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Der israelitische Lehrer · 1871-04-26 · 17 (26.4.1871) · p. Seite 132

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
17 (26.4.1871)
Date
1871-04-26
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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132 — Lehre zufolge näch seiuem Lohe kein leibliches, sondern ein geistiges, sellges Leben. Alzey. vr. R. Literarisches. G r ä tz (Frankel). Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums. 1871, Man- und April-Hefte. Breslau. Schletter (Skutsch). Inhalt: i) „Beittäge zum Verständniß der Genealogien der Chronik von B. Behrcnd. Es ist der zweite Artikel, welcher die Gileaditen im -Ostjordangebiete bespricht. 2) Die Stellung Joseph Al-Basir's in der jüd. Religionsphilosophie von P. Krankl. Das'Aprilheft gibt den Schluß. Es «erden karaitische und arabische Quellen nachaewiesen und das Verhättniß zu Saadia dargestellt. Eigenthümlich ist die Anschauung der Philosophie über die Berechtigung des Menschen zum Kleischgenuß und Schlachten der Thiere, welche nur darin gesucht werden könne, daß Gott den Thieren dafür anderweitigen Ersatz nach dem Tode biete. Ist doch überhaupt in der Weltordnung das Niedere dem Höheren untergeordnet und schon nach dem ersten Blatt der Bibel dem Menschen Alles unterworfen. 3) Der jerusalemiscke Talmud im Lichte Geiger'scher -Hypothesen. Der Scyüler bricht hier eine Lanze für den Meister. Krankel halt es nicht der Mühe werth, Geiger zu widerlegen. In einer geineinen Weise macht sich hier die gelehrt sein wollende Orthodoxie geltend. Denn an Hypothesen ist d>e Breslauer Schule nicht minder reich, ohne -damit sagen zu wollen, daß wir unsererseits für ged'en Ausspruch Geigers einstchen. Aber gemein ist es, Geiger durch einen Knaben schulmeistern zu lassen, denn wir zweifeln nicht, daß es im Aufträge, geschehen ist, weil wir dem Schreiber kaum die Anmaßung zuttauen, seine' geringe Schütergelehrsamkeit mit derjenigen G.'s zu messen. Gewonnen hat dadurch die Schule sammt ihren Leitern nicht. 4) Veranlassung. "Zweck und Entwickelung der halachischen und halachisch - exegetischen Sammlungen während der Tannaim-Periode von Dünner. Das 4. Heft bringt die Fortsetzung. Wir kominen darauf nach dem Schlüsse zurück und.bemerken hier nur, daß wie in dem vorigen Aufsatze so in dieser Abhandlung die resormatorische Bewegung im talinudischen Judenthuiil nicht geleugnet werden kann.' Man nennt sie nur eine zersetzende, obwohl mit Unrecht, denn sie ist die siegende geblieben und dadurch die erhaltende geworden. Das 4. Heft gibt zunächst einen grammatikalischen Beitrag über die Erweiterung der Pualform: Kamez ohne Dagesch im Mittelconsonant: also ähnlich der Kalform. Außer den oben erwähnten Fortsetzungen bietet 2. Neubauer einige literarhistorische Notizen; 3. Goldzieher, Arabische Aeußerungen über die schaukelnde Bewegung der Juden beim Beten und Studium; 4. Oppenheim Geographische Notizen zu Neubauer's g^ographie du Tfclmud; 5. Bacher über eine. jüd. Dichterin im amb. Spanien und 6. folgt eine Recension über Kutt's neue englische Ausgabe des Grammatikers Juda Chagug. vr. R. Feuilleton. Mom „tttitra deutschen Aeich Wir haben schon ftüher mchrfach angedeutct, in welcher Weise so manche Herolde des neuen „deutschen Reiches" den Frieden einläuten. Es ist ein eigenthümliches Schauspiel, daß das alte Wort der Weisen aller Nationen „Erkenne Dich selbstnoch immer selbst unter denjenigen, die 'ich selbst weise dünken, unter Einzelnen, wie unter Völkern und Nationen, am wenigsten beachtet wird. Man hat gegen den fanatischen Deutfchenhaß der Franzosen, der sich besonders in der Ausweisungsordre manitestirte, geschrieben und gesprochen; und man hat nicht minder aller Often in Deutschland Alles, was nur schlecht ist, den Kranzosen angedichtet, ihnen alle Cultur, Bildung, Menschlichkeit abgesprochen. — Man hat die hohen Errungenschaften des Jahres 1870, die auf dem Schlachtfelde wiedergefundene Einheit der deutschen Natton, hochgepriesen — aber im Innern lodert aller Orten der scheust lichste Zwiespalt — der Haß der Comessionen am. Daß die Juden bei solchen Gelegenheiten stets am schlechtesten wegkommen, ist uns leider nicht neu. So sind denn, wie wir in diesen Blättern schon mehrfach'jnachgewiesen, seit Beginn des Krieges die Federn aller Parteien thätig, Haß und Verachtung gegen Juden und Judenchum zu predigen; sicher gerade darum, um die Consequenzen, welche sich aus der hingchenden Theilnahme der Israeliten air den gemeinsamen Anzelegenheiteil des deutschen Volkes ergchen, nicht ziehen zu müssen. Die auswärtigen jüdischen Zeitschriften haben dieses Schauspiel noch aufmerksamer verfolgt, als wir selbst in Deutschland und sie theils mit Hohn, theils init scharfer, schneidender Wahchcit oftmals besprochen. Ein amerikanisches Blatt schrieb unlängst: „Rischus Minhag As ch k e nas," und perhorrescirte die Errungenschaften des neuen deutschen Reiches. Daß unter den deutschen Riichusftimmen aucb der Vertaner von „Soll und Haben" (Gustav Kreitag) in seiner dem „neuen Reiche" gewidmeten neuen Zeitschrift

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