Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 6 (8.2.1871)
- Date
- 1871-02-08
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Kirchen 391,270 Thlr., der katholische Ealtu« 858,856 Thlr Auch au» den «»«gäbe» für Giemmtarschuie» und Seminarim, für dahinzi elende Bauzwecke, für Berbefferung deränGerktchie» Lage der Geistlichen und Lehrer ziehen die J«raeM«n »einerlei Vorteile, Häven keine« Ruhen, als et»» de», daß durch Hebung der Cuktur ihnen der Zeitpunkt auch näher tritt, wo der Sah .gleiche« »echt fßr fHfe,* .gleiche, »echte fftr gleiche» PsAchten* zur vollen Wahrheit wird. Ortlitt, im Januar. Der Verein „Achawa* (ron*) hat - dahier Nachahmung gefunden, — doch nicht seiner Tendenz, sondern vorläufig blo« dem Namen nach.. Der hier neugegründete Achawaverein besteht . aus Studirenden, Handwerkern und Gcwerbetreibendea au« Rußland und Polen und hat zum Zwecke: gegenseitige Belehrung, Bildung de«-Charakter«, Unterstützung der unbemittelten Mitglieder und Theikaahme an den Angelegenheiten der GlaubenSgeaoffen in Rußland. Der Verein hat einen edlen Zweck und guten Anfang. Möchte er einen so Slückliche» Fortgang haben, wie unsere Schawa. Di« Znstizeomnnsfio». de« Herruhaufe« hat de» von La«ker und K«sch eingebrachten Antrag, die Auf- Hebung de« Gesetze«, wonach da« ^uneheliche Lind der jüdischen Mutter, dessen Vater ein Christ, gWaft und i» Christettthum erzöge« werden müsse; «Mer von de« Abgeordnetenhaus« «genommen;, vom Justizminister gseichsa» al« selbstverständliche RechtSentwickluug «»erkannt wurde,' mit 5 gegen 2 Stimmen — zur Ablehnung empfohlen. $ranffttrt <U 8R., 28. Zan. Herr vr. med. Stein, Sohn de« Herrn vr. Leopold Stein wurde vom Könige von Württemberg, in Berückfichtigung seiner im Jahre 1866 geleisteten bezüglichen Dienste, jmi Chefärzte de« 3. Cavalleridregiment« „König Wilhelm,* welche« bei Pari« liegt, ernannt. — Au« fBtttttnttferrg. Der Staatsanzeiger für Württemberg enthält eine Statistik de« Bolk«- schulwesen« in Württemberg pro 1868—69, welche aachweist, daß dahier 24 israelitische Schulmeisterstellen mit eine« Gehalte von 4Ö0—420 fl., 3 mit einem Diensteiukommen von 500- 599 und 1 mit einem Diensteinkommen von über 700 fl., zusammen 28 israelitische Schulmeisterftelleu bestehen. Bei allen ist noch frei« Wohattng. Au« BShtttTtt wird berichtet, daß die katholische Ortschaft Licht« »stadt an ihrer Gemeindeschule einen jüdischen Lehrer angestellt und so die Simultanfchule verwirklicht hat. Zn BöhmenI Mo» Prinz Humbert hat währ»» setur« Aufenthalte« dahier g»rst die"vstn de» Liber so sehr beimgesuchten Straße» >- da« Ghetto besucht und für die Beschädigten bedeutend« Geschenke zurückgelaffen. Ll»eplk«. Der . ZSraelite * enthält die Beschreibung der Feierlichkeit und die Rede vr. Kierberg au« LouiSville, welche derselbe gelegentlich de« feierlichen Isesteptritth^eiufl: prowstanttscha^ Mmerikanerin ^ny Zudrnthum im "dortigen Tempel gehalten. t Literarisches. Geschichte der Juden vom Beginn der MendelSsohn'schen Zeit (1780)' bi« ia die neueste Zeit (1848), von Prof. vr. H. Gr ätz. H. Band. OSkar Leiner. Leipzig 1870. — Ze näher die Geschichte der Gegenwart rückt, desto mehr Freund« wird sich da« Geschicht«werk von Grätz unter dem großm Publikum erwerben. Die Geschichte der Borzett kann der gelehrten Forschung nicht entratheu und liegt schon dadurch dem größeren Publikum ferner. Hier kommt e» un« vor, al« lleßen wir un« die Geschichte unserer Kindheit erzählen; wir haben fie erlebt und doch wissen wir nicht« von ihr. Aber schon deshalb, weil e« unsere eigene Geschichte ist, liegt sie un« nahe und 'am Herzen. Wir begegnen hier auch nicht der Aufzählung nackter Ereignisse, deren Zusammenhang, wenn sie altersgrauer Borzeit ongehiren, oft nicht mehr zu erkennen ist; hier wird der Erzähler gezwungen, Entwicklungsgeschichte zu geben. Vortheichast sticht bei Grätz gegm Jost da« warme Gefühl für da« Judenthum, wie der Muth ab, auch dem Shristenthum entgegruzutretrn. G. «eist nach, daß selbst dem bescheidmen und schüchternen Mendelssohn dieser Much nicht fehlte, wmn er ihn, auch nicht ostmsiv zu Tage trug. Dir Geschichte M.*S ist kurz, aber markirt gezeichnet; wir begegnen keknm neam Forschung» von Bedeutung, aber geistreichm Gnippirungen. Die Aufklärung über die Opposition, welche M.settm« einzelner Rabbiner erstthr, enthält indeß einige« Reue. Für unser« Zeit hebm wir noch besonder« die echt deutsche vaterländische Gesinnung M.'S hervor, welche stark gegen da« Franzoseuthum seine« König« absticht. Also schon M. echt deutsch und patriotisch, und doch will man oft heute noch nicht glaubest, daß Juden deutsch und patriotisch deukm können. Interessant ist die Ge-