Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 11 (15.3.1871)
- Date
- 1871-03-15
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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84 drn israelitischen Einheitsgedanken; in Deutschland Bereinigungen zur Förderung deutsch - israelitischer Zwecke — Gemeindetaz r — für die innere religiösen Bewegung die freie Synode, eine freie, nicht der Willkür Einzelner pretSgegebene Literatur, eine kräftige Presse, das sind die Faktoren, die der friedlichen Entwicklung und Ausbildung des Judenthums wirksam dienen können, und welchen wir Alle, befreit von dem Alpdrücke de» Kriege», — dienen müssen, wenn wir unsere Pstichl thun wollen. ai^eo ioy n« -par n. Möge der Frieden ein tiefer, ein heilvoller, für unser Vaterland und die gesammte Menschheit beglückender sein. Dann werden auch die Religionen — und in ihrem Innern die religiösen Richtungen — fick vertragen lernen; sie alle werden erkennen,,daß die.Vorsehung die Geschicke der Menschheit lenkt und die Menschen, berufen sind, ihr^n Ueberzeugungen nach, -zum Heile deS Ganzen mitzawirkm —>in Frieden. — Dann werden sie Alle auch d a S Eine unterstützen und fördern,. daS die Grundlage bildet für jedes geistige Regen und Streben, für die Gesammt Entwicklung deb Nationen, wie der Religionen und kleineren Gemeinschaften — die Schule. Wochenbericht. Berlin, 16. Febr. An der Realschule zu Posen hat die Anstellung deS Dr. Warschauer, «ine» I«- raeliten, als ordentlicher Lehrer die Genehmigung des CultuSministerS erhalten. Frankfurt«. M. DerKranken-UnterstützungSverein hiesiger israelitischer Permissionisten hat in Folge der geänderten politischen Verhältnisse den Name« Israelitischer Kranken-Unterstützung»^ verein angenommen. Nach dem ebenausgegebenen Jahresbericht kann der Berlin mit Befriedigung auf seine segensvolle Wirksamkeit und sein fortschreitendes Güreihen zurückblicken. Di« Einnahmen des verflosienen. Jahres brtrugen 1590 fl. 18 kr., die Ausgaben 1316 fl. 30 kr., der Kaflenbestand am 31. December Z 273 fl. 48 kr., und das in soliden Werthpapiere« angelegte Vermögen 3004 fl. 39 kr. An wöchentlichen Unterstützungen wurden 187 fl. gewährt, für Srzeneien 452 fl. 50 kr., für ärztlich« und wundärztliche Behandlung 291 fl. 24 kr. u. s. w. Frankfurt a M., 9. März.. Die Stadtverordnetenversammlung hatte beim Magistrat beantragt, Schritte beider Regierung zu thun, damit die Beschränkungen aufgehoben würden, welche 1er Ertheilung von Berechtigungsscheinen an christliche Zöglinge, welche die hiesige ierael. Realschule besuchen, im Wege stünden. Die Regierung glaubte hierauf nicht eingehen zu können und motivirte ihren Entscheid damit, daß die Schüler der israelitischen Realschule, in einem Zeitraum von sechs Jahren durch den Ausfall der Unterrichtsstunden an den Samstagen ein ganzes Jahr weniger Unterricht gehabt hätten, als die christlichen Schüler, überhaupt auch gar kein Bedürfniß vorhanden sei, jüdische Schulen zu besuchen. Herr Rolte zeigte an der Hand von Beispielen in der heutigen Sitzung der Stadtvei ordneten, daß die jüdischen Schüler im Gegentheil mehr Unterrichtsstunden erhielten, und wies darauf hin, daß der Jude eigentlich ein Vorrecht vor seinen übrigen Mitbürg rn besitze, denn er dürfe seine Kinder einer Lehranstalt anvertrauen, welcher er wolle. Wenn man versprochen habe, die Eigenihümlichkeiten Frankfurt» zu wahren, so dürfe man sich de» Rechtes, daß christliche Kinder jüdische Schulen und jüdische Kinder christliche Schulen ungehindert besuchen können, nicht begeben. Schließlich wurde der von Herrn Nolte gestellte Antrag, den Magistrat zu ersuchen, gegen den Entscheid der Oberschulbehörde zu remonstriren, angenommen Königsberg in Pr., im Febr. So eben erschien „Zehnter Jahresbericht de« „Israelitischen Waisenhauses" dahier (Verwaltungöjahr 1870.) Der Vorstand stellt an die Spitze seine» Bericht» die Mittheilung von der Eröffnung einer gesonderten „Statsion zur Aufnahme von Waisenmädchen" durch dir Munifizenz einer unserer Mitbürger. Ter geheime Commerzienrath Hr. Moritz Simon hat der Anstalt, der er schon so viele Beweise seines Wohlwollen» gegeben, zu diesem Behnfe die Summe von „Zehntausend Thal ern" zum Geschenke gemacht. Die Stiftung wird den Namen führen »Hedwig Simon'sche Stiftung für Waisenmädchen." Die Zahl der Waisenzvglinge der Anstalt bettägt jetzt 12 gegen 10 am Schlüsse de» Vorjahre». Außer der oben angeführten Mnnificenten Gabe begegnen wir in dem Berichte noch vielen Andern zus. 904 Thlr. und laufende Beiträge von 958 Thlr. 15 Sgr. — gegen 971 Thlr. im Vorjahre. Dt« laufenden Ausgaben für di« Zöglinge betrugen etwa 1500 Thlr., u«d eine Kapitalabzohlung von 2572 Thlr., der Bestand zur Zeit 20,543 Thlr. 11 Sgr. 3 Pst Wir sehen, daß das gottgefällige Werk einer segensreichen Entwicklung «ntgegengeht. GrSAiugttr. Am vergangenen Sonntag bewegten sich in der benachbarte« Residenzstadt