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Der israelitische Lehrer · 1871-05-10 · 19 (10.5.1871) · p. Seite 148

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
19 (10.5.1871)
Date
1871-05-10
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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- 148 — vorwärts strebenden Gemeinschaft; sie mögen festhalten an ihrem Organe; und die Zukunft wird ihnen sein. Aber, Lehrer, Muth!‘ r8ofet Euch nicht irren deS Pöbels Geschrei!" Laßt Euch nicht mundtodt machen! Thue Jeder das Zeine, wir werden das unsere thun! Auf zehn Jahre also wieder! Ober-Ingelheim, dm 1. Mai 1871. I. Klingen stein. Wochenbericht. Jnqelhcim, 7. Mai. Der brandenburger Oberkirchmrath hat eine Art von Entschuldigungsschreibm seinem berüchtigten Erlasse folgen lassen: qui sexcuse s’accqse! Wir werden in der nächsten Nummer daraufzurückkommen. — Wir haben übrigens auch auf zwei Artikel der „allgemeinen deutschm Lehrerzeitung" zu erwivern, die sich in einem Falle auf unsere Aeußerungen in Bezug auf die „Ständeschulen" und „allgemeine Volksschulen" und im anderen Falle auf unsere in Nr. 13 .deS Jahres 1869 abgedruckte Arbeit „über den jüdisch-christlichen Religionsunterricht" (allg. d. Lchrerz. Nr. 7 v. I. 1869) resp. über die Angriffe ans das alte Testament und das Judenthum beziehen. In diesem Augenblicke ist unser Raum zu beschränkt für solche Erwiderungen, da begonnme Arbeiten vorerst zu Ende geführt werden müssen. UebrigenS werden wir vorerst auch versuchen, ob die allg. d. Lehrerzeitung selbst bereit ist, eine Erwiderung auf den 2. Artikel aufzunehmen. Aus linterfranfen, im April. Die „allgemeine Zeitung" bringt einen Artikel aus dem berüchtigten Rumänien, einem Staate, hervorgegangen aus dem allgemeinm europäischm Kehricht, welches bei den verschiedenen Völkerwanderungen dort an der Donau hängen blieb, und das seit längerer Zeit seine höchsten Culturleistungen in Deutschen- und Judenhetzen äußert, und dürfte dieser Artikel besonderer Beachtung werth sein,. Da wird uns aus Bukarest mitgetheilt: „DaS Amtsblattihellt mir, daß der Staatsanwalt beauftragt wurde, gram daS in französischer Sprache erscheinende Blatt „Echo Danubicn" eine Klage wegen Lerläumcung einzuleiten, weil dieses Blatt unter dem Titel »uns effusion de sang israelite* einen Artikel gebracht hatte, welcher von einer Erhebung der rumänischen Bevölkerung gegen die Israeliten erzählt , während die amtlichm Erhebungen herausgestellt haben,-daß alle diese Behauptungen unwahr sind, und in Plojescht nichts vorgefallen ist, als eine ganz gewöhnliche Prügelei zwischm einem Israeliten und einem Rumänen, die keinerlei ernstliche (?) Folge batte Ich theile Ihnen dies mit, weil ich bei dieser Gelegenheit auf einen eigenthümlichm Erwerbszweig aufmerksam machen will. Leider ist es nur zu wahr, daß in Rumänien häufige Judenhetzen vorgekommen sind, die indessen mehr einen politischen als einm religiösen Charakter trugen. Diese Judenhetzen haben im Auslande große und gerechte Entrüstung hervorgerufen. Die -begüterten Israeliten des AuS-! landeS thaten ihr Möglichstes, um ihre GlaubenSge- | nossen in Rumänien zu unterstützen. So erschienen! unter anderem in Bukarest mebrere Blätter in französischer und deutscher Sprache, welche längere Zeit von den Israeliten des Auslandes Geldmittel bezogen. Endlich hörte diese Unterstützung zwar auf, die Blätter erschienen aber trotzdem fort, freilich mit längerm Unterbrechungen und unter verschiedenen Namen, aber immer von denselben Leuten herausgegeben. Die Abonnentenzahl dieser sogenannten Zeitungen verstieg sich selten bis zu hundert; ihre Einnahmen deckten bei weitem nicht die Kosten; aber die Eigenthümer und Redacteure unternehmen jedes Jahr eigenthümliche Kunstreisen, auf denen sie die reichen Israeliten Ungarns, Oesterreichs, Deutschlands, Polens und Frankreichs aufsuchen, einige Nummern ihres sogenannten Journals vorzeigen und reiche Unterstützungen heraußlock n. (?) Diese Leute nähren ,siL also von den Judenhetzen in Runiänien, und wenn zufällig durchaus feine stattfinden sollte, so müssen sie welche erfinden. (?) Die größeren Blätter aber haben die Pflicht, solchem Unwesen zu steuern, welches die Opferwilligkeit hochherziger Israeliten mißbraucht, und ihre Unterstützung denjenigen entzieht, welche derselben bedürftig und auch würdig sind." — (Gut erfunden, Allgemeine! Wird nicht bald von Augsburg aus verkündigt werden, daß alle Judenhetzen — in Rumänien wie in Odessa — bloße Erfindung der Judenfreundlichen Journale sind und Rumänien wie die russischen Ostseeländer und Polen eigentlich daS Paradies der Juden genannt werden müßten? sie sehen sich alle einander ähnlich: die verkappten und die nicht verkappten. Red.) Berlin, 25. April. Im deutschen Reichstag brachte heute der Abgeordnete Sonncmann in Frankfurt a. M. felgende Jutepellation ein: „In der Bekanntmachung des Herrn Bundeskanzlers vom 2. September 1868 (Nr. 163, s. Nr. 30 deS Bundesgesetzblattes S. 509) ist die Realschule der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. unter denjenigen höheren Lehranstalten aufgesührt, welche nach Vorschrift des §. 154 der Militärersatz-

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