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Der israelitische Lehrer · 1871-06-21 · 25 (21.6.1871) · p. Seite 198

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
25 (21.6.1871)
Date
1871-06-21
Page
Seite 198 (sequence 6)
Language
German
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— 188 — Nachdem Herr Aren (Stettin) erklärt hatte, wie er anerkenne, daß gegenwärtig nicht der Zeitpunkt sei zu Vorschlägen in Bezug ans Armenwesen und ander« oraunisstorische Maßnahme«, daß vielmehr dieses der Constituante zu überlassen und nur durch Beförderung oder Beitritt vieler Gemeinden zu nützen sei, er aber in Pommern seinen ganzen Einfluß eintteten lasse« »erde, schließt der Vorsitzende, in dem er die Ansendung der Berichte über die heutige Versammlung verspricht und den Anwesenden für ihre Theilnahme und Ausdauer bis in später Nachtstunde (gegen 11 Uhr) dankt, die Versaxnulung mit der Hofftmng, daß bis z>r Michaelis- Messe die Constituirung des deutsch-israelitischen Gemeindebundes bereits erfolgt sein werde. Nach Schluß der Versammlung liefen noch Anmeldungen der Gemeinde« Neuftadt-Eberswalde und Crosseu ein. Der Bericht schließt mit den Worten: Der. erste deutsch - israelitische Gemeindetag, zu Leipzig vom 29. Juni bi« 2. Juli 1869 abgehalten, begann mit dankbarer Anerkennung de« von der „Alliance JSrarlite Universelle" Geleisteten und beschloß die Errichtung eimS von der Synode unabhängigen deutsch-israelitischen Gemeindebundes, sobald 100 Gemeinden ihren Zutritt erklärt haben würden. Der hierbei gewählte geschästsführende Ausschuß erließ im August J869 einen Aufruf an alle deutsch-israelitischen Religionsgemeinden, trat zu Neujahr und Ostern 1870 in Leipzig zu weiteren Brrathungen zusammen und hielt, während der Ostermesie 1870, sowie nach Wiedereintritt de« Friedenin der Ostermesie 1871 zahlreich besuchte Versammlungen in der Synagoge zu Leipzig ab, deren Ergebaiß ist, daß bis jetzt 60 Gemeinden den Anschütß erklärt haben. Zweck und Ziel des Gemeindebundes .ergibt sich aus vorstehendem Bericht über die letzte dieser Versammlungen, der auf mehrseitigen Wunsch hiermit veröffentlicht wird. Und nun richten wir an alle Deutsch-Israeliten, Vorsteher, Grmeindea - und Einzelne, die dringende Bitte: Helfen Sie uns den schönen, so vielseitig anerkannten Zweck auch glücklich ausführru, bringen Sie durch Ihren Anschluß jetzt zu Stande, was dm deutschen Juden Das geben soll, wa« die ansländischen bmSgenosien längst haben: "Einheit, Einfluß 'and Gemeingefühl! Gleichzeitig sei bewerft, daß vielfach von Gemeinden Fragen über Detail« ieinltufen. I« Obigem finden Sie da« Röthige, und wird wiederholt darauf hmgennesen, daß definitiv nichts frstgestellt sei, und beitretende Gemeinde Einfluß auf gewünschte Abänderungen durch ihre baldig« Beitritts-Erklärung erlangen kann, welche an den Unterzeichneten Vorsitzenden « hefte,« zu richte», erdeten wird. Leipzig, Mai 1871. Der geschästsführende Ausschuß des Gemeindetages. Moriz Kohner. Wochenbericht. Angelhet«. 15. Juni. Di« Zahl der bis heute zu« allgemeine» deutsch-israelltischen Lehrrrvereio Anarmeldeten beträgt 30. ES fehlen unS asio noch 20, bevor wir an die provisorische Constituirung gehen kSunen. Wir hoffen, daß die Selbstachtung der Lehrer diese veranlasien möge, schleunigst in größerer Zahl beizutreten, und müsieu noch einige Bemerkungen vorausschicken, die wir leider für nöthig erachten. Der deutsch-iSrael. Lehrerbund wird weder bestehende Verbindungen in ihrer Entwicklung stören, noch auch irgend welche religiöse Richtung haben. Sobald die provisorische Constituirung geschehen sein wird, wird der Redakteur dieser Zeitschrift die Leitung den Händra eines freigewählten Vorstandes übergeben, von welchem er sich von vornherein definitiv ausschließt, um allen und jeden Verdacht, als leiteten ihn selbstsüchtige Tendenzen, von vornherein unmöglich zu wachen. ES ist übrigens selbstverständlich, daß der derrinstige Verein sich nur mit den äußeren Angelegenheiten des Schulwesens beschästgen und von einem Einfluß auf die religiöse Richtung durchaus keine Rede sein kann/ Wir werden nur dm Feinden des Lehrerstandes und der Schule enigegenttrtm, wo wir sie finden. Wir werden nnr eine« verlangen für den Lehrerstaud, was allerdings ein Gesetz der jüdischen Religion genannt werden kannGerechtigkeit! ES sit fernerhin selbstverständlich, daß die jetzt Eintretevden zurücklreten könnm, wenn ihnen bei der definitiven Constituirung die Statuten nicht Zusagen. Die hebr. Zeitschrift Hammagid hat unseren Aufruf abgedruckt und mit einigen empfehlenden Worten begleitet. Leider lönnm wir von den übrigen jüdischdeutschen Zeitschriften aller Richtungen «ine gleiche Unparteilichkeit nicht erwartm. Wir hoffen jedoch, daß sich der Lehrerstand dadurch nicht abhalten lassen wird, zu thun, was Recht und Pflicht und Ehre gebieten. Wir verweisen wiederholt nur noch auf den Vorfall in Lippstadt, *) wo ein israel. Vorstand vor 7 Mo- *) Dem übrigens, wie uns neuere Mittheilungen beweisen, auch in anderen Gegenden, gleiche Borfälle gegenübergestellt werden können-selbst in Baden und Bayern, wo bis vor einigen Jahren noch derartige Fälle unmöglich warm. Wir wcrdm fie alle veröffentlichen. ES muß klar werdm.

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