der Befreiung von Borurthcilen voranschreiten müsse; und erinnerten daran, daß im Elsaß und Lothringen gerade das israelitische Element eine besondere Anhänglichkeit an Frankreich bereite. London. Eü ist Mode geworden, daß große Männer gepflügelte Worte in CourS setz.». Aüchvon unserm Chief- Rabbi cursirt ein solches von seiner jüngsten Rundreise her, über welche ich Ihnen schon berichtet habe. Er hat seine nicht bloS ein-, sondern zudringlichen Reden für die Heiligung des SabbatS durch den fanatischen Zusatz bckräitiat: Die Baronesse Rothschild würde sich lieber di Hans abhauen lassen, als am Sabbat auch nur Ein Wort schreiben. Man sagt: die Baroncsie solle seitdem besorgt um ihre Hand geworden sein und jeden Sonntag-Mo-gcn ängstlich danach blicken, ob sie in der Tbat neck fest am Leibe sitze. Andere meinen: die Geschäftsbriefe der Baronesse würden in der Tbat keine solche Eile haben, um nicht einen Ausscknb auf Sonntag zu gestatten, und sie fragen auch verwundert, warum den GeschäflS-Männern das Beispiel und Vorbild einer Frau vorgehalten worden sei, die ohne Geschäft leben können, versprechen aber dennoch, daS nachniahmen, sobald sich das eigene Vermögen mit dem Rothschild'S in Gleichgewicht gesetzt ba^e. (Ist denn auck R.'S Geschäft geschlossen? Red:) Warschau. (Eingesandt.) Die im Qsten ausgebrvchcne Cholera läßt befürchten, daß sie ihren verderblichen Heereszug auch nach Westen richten werde Es wird Sie interesfiren. von cimem schützenden Mittel zu erfahren, welches, jedenfalls ohne Gefahr, auch ohne Arzt 011511wenden jedem leicht ist. Es. besieht in der Bestreeicknng der Magen- und Bauchgegend mit Eollodinm. Der Schutz besteht darin, daß das vertrocknende Eollodinm eine Schicht bildet, ivelche die zerfetzende »nd kühlende äußere Luft abhält und dadurch dem Körper die animalische Wärme nichl blos erhalten, sondern auch vermehren hilft. Ans Erwärmung kommt es dabei. wie bekannt, hauptsächlich an. Zum Schutz und zur Heilung offener Wunden wendet man in dieser Weise Eollodinm schon längst an. Die Sache ist also medicinisch begründet. Ihre Zeitschrift ist zwar keine mcdicinifche, aber Bewahrung der Gesundheit ist ein jüdischer Lehrsatz-