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Der israelitische Lehrer · 1871-07-12 · 28 (12.7.1871) · p. Seite 222

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
28 (12.7.1871)
Date
1871-07-12
Page
Seite 222 (sequence 6)
Language
German
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— 222 — £*ty)igv 1. Juli. Der Vorstand der israelitischen RelipivnSgemrinde dahier veröffentlicht soeben sollenden Bericht an die Mitglieder der Israelitischen RrllgionSßrmeindr z» Leipzig für doS DerwaltungSjahr, welch« wir folgende interessante Thatsachen entnehmen: Die Israelitische ReligiovSgrmeinde zu Leipzig zählte Ende 1870 238 Mitglieder, unter welchen sich 17 Frauen, 13 auswärts wohnende und 2 Ehrenmitglieder befanden. Außer diesen wurden 160 zeitweilig sich bier Aufhaltende und 46 CommiS auf Grund von H 6 der Gemeinde-Ordnung mit Gemeindesteuern belegt. Geboren wurden 12 Mädchen und 13 Knaben. Gestorben und hier beerdigt sind: hiesige: 8 Männer, 8 Frauen, 10 Kinder, fremde: 2 „ 1 , 2 „ Getraut wurden 11 Paare und zwar 3 hiesige, 8 fremde. In der Gemeindesitzung vom 29. März wurde beschlossen, Herrn Prediger Dr. Adolph Jellinek in Wien bei Anlaß seines am Cchebuotfeste stattfindenden 25jäbrigen AmtSjubiläumS die Ehrenmitglied« schast zu ertbrilen. Auf besondere Einladung deS Vorstandes hielt HerrDr. Adolph Jellinek, Prediger der CultuSgem'inde in Wien, bei der Wiederk.hr deS Ta>,rS, da er vor 25 Jahren zum Erstenmole, und zwar in unserer Gemeinde, von heiliger Eiätte doS Wort Gottes verkündigt hatte, am 1. Tage deS Echebuet (5. Juni) die Festpredigt. Am 3. August, als aiü allgemeinen Bet- und Bußtage, wie am 28. August, dem Tage, für welchen von Seiten der Behörden kirchliche Feier zum Andenken angeordnet war, wurden auch in unserer Synagoge besondere feierliche Gottesdienste unter allgemeiner Bethellipung abgehalten. Die Schülerzahl der ReligionSschule ist in steter Zunahme begriffen, und nur noch ganz ausnahmsweise köumt eS vor, daß Kinder hiesiger Gemeindemitglieder am Unterricht in der Religionsschule nicht Theil nebmen. Ende Dezember belief sich die Zahl der Schüler I. Klaffe auf 27 und II. 23; der Schülerinnen I. Klaffe auf 33 und II. Klaff« auf 28. Di« am 29. Mai p. a. stattgefundene öffentliche Prüfung befriedigte allgemein. Sie leate in der erfreulichsten Weise Zeugniß ab von der Entwicklung d«S religiöien CinneS der Schüler und Schülerinnen, wie von deren Fortschritten in Bibelkunde, jüdischer Geschichte und bebräischer Sprache. Um die Ueberjüllung der einzelnen Klaffen zu vermeiden, wird schon in nächster Zeit die Errichtung von zwei weiteren Klaffen sich nolhwrndig machen. Zur Aufrechthaltung der unvrrläßlichen Ordnung haben wir Formulare für Entschuldigung wegen Ausbleiben» drucken laste«. Jedem Schüler wird sein Bogen derselben eingehindigt «erde«. Di« lleberficht der Einnabme und Ausgabe ergibt al« Einnahme 9935 Thlr. 9 Ngr.; und al» wirkliche Ausgabe 9418 Thr. 12 Ngr. 9 Pf. E» bestehen dahier folgende wohlthätige Vereine und Stiftungen: 1) Dir Beerdigungsgesellschaft (chebrah kedoschah) zählt 27 Mitglieder, batte im verflcffenen Jahre eine Einnahme von 94 Tblr. 27 Ngr. und hat einen VerMögeoSbestood von 1299 Thlr. 19 Ngr. 2) Die WohlthätigkeiiSkaffe der Gesrllichaft der Freunde. Diese Kaffe zählt gegenwärtig 69 Beitragende, hatte 246£ Thlr. Einnahme, und die Gesellschaft selbst hat einen VermögenSbeftand von 2560 Thaler. 3) Ter Frauenverein zählt 113 Mitglieder, hat eine JahreSeinnahme von 751 Thlr. 1(ft/r!Ngr. und besitzt 4865 Thlr. Vermögen. 4) Die Mendelsobn-Stiftung gewährt in Sektion I Stipendien an Ctudirende, in Sektion II einmalige Unterstützungen an Hilfsbedürftige ohne Unterschied der Confession. Dieselbe zählt 139 Mitglieder, batte 706 Thlr. 20 Ngr. JahreSeinnahme, verausgabte dagegen in Sektion I 73272 Thlr., in Sektion II 486*/2 Tblr. und bcsitzt an Vermögen 3021 Tblr. A2 Ngr 2 Pf. 5) Der BeamtenpensionSfonds. Demselben sind an Geschenken bis jetzt zvgefloffen 76 Thlr. 2i/2 Ngr. So manches Talent fördernd, so manche Noch lindernd, wirken diese Vereine und Stiftungen äußerst segensreich. Mit Dank haben wir rS anzuerkennen, daß denselben auch im abgewichenen Jahre manche rrichv Gabe zugrkommen ist, und nicht unbedeutende Jahresbeiträge gezeichnet werden sind. Aber gegenüber den gesteigerten Ansprüchen ist auck fernerer Zuwachs an edlen Schenkgebern, an neuen Mitgliedern so erwünscht wie nothwenvig. Literarisches. Borträge zur Förderung der Humanität von Dr. L. Adler. Zweiter Band. Berlin, Louis Gerschel 1870. Ein treffliches Buck seiner Anlage wie Ausführung nach, ei» treffliches. Zeugniß der bewährten Gesinnung uud Bestrebung feines Verfassers. Es stellt sich zur Aufgabe, Humanität als das Wesen der Religion überhaupt und ganz besonders auch deS Judenthums nachzuweiscn und in richtiger Folge nun auch zu befördern. Confesfionalismus wird mit Entschiedenheit von Religion unterschieden. Obwohl auch

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