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Der israelitische Lehrer · 1871-05-31 · 22 (31.5.1871) · p. Seite 171

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
22 (31.5.1871)
Date
1871-05-31
Page
Seite 171 (sequence 3)
Language
German
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171 lassen von dem geringen Cpftr, daS sie zu bringen hoben, um das zu retten, zu erhalten, zu kräftigen, was die Seele ihres Bestehens, unser Heil und unsere Zukunft ist. Mögen sie denen, welche gegen die Synode schreiben oder sprechen, die ernste Gegenfrage verlegen: Wenn nun nicht die Synode, waS sonst? Wir erwarten von den Lehrern nickt, daß sie sich selbst auf eigene Kosten zahlreich bei der Versammlung betheiligen. DaS wäre leider, den thatsächlichen Dribältniffen gegenüber, zu viel verlangt. Wir haben die Fastung der Resolution vom vorigen Jahre über die Zulastung der Lehrer in diesen Blättern schon vertheidigt. Wir sind damals von unserem Anträge, der durchaus unvorbereitet war und deßhalb fast zu spät kam, selbst überrascht worden. ES war uns nur um die Rettung eines PrincipS, nicht um eine thatsächliche Beeinflusiung der Synode zu thun. Wir wollten die Stellung der Lehrer im jüdischen Gemeindeleben wahren und der Beifall, womit das Resultat der Abstimmung begrüßt wurde, Hot unS innigst wohlgethan. Immerhin — die Schule und der Lehrerstand wird in der Cynode nicht unve,treten sein. Ab^r in anderer Richtung fordern wir die Thätigkeit der Lehrer für die Synode heraus: sie mögen dahin wirken, daß decht viele Gemeinden nach Augsburg ihre Vertreter abordnen. Wir brauchen diese Aufforderung nicht zu begründen. Wo Leben, Bewegung, Fortschritt, Entwicklung ist, da ist der Platz für die Lehrer. DaS ist seine Lebensaufgabe, daß er die Entwicklung fördere, und wo daS Leben gewinnt, da gewinnt auch die Schule und der Lehrer. Und somit hoffen wir, daß die nächste Synode eine große werde, zum Heile des JudenthumS und aller seiner Institutionen. Kl. Aie religiöse KrzieHung unserer Zeit. (Schluß.) * Wenn das Kind erst die Schule besucht und seine Geisteskräfte manchfach für das Leben auSgebildet werden, darf der Religionsunterricht selbstverständllch nicht als Nebensache erscheinen. Er kann uud soll zwar nicht wie ehedem HauS und Schule einzig und allein beschäftigen, wie dies auch schon Rabbi, Sohn der Rabbi Jehudah de- Nasi au-sprach: nnD&c dtm» nyu’r px yn Dy min modn HD’ Iip rrnji. r6i3 nso .-d^d nay jsw min bsi .j-y Aboth 2. 2, waS deutsche Sprache heißt: Wohl schön ist daS Studium der GotteSlehre verbunden mit Weltbildung; dann die Bemühung mit Beiden macht die Lust zur Sünde vergrffen; und jede Beschäftigung mit der GotteSlebre. welche uicht mit sonstiger Beschäftigung verbunden, ist schließlich nichtig und führt zur Sünde. •) Aber die Stunden, die dem Religionsunterricht gewidmet sind, dürfen auch nicht zu spärlich zugemessen sein. Die Kinder würden, schon um deS geringen Zeitmaßes willen, mit dem die religiöse Bildung bedacht wird, gar leicht auf den Gedanken kommen, der Religionsunterricht sei so wichtig doch wohl nicht, sonst würden die Eltern ihn ernster bedenken. Wenigstens sollten diesem Unterrichte wöchentlich vom 10. Jahre an 6 und vom 7—10. vier Stunden gewidmet sein. Das sind gewiß nicht zu viele Stunden, wenn die Jugend eine gründliche Kenntniß auch nur des wichtigsten TheileS der biblischen und jüdischen Geschichte, der Glaubens- und Pflichtenlehre, des Pentateuchs und des allgemeinen Gebetbuches erlangen soll. Und sollen diese Kenntniffe fürs Leben bleibend fein, so müffen häufig Repetitionen angestellt werden, so daß 6 Stunden für Knaben und 4 für Mädchen durchaus erforderlich sind. Don diesen 6 Stunden müßten auf den Pentateuch 2, das Gebetbuch 2, bibl. und jüd. Geschichte 1 und für den systematischen Religionsunterricht gleichfalls nur 1 verwandt werde». Auch müßte» die Tageszeiten, in denen diese Unterrichtsstunden fallen, geeignet gewählt werden; am zweckmäßigsten, wenn es irgend angeht, in den Morgenstunden, weil da der Geist am empfänglichsten für den Unterricht ist. Alle Stunden müffen aufs P ü n k tl i ch st e besucht und die Lektionen hierzu gründlich gelernt werden. Wenn so unsere Kinder von Eltern den Religionsunterricht als den bedeutungsvollsten angesehen und empfohlen sehen, so wird er ihnen gleichfalls wieder wie ehedem gewichtig und heilig. Er wird sicher nicht mehr, wie leider heut zu Tage so oft, nur als eine n othwendige Forderung des Staats *) Beiläufig, dieser Satz ist in einer jüdisch - orthodoxen Zeitschrift neulich in Frage gestellt worden. Man behauptet, weltliche Bildung wäre zur Frömmigkeit nicht erforderlich. Natürlich^ WaS nicht in den Kram dieser Leute patzt, ist für sie nicht vorhandm, und wennS in den »nsv< men stünde. Redaüion.

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