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Der israelitische Lehrer · 1871-02-22 · 8 (22.2.1871) · p. Seite 62

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
8 (22.2.1871)
Date
1871-02-22
Page
Seite 62 (sequence 6)
Language
German
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fct« ung. jüdischen „LandeS-Lthrer-DereineS" versandte halbjährige Bericht ist — wir können eS uns nicht verhehlen — ein sprechendes ArmuthSzeugniß der ung. Israel. Lehrer! sagt unS nicht nur, daß nicht mehr als ungefähr 230 Lehrer als ordentliche Mitglieder dem Vereine angehören, während es doch notorisch ist, daß fick die Zahl, der in Ungarn wstkenden jüdischen Lehrer auf beinahe Tausend beläuft: sondern wir ersehen auch aus demselben,- daß die weit größere Zahl auch dieser wenigen mit ihren kleinen Beiträgen so sehr im Rückstände ist, daß wir, trotz der vortrefflichen Leitung, deren fick der Verein gegenwärtig erfreut, den Fortbestand dieses wahrhaft notbwendigen und lebensfähigen Vereines bezweifeln, wenn anders dem Uebelstande nicht abgrholfen, ja schnell abgeholfen wird. ~ Wir geben eS allerdings zu, daß die vorige Verwaltung zum Theil auck Schuld daran hatte, daß die Mitglieder des Vereins, namentlich diejenigen, die im Jntereffe keffelbrn stets wirkten, zu schwanken anfingen, wodurch natürlich diematerielle Seite des Vereins viel gelitten hat. — Dieser Meinnng bin nicht nur ich, sondern eS waren ihrer fast der größte Theil der Vereins-Mitglieder bei der im. August v. I abgehaltrnen Generalveesammlung. — Allein diesem Uebelfiande wurde dadurck abgeholfen, daß der Central- Ausschuß, besonders aber der mit Acclamation gewählte Vice-Präses Herr Direktor S e l i g m a n », mit warmen Worte versprach, dem Vereine wieder auf die Beine zu helfen, und diesem ihrem Versprechen — wie wir sehen — auch männl'ck nachkommt. — Es ist also jetzt an unS, tbeulre Amtsgenosien I mit allen «nS zu Gebote stehenden Mitteln für das Jntereffe deS Vereines zu wirken. Erschlaffen wir nicht, und tragen wir vor allem durch schleunige Entrichtung unserer Rückstände dazu bei, daß der Verein seine Thätigkeit mit um so größerer Sicherheit entfalte, und wir vor dem Vorwürfegesichert seien, daß wir selbst indolent seien, folglich auch nicht die Unterstützung, der Gemeinden und einzelner Wohlthäter beanspruchen können. - Ich will aber noch zum Schluffe einen Modus Vorschlägen, durch welchen der Verein kräftig gehoben werden könnte. Es hat sich nämlich bei der vorjährige General Versammlung herausgestellt, daß der Verein in vielen Gegenden kein auswärtige» Ausschußmitglied besitzt, daß im Jntereffe' des Vereines wirken, namentlich die jährlichen Beiträge in den betreffenden! Bezirken einkasfiren und an die Central-Caffe absenden könnte. Dem wäre abzuhelfen, wenn der Central-AuSsckuß in jedem Comitate Ungarn'« 1-2 Ausschußmitglieder ermnnen, diese mit Quittung-BlanquetteS versehen und ihnen da« Recht einräumen würde, in dem betreffenden Comitate rrfp. Bezirke, die Beiträge «inzukaffiren, zu quittiren, und zum JahreSschluß an die Zentralkaffa abzuliefern. Ich bin -fest überzeugt, daß auf diese Weise die halbjährigen Berichte ganz anders lauten würden, was gewiß jeder von unS wünschet. Jon. Klauber, Lehrer. Bayrenlh. 17. Januar. Es wird für Ihr Blatt nickt ohne Jntereffe sein, wenn ick Ihnen mittheile , daß aus eine Eingabe meinerseits an da« Justizministerium von dieser Stelle angeordnet wurde, eS feien die religiösen Bedürfniffe der jüd. Strafgefangenen im Zuchthanse zu St. Georgen'mehr zu berücksichtigen , ihnen demnach ein Zimmer zur gemeinschaitlichen Andacht anzuweisen Es sei ferner, so weit es mit der Haue ordnung verträglich, ihnen die Beachtung der jüd. Speisegesetze zu ermöglicken. In Folge deffen wurde von der Verwaltung angeordnet, daß *ür die 5 jüd. Sträflinge (darunter 2 Ausländer, 1 aus England, 1 aus Ungarn) das Fleisch und Fett regelmäßig in verschlossener Kiste von dem Sckächter in der Stadt geholt, und einer dieser jüd. Sträflinge mit dem Zubereiten und Kochen der täglichen Kost beauftragt werde. Es ist um lo bemerkenöwerther, als die Kost für die sämmtlickeu übrigen Sträflinge nicht in der Anstalt selbst sondern in der weiblicken Strafanstalt zubereitet wird, und eS schwer war, einen KochofSt» in der Anstalt auszumitteln. Paris. Daß die Juden bei ihrem bekannten WoblibätigkeitSstnne auch unter den jetzigen unsäglich traurigen Verbältn ssen in Paris nicht zurtzckstehen werden, wo es der entsetzlichen Noth zu steuern gilt, war wohl vorouSzuletzen. Eine anerkennenSwerthe Tbat dieses jüdischen WobltbätigkeitSsinneS macht das folgende, vom Maire von Paris an die Maires der zwanzig Pariser ArondiffcntentS gerichtete Schreiben bekannt: P a r i S, 6. Januar. „Herr Maire! Herr Alphonse von Rothschild und die Herren Gustav und Edmund von Rothschild, seine Brüder, und Herr JameS Nathaniel von Rothschild, sein Neffe, habet» der Stadt Paris Bons für Kleidungsstück« im Werthe von 200,000 Francs zum Gesckenk gemacht. Diese Kleidungsstücke sind für jene nothleidende Bevölkerung bestimmt, deren Zahl jeden Tag zunimmt, dir aber keine Heimsuchung, keiize Aufregung ihrer patriotischen Resignation entreißen kann. Die neue Art der Freigebigkeit einer Familie, die das Gute mit ebenso vieler Bescheidenheit alsEdelmuth zu thun verst ht, wird unS gestatten, 18000 Kinder, 32,000 Frauen und 12,000 Erwachsenen die wesentlichsten Theile der wollenen Kleidung zu liefern. Ich habe diese BonS unter die verschiedenen ArrondiffementS nach ztvffchen uns

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