Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 6 (8.2.1871)
- Date
- 1871-02-08
- Page
- Seite 47 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 47 — ein Schulmeister etwa «tnm Schulbuben behandeln würde, dessen Stylüb'MG 'ih« nicht Genügt. Oestzehl doch selbst Gein, daß auch für ihn die bahnbrechenlaßt sich. s«°Y.*W«u9 yermythm, daß für diese Studien die gälizlsch^ Schuse den Anstoß gab. Mit Unrecht werden Steistyelm'S phflosophisch-dogmatische Arbeit« gerühmt; St., und inst ihm G., verwirft die philosophische F«ü!Mstsß''^i>f'"mgiistrm Gebiete und nimmt den antiquirien OflenbarungSstandpunkt ein. Nicht die vernünftis« Ueberzeaaung ist ihm maßgebend, sondern di« vernunftwidrig« Ofsenbaruna.' Aber da« oroäo qui» »dsnrümn «at ist christlich', das „Erkennen" jüdisch und nicht, wie G. behauptet, heidnisch. St. ist auch nicht deshalb ohne Einfluß gebliebm, weil, wie G. meint, er unjüdisch gelebt habe, sondern weil er in seiner Jugend ein unklarer Denker und in seinem Alter jiz-»H-HHer,jSch>päh^ war. Daraus auch erNärt sich der Widerspruch seiner Denk- und Lebensweise Der Zusammenhang der blutigen DamaSküS-Affairen — denn eS gab deren bekanntlich an verschiedenen Orten verschiedene — mit der politischen Geschichte und der Stellung der Juden überhaupt, ist richtig erfaßt und dargestellt, so daß der Vorfall in Damaskus nicht allein auf Schuld der in Unbildung und Vorurtheil befangenen astatischen Bevölkerung zu schreiben ist, sondern von der intriguenvollen Diplomatie und selbstsüchtigen Polstkk der europäischen Staaten veranlaßt und bedingt wurde. In der gewöhnlichen Meinung ist Montefiore der Träger dieser Angelegenheit, der von da an al« der Retter des bedrängten Israel gerühmt wird. G. schmälert da» Verdienst dieses Mannes nicht, und auch wjx haben nicht die Absicht, es zu thun. ES liegt dies aber auch wohl nur in der Huldigung, welche wiederum hier, wie anderSwo, dem Geld« gemacht wird. Die eigentlich bewegende Kraft war aber Cremieup, und «in großer Thefl de» Erfolges ist der Geisteskraft und Wissenschaft Munks zu verdanken. Freilich zeigte sich auch hier das Geld als der treibende nervus reru&iittaMMJftl Verdienst gebürt nicht Montefiore allein, sondern den englischen Juden überhaupt. Auch die christlichen Engländer nähmen mehr Ankheil an der Affaire, als die Christ«« anderer Länder. Deutschland war damals noch ein geoar«st>hiicher Begriff und bestand weder für hi« Driften, noch,Judeu,. Es bat sich bei' der Synode, dem Gemeindetag«, den russischen Juden, der Alliance leider gezeigt, daß eS auch in unseren Tagen noch sticht besser geworden ist. E» besteht, kr« Deutschland und somit auch keine deutsche Judenhett. Wir wollen sehen, ob eS., damit im Kaiserreiche bester wird; hoffen wir eS l Das letzte Kapitel ist fter innern Entwickelung des JudrnthumS gewid««^ Dir Berliner Rejormgenoffenschaft. wird au» gleichen Bestrebungen h»«or-eG«»gen bärgest«Lt, wie der Dmlsch^katholloi«»»« und die Bewegung der Lichtfreund«. G. hat sich hier vo» de» jchlllernde» Sich» blenden last-n^ womiter di« Sache beleuchtet hat. Im Christenchu« ging diese Beriegwug' au» pftßsische« Drucke, jesuhischerHirrarchtr und pietisttsche» Dogmatismus hcrvorg daS Jndenthu« ab« Hst nichts mit solchen Auswüchsen äußerlicher Kirchlichkeit zu thun. Auch der Gegensatz von Holdheim und Sachs ist unter ein falsche« Licht gestellt. H ist «äS dutch den TalmudiSmuS verbildet, S. als durch dea elasflschen Hellenismus ästhetisch gebildet geschildert. H. ist der gristbegabte Lamdan. S. w«r züm. Glücke nicht talmudisch gelehrt; wäre er die« gewesen, er hätte daran ein Hinderniß für seine künstlrrtich« Gesammtbildung gehabt. G. merkt nicht, «lr er damit selbst dem von ihm stets in Schutz gmommeue« Tal. mudiSmuS ein Schnippchen schlägt und zu wiederholten- Mol,n dt» Beweis abgcht. daß o» iK» mst setuer Gegnerschaft zur Reform-Richtung kein innerlicher Ernst ist. Auffällig ist auch, daß G. die modern« Austastung der jüdischen Geschichte und Religion und deren welthistorischem Beruft christlicher Hand (Ewald) zuschreibt, um nur nicht der Reform «inen Schein von Huldigung zu bringen, welche ihre Auszeichnung gerade in dieser Auflassung hit. In solche Schiefheiten bringt eine a^ftuomwenL Stelltng und die ÄerdechrnG der ««ho ren. Die Schleier sind aber nie so dicht gewebt, daß sie nicht durchsichtig wären. Diese Ausstellungen bedindern nicht das Lob', welches wir schließlich über da« Buch seinem Inhalte wie seiner Darstellung nach auSzusprechrn haben. Verschweigen dürfen wir aber doch nicht, daß wir gerade um der Vorzüglichkeit de« Buchs nulle», iür Satz- und Periodenbau zuweilen eine feinere Feile gewünscht hätten. Sprachlich unrichtjgstnd auch Ausdrücke wie: ^Ueberlegiheit" (S. 47l) und S. 482: „'sie wucherten das Pfund" statt „mit dem Pfund." > Alzey. Dr. 91. J U V ' Anzeigen. » * “ Bekanntmachung. Leider ist unsere Hoffnung ans den ersehnten Friedensschluß im Jahre 1870 nicht in Erfüllung gegangen" und noch ist das Ende des Krieges gar nicht abzusehen. Wenn aber auch der Friede noch in diesem t