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Der israelitische Lehrer · 1871-07-26 · 30 (26.7.1871) · p. Seite 236

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
30 (26.7.1871)
Date
1871-07-26
Page
Seite 236 (sequence 4)
Language
German
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236 rb m i brr große, aus vielen Gemeinden gelehrten und verehrten Mi von der man seine Meinun. von jeher die Schwierigkeit des JudenthumS gewesen u bleiben, eine Schwierigkeit, bisher bekannte Mittel nitft Schwierigkeit nimlich, eine -Reform innerhalb des I» die Gemüther zu gewinnen, hecüber zu ziehen, eie Uebeiz gibt keine Autorität, Niemat darf sie haben wollen; denn welche etwa behauptet, es g, nämlich die geschriebene; die bloß abzulesen brauche, um ist und was Judenthum he reden wir hier nicht; den» zu berathen, dazu braucht dazu darf man stumm sein den Augen zu lesen, was unter biS zum Rema undhält. Man liest eS und man (Bravo.!) Fast bei allen and, wenn man sie aus der Höhr historischer Untersuchung betr» ligiösen Kräfte von der einen in Verbindung gesetzt hatte» daß weltliche, daß äußerlich, den, um der Ueberzeugung, einigen Nachdruck geben zu früheren Jahrhunderten den nun einmal eine neue vrrda gezogen ist, dadurch belehrt eines ScheiterbaufenS das trocknet, oder ob mair auf ten an den heiligen Ort schi eine Messe gelesen wird, ü sinnliche, körperliche Gewalt zum Heil oder Unheil hinzr Nun meine Herrn! ich, kommt eS an. Denn ja allemal darum, daß die verbreiten, Gesinnungen vei die Machthaber, wenigstens müssen. Aber cs ist für f motorischen Gedankens, für größter Wichtigkeft, wenn Hoffnung hat, auch mit wenn man weiß, daß Gew<l Schulen in seine Hand zu daß Gewalt dazu kommen wi deren die Institute bedürfe» gekommene, von vielen inern beschickte Synode, geholt hat. Das ist ja jeder Reform innerhalb wird es noch lange hin die wir wenigstens durch entfernen möchten, die Autorität herzustellen. Alle HenrhumS sst verpflichtet, die Gesinnungen zu sich eugungen zu pflanzen. Es d hat sie und Niemands von jener kleinen Partei,' sbe eine absolute Autorität, geschriebene, welche man u wiffen, was Judenthum ßt — von dieser Partei >azu braucht man Nichts n auch Nichts zu sprechen, man braucht bloS mit Schulchan - Aruch Her- Späteren gedruckt entnoch weiß Alles, Äll^s, Alles!' ren religiösen Bewegungen, von Standpunkte großer chtet, zeigt sich, daß die re -oder anderen Seite sich mit der weltlichen Macht, Mittel anzewendet wurdie man verbreiten will, können. Ob man nun in Ketzer, in dessen Gehirn nmliche Ueberzeugung eindaß man ihn mit-Hülfe Gehirn ein wenig eingeanderen Seite Solbaum zu verhindern, daß >erall ist eö die weltlicke, welche der geistige» Kraft gefügt wurde. darauf allein, meine iuch dort handelt eS sich enigen, welche Gedanken ändern wollten, daß sie, überzeugen und gewinnen Conception eines reforseine Gestaltung, von alleran weiß oder wenn man Gewalt ihn durchzuführen, .t dazu helfen wird, die I »ekommen, wenn man weiß, , um alle sonstigen Mittel, , alle Lehrmittel, alle perd e ti ' d < sönlichen Dienste, alles das. in die Hand zu bekommen. Bon alledem haben wir bei einer jüdischen Reformbewegung gar nichts; wir siad nämlich darauf angewiesen, zur Ueberzeugung zu führen. Arbeiten wir darauf hin, meine Herrn, hier in der Synode, daß diejenigen, welche unsere Gedanken ansnehmen wollen, durch die Gedanken selber gewonnen -werden. zBravo.) Nun, meine Herren, viele von denen, die auf der vorigen Synode waren und heilte nicht wieder erschienen, bedauern wir, ich meine sie, wir bedauern sie, die nicht wieder gekommen sind. In den allermeisten Fällen — von diesen rede ich, ist eS eine gewiffe Mattherzigkeit, welche über die Leute kommt. Vollends, wenn sie so glück» h gewesen sind, in der Synode einen Schritt vorwärts zu thun, so sind der Schritte, welche sie meinen rückwärts thun zu müssen, so viele, daß sie aus der Synode hinauskommen; diese kommen nicht wieder. Aber auch das will ich nicht verhehlen, manche sind durch zureichende Gründe abzehalten, leider zum Theil durch Krankheit. Ich darf einen Mann nicht unerwähnt kaffen, weil er brieflich auSdrückli b fein Ausbleiben entschuldigt hat, Herr Advokat Lehmann auS Dresden, dcr seine hohe Theilnahme für die Verhandlungen der Synode noch neuerdings dadurch an den Tag gelegt hat. daß er in einer besonderen Broschüre die Referate besprochen hat. Er war deputirt von seiner Gemeinde nebst zwei andern Herren. Andere kommen aus andern Gründen nicht, er aber, weil ein rh-umatischneroöseS Leiden ihn feffelt. Ich glaube, wir dürfen dankbar und anerkennend der thätigen und rührigen Theilnahm: gedenken, mit welcher Advocat Lehman» sowohl auf der vorigen Synode als zur Vorbereitung für diese gewirkt hat (Bravo.) Freilich, das Auge trübt sich noch mehr, ich vermiss: in unserer Versammlung zwei Männer, bei denen wir nach ihrem Verhalten ans der ersten Synooe uns nach derselben mit Zuversicht hätten erwarten dürfen, daß wir sie hier wieder in unserer Mitte sehen; sie sind aus dem Leben geschieden: Herr Professor Munk auS Glogau und Herr Lehrer Steinhardt aus Meiningen. Wahrlich ich darf bloß die Namen nennen, um in Ihnen Allen das Gefühl der Trauer zu erregen oder neu zu erwecken, da» uns bei der Kunde von ihrem Ableben nahe treten mußte. Wir ehren ihr Andenken auch als Synode und ich bitte Sie, dies durch Aufstehen zu erkennen zu geben. (Die Versammlung erhebt sich.) Wir ehresi das Andenken dieser Männer,, die uns doppelt theuer gewesen sind. Meine Herren! Das Judenthum kennt nach seinen ganzen Institutionen den scharfen Unterschied zwischen Geistlichen und Laien nicht, eS gibt bei uns approbirte Lehrer und Verkünder der Wahrheit, aber eigentlich keine ordinirten Geistlichen im enger« Sinnes

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