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Der israelitische Lehrer · 1871-06-07 · 23 (7.6.1871) · p. Seite 183

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
23 (7.6.1871)
Date
1871-06-07
Page
Seite 183 (sequence 7)
Language
German
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183 gebe von Elementarschülern 2) an Zuschüssen von Seminaristen 3) aus der Judenschaftscasse des ehemaligen Herzogchums Westphalen von der Königl. Regierung zu Arnsberg 4) an Capitalzinsen . . 5) an abgelegten Capitalien 6) nachkägliche Einzahlung aus dem Nachlasse eines verstorbenen jüb. Lehrers 7) an erstatteten Ausbildungskoften s. g. Pflichtbeiträgen vonLehrern (sie!) 116 Thlr. 10 Sgr. — Pf. 8) ad Extraordinaria 408 Thlr. 6 Sgr. 6 Pf. 2382 Thlr. 10 Sgr. 6 Pf. Ganze Einnahme . 10,819 Thlr. 28 Sgr. 11 Pf. Dagegen beträgt die Ausgabe, einschließlich des aus der letzten Rechnung übernommenen Vorschüsse überhaupt . . 11.737 Thlr. 17 Sgr. 9 Pst so daß sich ein Vorschuß gibt von . . . 917 Thlr. 18 Sgr. 10 Pf. Ich nehme aus diesen Ergebnissen wiederholt Veranlagung , die anerkennenswerthen Bestrebungen der Stiftung zur Unterstützung zu empfehlen; insbesondere fordere ich die Synagoaengemeindcn resp. die jüdischen Glaubensgenossen der Provinz zur atlseitizen Betheiligung und Spendung von Beitragen auf. Münster, den 30. März 1871. Der Oberpräfident von Westphalen. Aus Uuterfranken, 22. Mai. „Solange Frankfurt ans zur Seite stehet, find wir geborgen." Für diese in meinem vorletzten Berichte ausgesprochene Ueberzeugung haben wir neuerdings einen Beweis erhalten durch die in Nr. 19 dieser Zeitung verzeichnete. von Herrn B. H. Goldschmidt dorten übergebene Spende von 1000 fl. in österr. Loosen. DaS ist in der That mehr als ein königliches Geschenk, und werden solche Wohlihäter in den Annalen deS UnterstützungS- DereinS der iSr. Lehrer Deutschlands glänzen, und mit aller Verehrung in allen -reisen, wohiü diese Blätter reichen, genannt werden. Wer einmal Gelegenheit gehabt, die tiefe materielle Noth der allermeisten Glieder deS Lehrerstandes zu beobachten, die den fortwährenden Kampf um das Dasein kämpfen, der wird einem solchen Vereine die Theilnahmr nicht entziehen können, welcher dieser so sehr gedrückten Klasse von Lehr rn in der Nacht de« Lebens einiges' Licht grwähren sich als Ziel fetzt, und welcher im Laufe der Zeit Math und Kraft gegen de» Druck der traurigsten Verhältnisse gewähren wird. Mag jede. ander« Be» rufSklasie der Stütze Anderer entbehren, mögen auch Einzelne au» dem Lehrerstande Anderer nicht bedürfen; i di« jüdischen Lehrer im Allgemeine« bedürfe« ihrer. Dieses Geständniß kann dem Lehrer ^unmöglich zur Schande gereichen. *) Mögen nur die Lehrer in allen Gauen Deutschlands dem Vereine beitretm l Möge sich die Ueberzeugung bei ihnen rinßelleN, daß nur auf diesem Wege die Mittel gewonnen werden, welche mit ihnen in der Lösung ihrer Culturaufgaben zusammenwirke«. Nur sich selbst iricht aufgrben, denn «nur da« ist verloren, woran man verzweifelt; da man *) Wir möchten jedoch an dies leider allzubegründete Zuaeständniß die Verwahrung anknüpfen, daß wir dieser Hülfe Anderer nicht allein bedürfen, sondern daß wir sie auch zufordern berechtigt sind:freilichnichtvon dem Einzelnen, aber doch von der Gesammtheit. Wahr ists: Es ist für uns keint Schande, dies Zugeständniß machen zu muffen. Aber für die Gesammtheit ist es allerdings eine Schande, daß einsolchesZugeständnißjbegründet ist, und daß es Biele, ja fast Alle wissen, daß der größte Theil der Lehrer, der Mehrer des Lichts, diejenigen Männer, die den für das niaterielle und geistige Wohl wichtigsten Berussk eis haben, darben müssen; daß sie Unterstuhungskaflen errichten und dabei die allgemeine Mildthätigkeit in Anspruch nehmen müssen. ES ist eine Schmach unserer Zeit, daß, trotzdem «4 alle Gebildeten anerkennen, daß es so ist. doch so äußerst wenig zur Abhülfe geschieht. Materielle Noth zur geistigen; geistige Noth zur materiellen: wo soll das hinaus? — Es ist vor Allem eine Schmach der sonst überall hilfsbereiten und wohlthätigen Israeliten, daß sie die Ersten, die ein Anrecht auf ihre Kasse haben, mangeln und darben lassen, trotzdem die Majorität der Gemeinden diesen Mangel kennt und kaum die Aermsten bereit wären, mit dem Lehrer zu tauschen, der doch reich sein soll im Gemüthe, zufrieden mit seinem Geschicke. Es" ist ein himmelschreiendes Unrecht, daß man es dazu komincn läßt, daß der Lehrer im höheren Lebensalter die Wahl seines Berufes bedauern muß, und daß man nicht den ersten Grundsatz des Rechts und der Gerechtigkeit auch aus den Lehrer anwendet: Der Arbeiter ist fernes Lohnes werth; und eines ganzen Mannes Arbeit muß so belohnt werden, daß sie den ganzen Mann — mit Familie! — ernährt. Nichts empört uns mehr und tiefer, als wenn wir zuwetlen^roch das miserable Wort hören müssen: „wir unterstützen" unseren Lehrer. Wir wollen nicht Eure Unterstützungen, Eure Spenden und Geschenke, wir wollen unseren wohlverdienten Lohn. Wir wissen keinen Ausdruck für das Gefühl des Zornes, das uns da immer ergreift. Zahlt den Lehrer, wie es Recht ist, und wie er es verdient, damit er keine Unterstützung von Euch braucht. Der Lehrer ist kein Bettler, der unterstützt sein soll. Schmach dem Lehrer, dem ein wohlverdienter Groschen nicht lieber ist, als ein geschenkter Gulden. Und schließlich das Maß aller Ungerechtigkeiten — auf den beregten Fall zutücklrnkend — voll zu machen: was haben eine große Zahl jüdischer Gemeinden noch für die Achawa gethan, trotz der Anerkennung, die ihre Wirksamkeit verdient und trotz des anerkannten Bedürfnisses? Redaction. 551 Thlr. — Sgr. — Pf. 312 Thlr. 15 Sgr. — Pf. 144 Thlr. — Sgr. — Pf. 333 Thlr. 4 Sgr. —Pf. 490 Thlr. — Sgr. — Pf. 28 Thlr. 5 Sgr. —Pf.

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