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Der israelitische Lehrer · 1871-03-22 · 12 (22.3.1871) · p. Seite 93

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
12 (22.3.1871)
Date
1871-03-22
Page
Seite 93 (sequence 5)
Language
German
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— 93 — gen. Sollten aber die Lehrer ausgeschlossen werden, die Mitglieder der Achawa sind? Wahrscheinlich! Trotzdem werde ich diesem Vereine nicht untreu werden. ES wäre aber doch nothwendig, solche Ausschließungen öffentlich zu besprechen. (Uns ist von dieser Conferenz Nichts bekannt geworden. Rwaction.) Rußland. Durch Kaiser!. UkaS ist angeordnet worden, daß das jüdische Militär an den Festtagen vom Dienste befreit werden soll. Also auch hier ein Sieg des Rechts. Wer zweifelt noch an der unwiderstehbaren Macht der Wahrheit und des Rechts, und daß deren Sieg zwar allmäliz und langsam, aber doch — ein allgemeiner werden wird? Literarijches. Lehrbuck der israelitischen Religion nebst Bibelkunde und Liturgie vom Rabbiner und Religionslehrer Israel Singer zu S. A. Uvhely in Ungarn. Der Verfasser, welcher früher Lehrer an der iSr. Haupt- und Handelsschule in Szegedin war und in Folge seiner tüchtigen rabbinischen Kenntnisse jetzt die rubr. Stelle bekleidet, hat diese Schrift — wie er vorbemerkt — „zunächst als Hilfsbuch beim Unterrichte in der Bibel, im Uebersetzen der Gebete und in der biblischen Geschichte bestimmt," weßhalb es zweckmäßiger in akromatischer statt in katechetiicher Form abgefaßt sein dürfte; umsomehr, da am Ende der Schrift ja doch alle dieSfällige Fragen zusammengestellt sind.- Der Geist, welcher dies -ganze Buch durchweht, ist ein traditionell-orthodoxer, wogegen wir gewiß nichts einzuwenden haben; nur müssen die einschlägigen Notizen wirklich auf Tradition basirt sein! Weniger ist dies der Fall bei der Erklärung des großen Hofchana-TageS (Fr. 86 nm njyern), der geradezu als „Schluß des Versöhnungstages" bezeichnet wird; wovon aber Bibel und Talmud und ebenso alle alte Codices (12-P2, mVnj noTn, ’DS1?« ,o"ach, nxu px, new,) nichts wissen, sondern tie betreffende Bemerkung im no, und n"o-i (jedoch nicht im ^>oi' ma) erst aus den mondsichtigen Sohar-Stücken (»>ri nox '2) geflossen sind! Eben so neu und untraditionell ist die Symbolisirung des viereckigen Kleides (Fr. 93 auf die von „Gott regierten vier Weltgegenden." — Doch sollen die Gegenbemerkungen dem Werke keinen Abbruch »hun. Dasselbe enthält viele nützliche Erklärungen namentlich im Vorworte und in den Anmerkungen für den angehenden Religionslehrer; worin der Derfaffer selbst vom orthodoxen Standpunkte au« die Nothwendigkeit der heutigen Religionsbücher gründlich nachweist. Ebenso ist derselbe in seiner Weise bestrebt, das Bedürsniß der sog. „mündlichen" neben der „schriftlichen" Lehre und den Glauben an einen „persönlichen Messias" neben der Aussicht auf das messtanijche Weltreich Gottes nachzuweisen u. dgl. M. — Eine reichhaltige rabbinische Bibliothek gab dem gelehrtm Verfasser Gelegenheit, in den Anmerkungen auf die zahlreiche jüdische Literatur hinzuweisen, die zur Kenntniß der Entwickelungsgeschichte des Judenthums in Religion und Moral, in Ceremonial- und Ritualgebräuchen dem angehenden Jugend- und Volkslehrer empfohlen werden. — Die eingeschlichenen Druckfehler werden in einem Anhang entsckuldigt. Als solche wollen wir daher auch folgende Betrachten: S 13. Z. 10 v. unten „obwohl" soll wohl heißen „wenn"; S. 7 Z. 10 von oben ist „und Israel" zu streichen; S. 8 Z. 13 v. unten „3O0" muß heißen „500", denn dies war die Abfassungszeit des babylonischen Talmuds.? Feuilleton. Pas c£e6en der Zsraetilen während der Belagerung von Baris. Endlich sind die französischen Blätter wieder einj etroffen. Wfir bringen über obigen Gegenstand auS t er Presse JSraelite einen Artikel, der gewiß unsere Leser interessiren wird: „In Mitten der großen, eben vollendeten Ereignisse gibt es , eine Anzahl nebensächlicher Porgänge, »selche besonders die Israeliten interessiren. Diese, i n der Hauptstadt hinreichend bekannt, sind eS leider weniger in den Provinzen. Man wird hier erkennen, daß die <Entbehrungen, welche man in den starken Festungen t eS Ostens zu ertragen hatte, hier ebenfalls empfunben worden sind. Wir müssen demnach so zu sagen veröffentlichen, waS »sich seit 4*/, Monat zugetragen bat. Gegen unfern Willen müssen wir einen Rückblick werfen — auf die hervorragenden Porgänge während »er langen Belagerungswochen. Dieser obwohl traurige Rückblick wird uns über alles Erduldete trösten, indem es uns Gott Dank vergönnnt war, Alles zu überstehen und UNS für die Zukunft neu zu rüsten. Denn dev an das Solbatenleben gewöhnte und nun *

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