Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 19 (10.5.1871)
- Date
- 1871-05-10
- Page
- Seite 147 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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147 njuijijein seiner Zusammengehörigkeit mit der Gesammtheit gegeben, io daß der Kern fce^ ieroelitifcten LehrerslandeS sich zusammengefunken, geeinigt hal, daß wir unS näher getreten, daß wir daS Bewußtsein baden, einem Ganzen anzugehören, daß sich ein CorpSgeist herauögcbildek hat und dadurch die Hoffnung genährt worden ist, daß eö mit dem Einzelnen wie mit dem Ganzen vorwärtSgehen, besser werde» müffe, — das ist daS Verdienst des „Jör. LehrerS"! —- Eine andere große und schwere Aufgabe, die wir unS gestellt haben, — daS heutige Blatt gibt wieder Zeugniß, daß sie mit GoiteS Hülse in fast ungeahnter Weise gelöst wurde und einem stets wachsenden Baume gleicht, der in fruchtbaren Böden gepflanzt ist. — Dank Ihm, dem Geber alles Guten! Wenn vielleicht einst der „Isr. Lehrer" nicht mehr bestehen wird, wird doch die „Achawa" bestehen und Leugniß geben für jeine redlichen Bestrebungen. In diesem Bunde können und werden fick die verschiedenen Parteien einigen, die, leider! auch die Glieder unseres Standes trennen und ein einiges Zusammengehen in anderen Dingen beeinträchtigen. Die Aufgabe einer Zitschrift für Lehrer ist je doch auch noch anderer Art. Wir haben in die versckiedenen Richtungen und Aufgaben des Schullebens Licht zu bringe» gesucht, haben, bei dem engen Zusammenhänge der Schule mit der Religion und dem öffentlichen und Gemeindeleben ein offenes und ents t irdenes (ringehenauf Fragender verschiedenstenjArt nicht gescheut, um Lickt und Leben hineinzutragen in die Schule. Wir haben dem >Srakl. Lehrer gezeigt, was er thun und leisten muß, um seiner Aufgabe zu genügen, und seine Ansprüche auf Bessergestaltung seiner Perbältniffc zu begründen. Wir hoben die verschiedensten Zweige eeS LckullebenS besprechen und gezeigt, waS geschehen ist und geschehen muß, um den inneren und äußeren Organismus der Schule zu heben. Wir haben getban, wao in unserer Kraft log, für die Sckule und für die Lehrer. UnS, d. h., allen den Männern, die redlich mitgewirkt haben in diesen zehn ersten Jahren des „Isr. Lehrers", wird man das Zeugniß nicht versagen können, daß wirdaS Beste gewollt und angestrebt haben, und wo wir scheiterten — da war eö nicht unsere Schuld, sondern nur die allgemeine Gränze aller menschlichen Bestrebungen, die nicht vollkommener sein können, als die Mensch:» selbst sind Manche von denen, die mit uns gebaut haben, sind ringegangen zur ewigen Ruhe. Der „JSr. Lehrer" zählt ihre Namen auf; es ist das einzige Denkmal, das man einem Lehrer setzt. Und nun, mit neuer Kraft! Wir sind an unserer Stelle. Wird auch der iSrael. Lehrerstand an seiner Stelle sein? Oder wird der iör. Lehrerstand den Muth haben, sein einziges Organ preiszugeben, sich selbst mund» tedt zu machen? Wir wollen eS nickt Hessen; aber wenn Unsere geschätzten Leier und Freunde wisse», was einem Stande sein Organ ist, so müssen sie auch bestrebt sein, demselben in und außer unserem Kreise neue Freunde zu erwerben. Sie werden das thu» müsseu, nm nickt d-r Gefahr ausgesctzt zu sein, eines Tages alle die Bestrebung,» und Entwürfe, die mit dem Organe zuiammenhängen. arnzugeben, denn sonst kann eS nickt lange mehr so fort gehen. Auch d e rüstigste Kraft, die begeisterndste Hingebung muß erlahmen, wenn die Mittel fehlen, die die Durchführung bedingen. Wir sagen dieS frei und offen, ohne Scheu vor Freund und Feind. Wir habe» diese Gelegenheit abgewartet, um an den Lebrerstanr, an die Fr unde der Sckule und der Lehrer, an daö Gerechtigkeitsgefühl und die Selbstachtung unserer Leser zu appelliren. Wir dürfen hoffen, daß wir verstanden werden. Möge dem Einen oder dem Andern unsere Zeitschrift nicht genügen; mögen Einzelne, ja selbst viele, Anstoß nehmen an unserer religiösen Richtung. Wir baben kein Reckt und nicht die Kraft, das, was unsere beilige Ueberzeugung ist, in »uS zu ertödtcn. Ader auch jene Lehrer, die an dem Einzelnen Anstoß nehmen, möge» sich das Ganze vor Augen halten, ur.r was aus dem israelitisch, n Lehrerstande werden soll, wenn er mulhlos feinen Gegnern — und es sind ihrer so viele! — d.'S Feld überläßt. Ein H in wenig mehr Corpsgcist wird uns über Vieles hinwegheben. Mögen sich : lle stets daö Wort unseres größten pädagogischen Meisters, Diesterwegs, unsircS Vorbilds im Leben und Wirken, vor Augen halten: Ein Stand, der sein O r g a n a u f g i b t, bat s'ch selb st aufgegeben. Unbedeutend und geringfügig siüd die Opfer, die wir von den einzelnen Gliedern deö israelitischen Lehrerstandes fordern, gegenüber den Schwierigkeiten, mit welchen wir selbst zu kämpf n haben. Wer diese Opter nickt zu bringt,, vermag, der nenne sich nicht mehr Lehrer. 'Wir dürfen und müssen nicht allein treu sein im engeren Berufe wir müss-n auch lebendige Glieder der Gesammtbeit sein, insbesondere, so lange wir noch von der Zukunst Etwas zu erwarten, zu verlangen haben für die Gesammtheit. In dem Heile der Gesammtheit liegt daö deö Einzelnen. ES gibt darum keine Entschuldigung für den Einzelnen, durch die er seiner Pflicht an das Ganze ledig werden könnte. <1 Noch Vieles möchten wir sagen, heute, um mit freudigem Hoffen in die Zukunst schauen zu können; um unS sagen zu können: wenn wir wieder um zchn Jahre älter geworden sind, werden wir im gleichen Geiste aber mit anderen Worten zu unseren Lesern sprechen können. Wir erinnern nur noch daran, waS Unsere vorige Nummer brachte. Die jüdischen Lehrer mögen sich vereinigen zu einer