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Der israelitische Lehrer · 1871-07-12 · 28 (12.7.1871) · p. Seite 223

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
28 (12.7.1871)
Date
1871-07-12
Page
Seite 223 (sequence 7)
Language
German
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223 dieser nicht als überflüssig erklärt wird, erhalten wir doch den Beweis, dag selbst der einseitig confessionellen Ausbildung deS Judenthums. seinen halachischen Bestrebungen, die Förderung der Humanität Zu Grunde lag. Eine entschiedene Hinneigung zur Reform wird sogar durch den Ausspruch v.rrathen, daß in unserer Zeit die humanitäre Ausbildung des Judenthums in den Vordergrund treten müsse, nachdem in der vorhergegangenen die confesfionelle ihre Berechtigung gehabt habe. In-- deß ist diese reformatorische Gesinnung keine einseitig tendenziöse; sie paart sich vielmehr mit der warmen Anhänglichkeit an dem historischen und traditionellen Iudenlhunl. Die Vorträge sind zumeist in dem Casselcr Humanitätsverein gehalten worden. Dadurch, daß dieser die Förderung des leiblichen Wohls unter den Juden im Auge hat, humanitäre Zwecke im engern Sinne, scheint cs gekommen zu sein, daß auch der Begriff Humanität etwas eng und zumeist in dem angegebenen Sinne gefaßt worden ist. Der Begriff von Religion, auch abgeschen von der confessionellen Seite, ist "aber ein weiterer: er uinfaßt auch die geistige Seite des Menschen, und zwar sowohl für das irdische, wie jenseitige Leben. Die Begriffe Religion und Humanität decken sich beinahe beim Verfasser; sie hätten deutlicher geschieden und ihr gegenseitiges Verhällniß genauer auseiuander gesetzt werden müsten. Auch die contessionelle Seite der Religion, ihre Entstehung, Entwickelung und Bestrebung, entbehrt einer genaueren Auseinandersetzung. Daraus würde sich ihr Verhältniß zu der intendirlen Reforni - Bestrebung und Förderung der Humanitären Seite der Religio» besser entwickelt haben. Wenn der Verfasser aber Humanität in dem weitern Sinne gefaßt und darunter den geistigen. den Lehr - Inhalt des Judenthums versteht, so bezweifeln wir, ob es richtig ist, diesen einseitig getrennt und im Gegensatz zur Halachah, dem gesetzlichen Inhalte zu behandeln. Es wäre dies in gleicher Weise verkehrt, wie cs ehedem irrig war, die Halachah getrennt und im Gegensätze zum Lehrinhalte zu pflegen. Solche einseitige Bestrebungen rangen immer um die Herrschaft uud drängten die Bewegung von einem Ertreme in das andere; sie würden dies auch in Zukunft thun. Der Halachah liegt ebenfalls ein geistiger Lehrinhalt zu Grunde. Dieser muß hervorgekedrt werden mit Rücksicht auf die Halachah. In dieser Weise werden beide contorm gehalten und reformatorische Bestrebungen in die richtige Bahn gelenkt. Wir machen diese Bemerkung nicht, uin einen Tadel, sondern um die Hoffilung auszusprechen, welche wir für die Kortsetzung des Werkes hegen, zumal dre mitgetheilten Predigten, so schön ste an fich sind, und einige Abhandlungen in der gegebenen Form mit dem unternommenen Werke, den Humanitären Absichten und Bestrebungen, nur lose Zusammenhängen. Das Werk hat auch eine Reihe wissenschaftlicher Einstreuungen und Anmerkungen. Manche geben uns zu Bemerkungen Veranlaffung. Wir stehen aber davon ab, weil das Buch keine hervorragend oder gar ausschließlich wissenschaftliche Tendenz hat. erkennen aber mit Rühmuag die gute Absicht und das schöne Bestreben an, in dieser Weife auch unter dem Volke, bei Gelegenheit populärer Vorträge den Sinn für die Wissenschaft des Judenthums wieder anzuregen. Wir unterdrücken nur unsere Bemerkungen, um den wissenschaftlichen -Streit von solchen Vorträgen uitd Bestrebungen fern zu halten. Dr. R. Musikalisches aus dem Verlag von Rod. Forderg in Leipzig. I. Der Opern garten. Leichte Tonstücke ohne Octavenspannungen über die beliebtesten Opernmclodicn für das Pianoforte componirt von'Theodor Oesten. 8 Hefte k 7«/2 Rgr. II. Ermunter»ng zum Flciße. 30 leichte Uebunzsstücke für den Elavierunterricht mit Fingersatz in progressiver Folge, componirt von Louis Köhler, 3 Hefte k 15 Rgr. III. Diamanten und Perlen. Neuestes Melodienbuch. 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II und III sind kleinere Sachen, insbesondere sind III nur ganz kurze Tonstücke, bei deren Benützung man äußerst behutsam sein muß , um die Kraft nicht allzusehr zu verflüchtigen und das Ohr durch ..Raschwerk" zu verwöhnen. Zuweilen fteilich darf auch ein solches Stücklein kommen. l V ist mehr I gleich. V ist eine Sammlung vorzüglicher technischer Hebungen für die Violine, etwa den llebungen Czerny's für das Piano entsprechend. H.

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