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Der israelitische Lehrer · 1871-07-05 · 27 (5.7.1871) · p. Seite 213

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
27 (5.7.1871)
Date
1871-07-05
Page
Seite 213 (sequence 5)
Language
German
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213 lofophie zu jprecfcen tujflO Rückb'ick auf unfern aufpeftelTtfn L-Hrgang des Anschauungsunterrichtes. Zuerst hatten wir es mit ZckL'tung und llebuug der Sinnesorgane zu tbun. damit die Eindrücke der Außenwelt nicht durch philosophische Modificaliouen knt- ' stell« würden, ionkern der Seele ei» deutliches und richlij geS Bild zu überliefern im Stau-e seien: wir ebneten! de» Weg zum Reifte. Daranr übten am den kmdllcheu »-erst an Natur- > körpern »ud zwar zunächst a» U'bloicn. rohen Stoßen: > Mineralte» Dann gingen wir zu den Pflanzen über, bemerkte» darin Eigen'chaile» und fanden zm» Unterschiede von den Mineralien organisches Wachsthnm i Der rohe -Stoff war geistig belebt, was «ich als Wacks- Ihum auHortc Die ihieiv. welche wir hierauf als £bjecte des Änichaunngsuntenlchtes gebrauchten, liefzen den rohe» ungefügigen Zton nock weniger als die Pflanze» bemerken, indem sie ihn in zwei Arten der geistigen Vo bensäusternug Waichstlun» und willkürliche Bewegung enthielten. Der i'3eiit. loeUlier den Stoff durchdringt, war alleinigltch sichtbar geworden. Nach der Betrachtung der Lhiere verltesten lofr ganz das :Keid' des Stoßes und betraten das Reich des, reproductiv schaffenden «Geistes: die M ünfto. Der Stoff Hatte noch weniger Bedeutung und nur feine Zorui als Hülle des Geistes hatte »ow im Anfänge einiges Zu terest'e, i Schluß folgt. > W 0 cb e „ l> c » i cb t. Ingelheim, 27. Juni, Bis beute find »och folgende Mitglieder dem „allg. denstch-isr. Lehrerverein" beigetreten: Lichtenberg in Rubrort, Oppeiibeimer in Rotenburg, Ensch in Borgenreich, Liebmann in Frankfurt a. M., Friedberg in Coblenz, Spanier in Ottersberg, Dlümlein in Hammelbnrg. Ingelheim, 2'>. Juni. Wir haben das Bergnügen, unseren geschätzien feiern »nd insbesondere den freunden der „All. ISr. Uiiiv. mitzutheilen. dast das Eentraleomitö feine Thäliikcit wieder ausgenommen bat und bereite mehrere Sitzungen sialtgefunden haben. Uns ist nun auch wieder der Druck des Berichts übertragen, den wir bereits begonnen baden; der Bericht wirk demnächst versendet werden. — Die französischen jüdischen Blätter „Revue" und „Presse Israelitf" werden ferner als ein Blatt unter dem Titel „Revue ISraelite" erscheinen, dessen Direktor Herr Moses Schwab, früher Herausgeber der Presse und dessen Redakteur Herr Istdor Lob, (Sekretär der Alliance > ist. DaS erste resp. zweite Blatt nach dem Ikriege ist erschienen. Es enthält eine kräftige Abweisung der deutschjüdischen Journale, welche in dieser Z it stch anmaßten, den Pariser JSraeliten zu sagen , daß ihre Sünden an all den Unglücksfällen Schuld tragen. Mit Recht fragt die Revue, ob e« mit der Beobachtung des Sabbats, der Speisegesetze, dem Religionsunterrichte in den deutschen Gemeinden besser bestellt sei? Ob Misckna und Talmudstudien die wenigen Israeliten, welche sich an dem Treiben der Commune bekheiligt haben, hiervon abgehalten hätten? Sie constatirt sogar, daß gerade nur einige polnische Juden, die stärksten Talmudisten es waren, die mit der Commune fvmpathisirten. Wagte es doch j sogar einer von diesen Polen, der sich sonst durch seine wissenschaftliche Arbeiten auszeichnete, zum Consiftorial» Rabbinen von Paris — Herrn Zadok Cabn — zu gehen und ihm zu sageil, daß er auch susilirt zu werden verdiene, wie der l^rzbis/of. — Großrabbiner Isidor war nahe dann, ebenfalls als Geisel einzezogen und Herr Zadoe Kahn zur Ergreifung der ,v(inte als Rationalgardist genöibigt z» werken. Beide retteten sich nur durch die Flucht. Ingelheim. 28. Juni. Die „Isr. Wochenschrift" hat in ihrer jüngsten Rümmer unseren Aufruf zur Gründung eines „deutsch-israelitischen LehrervereinS" anerkennend erwähnt *) und wir sind erfreut, sie ob unseres Borwurfs in der vorigen Rnmmer um Entschuldigung bitten zu müssen. Wir wisien jedoch nicht, was wir zur Erklärung unseres Ausrufes hinzufügen könnten. Wir haben dort alle die Anforderungen hingestellt, welche der Lehrerstano an die Gesamintheit i der israelitischen Gemeinden und gleichsam auch an sich stellt; es find die höchsten Ziele, die wir anzustreben haben. Es ist selbstverständlich, daß die Erreichung dieser'Ziele nicht aus einmal, nicht daS Werk j eines Tages, oder eines IabreS fein kann. Wir ver-! langen aber und müssen verlange»: auskömmliche»^ Gehalt und würdige definitive Stellung. Um das verlangen zu können, müssen wir unwürdige Glieder fernehalten, oder, wennuns daS möglich ■ i ft, besser n, zur würdige» Erfassung deö Lehrberufes emporziehen. Das ist mit kurzen Worten die Aufgabe des von uns angestrebten L-chrerbundes, ganz analog den verschiedenen christlichen Lehrervereil,en. * Wir hatten denselben Zweck schon hei Gründnng der „ Achawa" im Auge. Aber das nackte Miföre der.hilfsbedürftigen Lehrer, der. Lehrer Wittwen und -Waisen »ötbigte uns, unser Augenmerk ausschließlich * der Geldgewinnung zuzuwenden, alles Andere auf spätere, bessere Zeiten zu verschieben. Oie „Achawa" > hat ihren Zweck erreicht. Sie bietet das, was wir j materiell im Auge hatten für die, die si b betbeiligeti *) Die , allgem. deutsche vehrerzeiinng" hat ihn ganz >vie im „ISr. Wirer" abqednickt.

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