Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 22 (31.5.1871)
- Date
- 1871-05-31
- Page
- Seite 172 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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172 uub der Gemeinde erscheinen, von der man sich zu befreien sucht, sobald nur die ersten -inderjahre verflosien find; vielmehr wirb er alS ein göttliche-'Licht in den Finsternissen des Lebens leuchten, als ein Lebensbaum aufspriese«, an den man um so sicherer fest- HLlt, da seine Wurzeln im eigenen Herzen ruhen. ES wird sich gauz der Segen der Religion bewähren, den da» göttliche Wort verheißt: '211 7N211 in« rrooni ra ll'p'mob Km ll"N yy zhv wotij dm ojh Prov. 3, 17 und 18. Schwerin, den 17. April 1871. H. Kleimenhagen. A»»eld»,gen zur israelitische« Syncde iu Augsburg. Berlin, den 29. Mai 1871. vr Adler in Cassel: ltzemeindc* Leipzig; Gumplowitz in Krakau; Klingenstein in Ober- Ingelheim: vr. Hochftädter in Ems; vr. Wienerin Oppeln; vr. Loew in Szegedin: vr. Grüwebaum in Landau: Rabb. Seligsbcrg iu Zellheim: vr. Brühl in Frankfurt a. M.: vr. Adolph Brühl das.; vr. Fürst in Banreuth; Gemeinde* Nürnberg: Gemeinde* München: vr. Wechsler in Oldenburg: Gemeinde Leobschütz-(Holländer); l)r. Szantö-in Wien; vr. Goldschmidt in Leipzig; Gemeinde Wien-<Jos. v. Wertheimcr und vr. Engel); Gemeinde Berlin (Secrctär Wcrtheim und Prof. Lazarus): Vr. Aub und vr. Geiger in Berlin; Gemeinde* Augsburg. Anmerk. Bon den mit * bezeichneten Gemeinden ist Zahl und Namenen der Bertreter noch nicht angemeldet. ) Wochenbericht. Ober - Ingelheim, 24. Mai. (Allgemeiner dcutsch-israel. Lcbrervcrcin.) Es haben sich neuerdings angemeldet: Spier in Langendiebach: Simon in Camcn; Frcudenthalin Redwitz: Kaufmann in Echzell; Theodor Philipp in Lüneburg: Eahn in Sarstedt: Scherer in Earlsruhe: Roscnbufch in Weingarten: Rothschild in Grötzingcn: Bonnhcim in Oberlangenstadt.' FleiichhackerinHarburg; Rosenhc im er. in Freudenheim. Marr in Alsheim. Reinheimer in Odernheim. Wir bitten -reckt bald um weitere reckt zahlreiche Anmeldungen. Densenigen Herren, welche in der Verbreitung des Aufrufs chätig sein wollen, steht noch eine beliebige Anzahl der betreffenden Nummer des „Israel. Lehrer"' zu Gebote. Jngelbeim, den 30. Mai. Wir haben in unserer Nr. 21. dem Artikel „von der Weser" einen grossen Raum gegönnt, obwohl er dem Anscheine nach nur einen einzelnen Lehrer berührt. Wir kommen dennoch auch hier selbst nochmals aus den dort angedeuteten Fall zurück, weil in dem Schicksale des einen Lehrers das eines großen Theils unserer Standesgenoffen fick wiederspiegelt und wir an dem einzelne» concreten Falle genügend Stoff haben, uin einige allgemeine Bemerkungen anzuknüpsen. Wir habeil das Vergnügen, Herr Mandel zu kennen und darum nicht besorgt zu sein um sein und der Seinigen Schicksal. Herr Mandel ist ein tüchtiger,-strebsamer, allseitig gebildeter Lehrer, zu dessen Aquisition sich eine jede jüdische Gemeinde Glück wünschen kann. Und dennoch — fortgeschoben, dem Zufall prcisgegeben mit seiner Familie? Das ist ein Zustand, der aufhören muß, soll nicht der Zerfall des ganzen Judenthums in allen derartigen Gemeinden die Folge 'ein. Wir arbeiten an der Hebung des Judenthums; wir können dies allein nur erhalten und fördern durch die Schule; wenn man so uingeht mit den besseren und besten Lehrern, wie kann man einem jungen Manne mmuthen, einen so precären Leben'sberuf zu ergreifen? Da sei Gott vor, daß wir einstimmen in die materialistischen Anschauungen unseres Hrn. Eorrespondcnten von der Weser, der hier wie überall sein kaufmännisches Maß anlezte, obwohl wir von seiner guten Meinung und seiner Zuneigung insbesondere zum Lehrerstande überzeugt find, soll aber die Ledre in Israel untergeben, weil eine einzelne oder viele Gemeinden in ihren« Jndifferentismus. in ihrer Gefühllosigkeit-, in ihrer Hartnäckigkeit. in ihrer Undankbarkeit gegen den Lehrer ihre eigene Zukunft an der Ausführung eines gewalttätigen Actes setzen? Wir wiffen gar wohl, aus früherer eigener traurige r L e b e n s e r f a h r u » g. obwohl wir icit langen Jahren definittv angeftellt sind, datz oft ein einziges, fanatisittes Genlcindeimtglied. besonders aber so ein Porftand, der sein Amt seinen, Reichthume und nicht seinem Verstände zu verdanken hat. mit sich fortteitzt und mehr noch, daß die Lethargie in deu Gemeinden so groß ist, daß sie den Lehrer nicht schützen gegen die Nadel- und Dolchstiche des gestrengen Herrn Parneß, auch wenn sie wohl cinsehcn, was sie an dem Lehrer hatten, was die Schüler nnd die Eltern derselben einem Lehrer schulden. Sollte das so fortgehen? Soll der Lehrer ewig der Spiclball der Launen, des Zufalls. niednger undankbarer Gesinnung, Knecht sein? Soll er und die Seinigen nie und nimincr eine festbegründete Häuslichkeit, eine traute Heimstätte sein eigen nennen können? Soll der Lehrer ewig ein Zug« und Wandervogel bleiben? Man verlangt