Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 23 (7.6.1871)
- Date
- 1871-06-07
- Page
- Seite 182 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ste Aegypten (Exod. 12, 3b «. 36). Aber auch die geschichtliche Sitnatiorr lehrt di« wahre Sachlage erkennen. Denn die Aegypter, in Angst »m ihr Leben, drSngten die Israeliten zum AuSzuge, ließen ihnen nicht Zeit, ihre eigenen Sachen zusammen Ansuchen, sondern drängten ihnen die chrigen, selbst silberne und goldene Gegenstände, aus, um sie nur, selbst mit diesen Sachen, außerhalb de- Lande« zu haben. Dem Ehrtstenthnm wird auch der Gegen der Monogamie zugeschrieben. Es geh-rt absichtlich« Verkennung der geschichtlichen Thatsachrn dazu, um nicht zu wisie«, daß dieser Vorzug demJudenthmn gebührt. Theoretisch lehrte, und thatsSchlich lebt« Israel in Monogamie. Die Bibel empfiehlt sie schon aus ihrem ersten Blatte in der Geschichte Adam'« und Eva'S. Wenn Paulus di« Monogamie empfiehlt, so ist die« nicht neue, sondern alte Lehre, der heidnische« Vielweiberei gegenüber. Der Rechtsstaat ist keine Erfindung de« Römer-, noch weniger de« Christenthum«; aber wohl finden wir ihn bei Mose« und im Talmud aufaebaut. ES ist nicht ganz ohne Wahrheit, daß, wie überhaupt äußere Zustände, auch die klimatischen Verhältnisse, die geistige Befähigung und Entwickelung des Menschen beeinflussen; e« ist wahr, daß deßhalb die gemäßigt« Zone dm Vorzug verdient vor der heißm, wie der kalten. Aber daraus läßt sich nicht auf da« unbedingte geistige vebrrgewicht Deutschland« schließen. Palästina, Griechenland, Jtalim, Spanim im Süden, wie England und Scandinavim im Norden haben ebmfall« Lorbeeren auf dem Felde de« Geiste« gepflückt. Deutschland ist zudem in religiöser, wissenschaftlicher und künstlerischer Beziehung nicht einmal selbstständig, sonder« von anderen Ländern abhängig. Sewfi in nationaler Beziehung ist e« nicht ursprüngli<b, sondern ein Gemisch eingewanderter Dölkerstämme welche, wie die Bandalm und andere arische Völkerstämme, durchaus nicht die Reime origineller BildungSfähigkeit in sich trugen. Wer will in Dmtschland jetzt von dm prototypm Germanen sprechm? Ueberhaupt ist da» Blut der Völker überall wohl ein gemischtes, «nd birgt vielleicht in Dmtschland von dm römischen Eoloniem her. ebenso gut jüdische Elemente in sich, wie in Spanim, Jtalim und bei den Provmzalm von dm durch die Jnquistiion veranlaßtm jüdischen ZwangStaufen her. Alzey. vr. R. Wochenbericht. Auch MFestpbale», im Mai. Sie erhaltm beifolgend das AmVblatt der Kgl. Regierung zu Münster vom 18. c, worin eine Bekanntmachung des Oberpräfidenten zur Aufnahme in Ihrer gesch. Zeitschrift sfich eignet, welche also lautet: In Verfolg der Bekanntmachung vom 3. Oktober 1868 wird über die Wirksamkeft der Marks-Haindorfschen - Stiftung zur Bildung von Elementarlchrern Und Beförderung von Handwerkm und Künsten unter dm Juden Nachstehendes zur öffentlichm Kenntniß gebracht. Seit Oktober 1868 sind 1) in die Lehrerbildungsanstalt neu ausgenommen a. aus Westphalen . .7 Zöglinge, b. aus der Rheinprovinz . , 1 „ Summa 8 Zöglinge. 2) geprüft und haben das Fähigkeitszeugniß als Elementarlehrer erhaltm: a. aus Westphalen . . .14 Zöglinge, b. aus der Rheinprovinz . 5 o. aus dem Fürstenthum Birkmfeld 1 ä. aus der Provinz Posm . 1 Summa 21 Zöglinge. Im -Ganzen sind bis jetzt 244 Schulamtscandidaten ausgebildet. Die Elemcntarschulclaffe zählte im abgelaufenen Wintersemester 39 Schüler und Schülerinnen, von welchen mehrere unentgeltlich unterrichtet wurden. Zur Ausbildung als Handwerker pp. find 6 Knaben — 2 aus Westphalen, 4 aus der Rheinproviuz — in die Lehre gegeben worden. Die Zahl der auf Kosten oder mft Unterstützung der Stiftung als Handwerker ausgebildeten, bezw. »och in der Ausbildung begriffenen Jünglinge beträgt nunmehr 346. Nach der letzten Ueberficht des Caffenzuftandes beträgt die Einnahme: a. in der Prov. Westphalen 6123 Thlr. 21 Sgr. 1 Pf. und unter Hinzurechnung von Beiträgen der Gemeinde Lemgo und eines Privaten . . . 6135 Thlr. 6 Sgr. 1 Pf. b. in der Rheinprovinz, excl mehrer inObligationm beftehmden Geschenke im Betrage von 900 Thlm. . . 2302 Thlr. 12 Sgr. 4 Pf- Summa 8437 Thlr. 18 Sgr. Pf. Hierzu treten: 1) an eingegangmem Schul-