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Der israelitische Lehrer · 1871-02-08 · 6 (8.2.1871) · p. Seite 46

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
6 (8.2.1871)
Date
1871-02-08
Page
Seite 46 (sequence 6)
Language
German
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— 4« ttfUHK tatf Verbricht k Betracht) beten »•Oe, inbeto sie wo» SWbidbT be» #riftH<ben ®taote« an# kn Jübeu bie^ GlßrchftMuug verwehrten. In Deutschland -eltotg ff deshalb nicht ‘etnmät kn An» stvnrguug« Joeovstn'S toud Sretdeubach'S, den Leibroll der Jub« ütera» »»Wegfall zu bringen. S. sogt ganz richtig »torben Deutsche», baß StSndegttederuNg »mb Geevilismnt und fabelt-»auch Hochunnh nack eben unb Unt«brückung »ach unten zn beten Nsstanalcharsster gehöre. Somit liehen änck die Deutschen nicht »an den» gewohnte« Drucke ab, de« fte, bis anf das «iebere Volk, auf die Juden übten. Jeedeh bewährte sich -auch hier, »atz „deine Verb erber, Israel, »tot btt "selbst amsgingen* und „die Bäume selbst b«t» Holz (iefetttnr zu der «jt, welche sie zum Kalle bringen feite.* Juden machte« im Ernst den Vorschlag, der Staat sollte die Juden zwingen, einen Theiklbrer Kinder mit Christen zu verheirathen und deren Nachkommen zur Taufe nöchigen, um so allmistig die Gleichstellung zu bewirken. Die landläufige Behauptung, daß Napoleon den Inden bst Freiheit' gebracht, wird auch hier wiberiegt. Da« französische Volk, ober bester die Grundsätze und die Macht der fr»n»östschen Revolution brachten und erhielten fie ihnen. Napoleon als Unterdrücker der Freiheit sackte fie auch den Juden zu nehmen. Notableu- Versammlung und Eynhedrin sollten sie arclimatifirm und der Freiheit würdig machen. G. meint irrig, baß sie hüb« dienen sollen, die religiöse Verfastung der Alben zu orgonisiren. Aber Napoleon förderte das kirckliche Element nicht. Er gab den Juden zwar eine Ebufistorialverfastung, aber nur um ihr Kirchenwesen polizeilich zu Überwachen und es seinen miiitäriscken Zwecken dienstbar.'zu macken Darum stellte er auch mcht den Rabbiner, sondern den Aelstsstn, gewbhnlich ein Laienmitglted, an die, Spitze deffelbm. G. irrt daher wieder, »eiut er meint, daß Jacobson abweichend in Eastel sich an die Spitze des Eousistoetnms gebringt habe. Napoleon'» Sturz führte die Reaktion herbei ‘ m F-ankreich war diese indeß nur eine politische, in Deutschland auch eine religiöse und fvclale. Die Juden verloren daher hier ihre Rechte wieder. Der Judenhaß wurzelte im Volke, wurde hier •der auch genährt. Einzelne, nicht alle Fürsten und Großen, standen anfänglich aus Seitender Juden, gäbe» aber zu bald dem Balkswillen nach. Sie dulbetien sogar eine heimliche Fälschung der Bundesakte ßm Nachtheil »er Juden. So kamen wider ihren Willen dle Hep-Bersolgnngen. Ueber die Bedeutung diesk« Wortes brachten «st jüngst verschiedene Erklärungen in diesen Bltttern. G.'s Erklärung, die bisherige, Ist nicht annehmbar. Die Hep-Literatur, für Vüd gegen, bringt G. ziemlich ausführlich; Jost ist hier seht mangelhaft. Die Knechtung Deutschland's und'dar Jndm dauerte fort, bis Börne und Heine für «beste-vst Zeit'der Frrihrir vvrberesten halfen. G. erhebt tobe zu sehe;"' er «lebt es, in seinem Üriheil übet die Männer der Zeit de« sklgemeiwm Uriboil' zu widersprechen unb seinen» eigene» Wns'zu gehen.' Ohne ZweisÄ har tr in Vielen Recht, aber «nbengbar beruht sein Urtheil »nch'einerseits'auf Verkennung, andererseits auf Ueberhebung. Bon cker Geschichte der Juden ist auch die de« Zudenthum« unzersteunlich; Eultus wie Wissenschaft dato Judeuthuw« mußte» daher von der neuen Zeit mit berührt'werden. G. besprickt darum anck die Resormbearegung. Er scheint sie auf der einen Eeitr zu beklagen und ctpf der anderen ihr das Wort zu reden; er-findet sie durch die neuen Zeitverbäktnisfe geboten und bedauert doch, daß den Alten die Fähigkeit, und Macht fehlst, fie zu verhindern. Freilich tfiorm die Reformen Jacobsou'S und deS Hamburger Tempels für die damalige Zeit zu radikal, des llebergangS und der Vermittlung entbehrend, und hauptsächlich eine Copst kirchlicher Einrichtungen; aber die-gerühmte Wiener Reform war sür die hartnäckige Orthodoxie von keinem größeren Einfluß. UebrigenS hat auch die Bvrzett gar Manchedem Christmthum entlehnt, wa« enger mit dem fpecifisch Religiösen zusammmhiug,. alö die copirten kirchlichen Institutionen. G. fordert Reform, und doch verwirft er deutsche Gebete und Gesänge, und verweist aus die herrlichen Psalmen. ' Wir verkennen de» Werth der Psalmen nicht, aber ganz algenteiner Natur find nur wenige, sie tragen vielmehr durchgängig den Charakter'der Jndivtdualitül und Nationalität und eignen sich in diesem Falle nicht immer sür den öffentlichen und gemeinsamen Gottesdienst unserer Tage, davon abgesehen, daß trotz ihrer Schönheit die Wirkung sür denjenigen verlor« geht, dem Sprache »nd Inhalt unverständlich dtriben. Wir leugnm ebenfalls das Mißlüde der an« der Kirche verpflanzten Cborslmelodien nicht, aber verhehlen auch nicht, daß selbst Pie kunstgerechte refvrmirte Vortragsweise der traditionellen Gesinge »»och manche« Unästhetische und Abstoßende darbiestt. Der Fehler für diese Reformbewegung war,- daß ihr nicht bie wissenschaftliche Forschung vorausging und man diese nicht abwartest. Sie büßte dadurch ihre Selbstständigkeit-und Naturwüchsigkeit ein. In wisteuschaftlicher Beziehung wurden besonderim Anfang die geschichtlich« Studim gepflegt. . Jost'S Bedeutung ist auch ten@. anerkannt, und auch wir erk«nen mit ihm seine Mängel an; aber tadeln müsten wir die DerveineruugSsucht, welche sich, hier besonders geistnd macht. &. tarnt nicht leugnen, daß er von I. gelernt hat, I. selbst hat die Vorzüge G.'S eingeränmt, weil der Zwerg selbst, ber auf den Schulter» de« Riesen steht, weiter steht, al« dieser selbst; und dennoch behandelt G. den I., wie

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