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Der israelitische Lehrer · 1871-06-21 · 25 (21.6.1871) · p. Seite 199

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
25 (21.6.1871)
Date
1871-06-21
Page
Seite 199 (sequence 7)
Language
German
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ISA — vale» »nt de« Lehrer, der bereit« $ Jahre dort «eilte, de» om» also nach Charakter und Leistung kannte, den Vertrag erneuert, und in diese Erneuerung eine Bedingung anbri»gt, die der Lehrer nicht merkt, um ihn jederzeit nach Belieben beseitigen zu könne». Und dieser Lehrer hat nicht allein «ine Frau und 4 Kinder sondern auch einen altm, kränklichen Vater und eine nicht erwerbsfähige Schwester zu ernähren und Umstände, die seinen Wegzug säst unmöglich machen. — Sollen solche Verhältnisse ewig sortbesteheu? — Entweder eine Bereinigung de« Lehrerstande», die andere Zustände herbeifährt — oder man wird nach einigen Jahre» nicht «ehr von einem jüdischen Lehrerstande reden können, sondern höchsten« noch von einigen zerstreuten, dem Zufall anheimgegebenen, verachteten, armseligen jüdischen Lehrern. Luch Seiten« der hiesigen jüdischen Lehrer geschieht da«, wa« man leider bi« nun vermißte. So hielten sie eine Sitzung ab, die vorzüglich ihren materiellen Interest« gewidmet war, beschloste» an die Schulcommissiou rin Memorandum in diese« Sinne einzureichen und haben auch sehr zu beherzigende Fakta angeführt. Ferner weisen sie nach, wie leicht die Creirung einer 8 oder Massigen Normalschule wäre, wenn nur Seiten« der Vorstände der nöthigen Wille vorhanden wäre. Man kann nur mit Freude» diese Rathschläge, ak« von der kompetentest« Körperschaft ausgehend, begrüßen; umso mehr, da der sogenannte prov. Schulrath au« lauter Laim besteht, denen zur eingehenden Wirksamkeit in der Schule die nöthigen Fachkemrtnisfe abgehm, wmn zwar auch die Namm der, ehrmiverthesten unserer Gemeiudeglieder darin zu verzeichnen find. Meine« Erachten« wäre zuerst nöthig, die-Direction von der Administration zu trennen; dieRechnungskontrolle ist ganz überflüssig, addiren und subtrahiren, multiplkzirm und dann dividiren gehören doch zu dm ' gewöhnlichen Spezies im menschlichen Leben und müssen diese« ja Schulkinder wie vielmehr Schulmänner verstehen. Man möge somit gleich in di« Brrathung der in der Schule vorzunrhmkndm, dringenden Verbesterungm eintreten; damit dieselbe (die Schule) den Charakter einer öffmtlichm konfessionellen Gemeindeschule bekömmt und die Eltern mit Vertrauen in dieselbe ihr« Kinder schicken köuum. Möge da« jüdische Misten und da« jüdische Elemmt für das theure jüdische Geld der Gemeinde gepflegt und grvßgezogen werden. Karlsruhe, 8. Juni. In der Nacht vom 29. bi« 30. Mai gegm 1 Uhr brach, wie in diesm Blättern schon berichtet, in nächster Nähender hiesigen Synagoge Feuer au«; daffelbe verbreitete sich so schnell, daß innerhalb 20—30 Minuten 5 Gebäude in Brand staub«. Die Synagoge, welche nach der Schrift über dem Portal: pvh « n'3 rnft/ rre-to i« io» (JecheSkel 8. 14) in Jahr 5570 von dem Oberbaudirektor Weinbrmner erbaut, war in ihr« R«»nverhältnistea und innem Eiurichtungm dm derzeitig« Anforderungen nicht mehr entsprechend, und lag e« schon seit Jahre» im Plane der hwsigen iSrael. Gemeinde, an deren Stelle ein« Neubau, oder doch einen bedeutenden Umban vorzunehmen; di« AaSführung diese« Borhabm« scheiterte bisher an der Rit»«- srage. Trotzdem da» Feuer so ungewöhnlich schnell um sich griff, wurden doch alle Thorarolleu, enp und ro-to, sowie der große stlbeme Leuchter, da« filberne tdo *u au« der Synagoge gerettet; ebmso wurden, durch den anerkeunenswerthen Eifer de» Vorstand«, de« Herm Adolph Bielefeld, sämmtlich« Ge» meindeaetm und Werthpapiere re. dem Feuer mtzogm. Da« Schulgebäude ist mit seiner Einrichtung total ausgebrannt; von der Schulbibliothek, die erst nute: dem jetzigen Lehrer errichtet, und schon 200 Bände zählt«, konnte bi« heute kau« die Hälfte ausgesund« werden. S. K. H. der Großherzog eilte sofort nach Ausbruch de« Brande« zur Brandstätre und traf Anordnungen; ebmfo waren zu gleichem Zwecke die HH. Stadtdirektor, Oberbürgemeister rc. rc. zur Stelle. Die gute und zahlreiche Feuerwehr hatte vollauf zu thun, um das Feuer einzugrenzen und zu löschen. Betrübend und schmerzerregend ist der Anblick de« zerstörten Gotteshauses und nur der Gedanke, daß jetzt und zwar hoffentlich recht bald, ein« neue Synagoge rc. rc, welche den gegenwärtigen Anforderungen an Raum und Einrichtung entspricht, zum Heil der Gemeinde, al« Stätte de« Frieden«, erstehen wird, lindert die We» muth. I. K. H. der Großherzog und die Großherzogin ließen dem Herrn Rabbiner Millstätter Ihre Theilnahme an dem durch Brandunglück erfolgten Verlust der Synagoge aussprechen. Der Synagogenrath hat der Unterstützungskasse der hiesigen freiwilligen Feuerwehr al« Anerkennung für ihre beim Synagogen» brande geleistete Hilfe ein Geschenk von 100 fl. zufließen lasten. Lemberg, 6. Juni. Der in Ihrer geschätzten Zeitschrift erschienen« Bericht über di« hiesige deutsch i«r. Hauptschule, hat seine heilsame Wirkung nicht verfehlt. Nach den konvulsivischen Zuckungen, die hierdurch in den interessirten Kreis« entstand«, trat da« Stadium der ruhigen und kühl« Erwägung ein, und werdm von eben d« Kreisen Anstalten getroffen, um di« Schule und ihre Angelegenheiten zu» Gegenstand« der Beachtung zu machen. Der hiesig« Culturvor» stand beruft die von ihm ernannte SchnlkovtrollS-Commifsion zu ihrer diesbezüglich« Thätigkeit ein; diese soll den Zweck Hab«, die Bedürfnisse der Schule zu

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