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Der israelitische Lehrer · 1871-06-21 · 25 (21.6.1871) · p. Seite 197

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
25 (21.6.1871)
Date
1871-06-21
Page
Seite 197 (sequence 5)
Language
German
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197 — Der deutsch-israelitische Kemeiudevuud. (Schluß.) Herr Wolf.aus Wiesbaden schlägt, wenn 100 Gemeinden nicht Zusammenkommen sollten, eine Vereinigung emzelner Personen, nicht der Gemeinden, nach dem Muster der „Alliance Isr. Univ.", vor? Herr vr. Calm kommt in Folge der Erklärungen des Herrn Profeffor vr. Lazarus von seinem Vorschläge, daß von Berlin aus die Bewegung für den Bund ausgche, zurück und gibt den Rach, Wanderboten von Gemeinde zu Gemeinde als Agitatoren zu senden, jedenfalls aber an dem Gelingen des Bundes noch nicht zu verzweifeln. Nach einer persönlichen Bemerkung des Herrn Prof, vr. Lazarus, weist Herr Wolf aus Wiesbaden den Vorschlag. Wanderboten auszusendcn, zurück, da dieselben viel kosten und wenig nützen würden. Herr Kohner bemerkt hierauf: „Die Discussion bestätigt, welch' ein Glück es für den Menschen ist, daß er nicht in die Zukunst seyen kann und nicht Alles weist. Hätte ich die deutschen Gemeinden so gekannt, wie ich sic bis jetzt kennen gelernt habe, so hätte ich vor zwei Zähren gewiß nicht den Muth gehabt, an die Gründung eines Gemeindebundcs zu denken: nun aber kommt es doch zu einem Resultate. Herr vr. Calm wiederum kannte die Epahningen des Berliner Vorstandes nicht und wollte ihm mit dem Gemeindetage ein Geschenk machen, und Herr Wolf kennt unsere ThÄigkeit nicht', er weiß nicht, dast wir uns seit zwei Jahren fortwährend an Privatpersonen auch gewendet haben, wie die Statuten dies ja ausdrücklich gestatten. Wären die Privatpersonen lebhast, so wären auch die Gemeinden lebhafter. — •' ,.Was die Orthodoxen betrifft, so ist es gewiß nunmehr vollständig klar geworden, daß der Gemeindetag nicht treeie und daß er nicht mit der Syiwde ideittlsch ist. Sic werden daher auch zugänglicher und beginnen, uns zu unterstützen. Wenn man von gewissen Seiten behauptet hat, der Gemeindetag wolle die Erbschaft der „Alliance Univ." an sich reihen, so kann das sicher Niemand glauben, der mit unseren Arbeiten vertraut ist. Zeigt doch selbst die heutige Tagesordnung, daß wir mit der „Alliance Univ." in Verbindung treten wollen. Ich habe Herrn Cremieux im November 1869 in Berlin persörllrch die Allianz mit unserni Gcmeindebunde angeboten, sobald dieser erst gebildet sein wird, denn nach meiner Auffassung soll die „Alliance Univ." eine Stütze für uns sein, sie möge die externen Angelegenheiten besorgen,, da wir mit dem Auslande sehr viele Beziehungen haben; daher ist das Bestehen der „Alliance Univ." in vieler Beziehung eine Ledensftage für den Gemeindebund. Herr Hagelberg aus Deffau äußert Bedenke» gegen momentane Anknüpfung von Beziehungen mit der „Miance Jsraelite Universelle," ebenso Herr vr. Ealm. Herr Profeffor vr. Lazarus meint, daß es den Zuden und dem Gemeindebunde nichts schaden könne, vorerst von der „Alliance Jsraelite Universale" ganz zu schweigen. Herr Kohner bemerkt, daß der die „Miance Jsraelite Universelle" betreffende Puntt 5 des Programmes bereits im Jahres 1869, also vor dem Kriege, in dasselbe ausgenommen worden sei, daß übrigens auch «ährend des Krieges die Miance chre Thättgkeit nicht eingestellt habe, und daß sie zur Zeit das einzige Band der gesummten Judenheit auf dem Erdenrunde h'i. welches zu lockern uns nicht zieme. Herr Katz aus Marienburg beginnt über die Synode zu sprechen, wird aber vom Vorsitzenden mit der Bemerkung unterbrochen, daß die Verhandlungen nicht die Synode, sondern den Gemeindebund beträfen, worauf Redner die Unterstützung des Gemeindebundes in seiner Gemeinde und deren Umgegend zusazt und den Wunsch ausspricht, daß die seitherige Ausschußmitglieder ihre Thätigkeit fortsetzen mögen. Herr Kohner verspricht, diesen Wunsch zur Kenntniß der übrigen Ausschußmitglieder zu bringen und sagt Fortsetzung der Vorarbeiten zu. Auch Herr Aren aus Stettin erklärt sich für-Leipzig als Vorort. , Herr Kohner betont, daß namentlich in der Provinz noch sehr viel zu thun sei, und ermahnt die Anwesenden, daß ein Jeder in seiner Gemeind»? für die Constituirung des Bundes wirke. Herr Mohr aus Breslau erklärt sich ebenfalls für Leipzig als Vorort, schon als Meßhandclshlatz, ,und wünscht eine größere Verbreitung der Bekanntmachungen über die abzuhaltenden Versackinlungen. Nach einigen kurzen Bemerkungen der Herren Kulp (Insterburg), Ären (Stettin) und vr. Calin brachte Herr Kohner zur Kenntniß der Versammlung, daß die Gemeinde von Worms soeben durch ihren Vertreter ihren Beitritt erklärt habe. Herr Ollcshcimer aus Fürth meint, daß die süddeutschen Gemeinden aus chre Selbstständigkeit eifersüchtig seien und für dieselbe bei ihrem Eintritt in den Gemeindebund fürchteten. Der Ausschuß möge daher durch Wort und Schrift, insbesondere aber durch Geistliche und Vorsteher der Gemeinden für die richtige Crkenntniß der Zwecke des Bundes wirken. Herr Kohner spricht sich anerkennend über dje Thättgkeit des Herrn Rechtsanwalt Josephthal in Nürnberg in Bezug auf Süddeuttchland aus.

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