Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 6 (8.2.1871)
- Date
- 1871-02-08
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4896751-5428704-5433768--3277-4899540- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Leistungsfähigkeit ^»tsvrecheaden BerufSkrch» .Gaben; »««,.»{**& auch thun, «a» «echt ist. — Wi, kommen nun zu den Lehrern. (Schluh folgt ) Kleine Arbeit in der Schule. (Schluß.) __ Wir sollten uns stets dessen lebhaft bewußt sein, daß die Schulzucht wesentlich in der tiefen, freiwilligen, nicht erzwungenen Achtung vor dem Lehrer wurzelt. Wenn wir von'' dlefdvr sittlichen Ernste strenge Rechtlichkeit gegen jeden Schüler erheischen, so ist das etwas sich von selbst Verstehendes; aber wir sollten auch in disciplinärer Richtung alle- Erforderliche oorkehren, daß die Achtung vor der Autorität im KindeSherzen ungeschmälert erhalten und befördert werde. Die Stärkung der elterlichen und Lehrerautorität, die Pflege der Pietät gegen beide, darf daher nie außer Acht gelassen werden! In letzterer Beziehung ist eS entschieden verwerflich, über den Borlehrer sich ungünstig )u äußern, den Tadel, der dem von ihm herkommenden Schüler gebührt, jenem aufzubürden, oder gar zu gestatten, daß dieselben ohne Achtungsbezeugung an ihm vorübergehen. Wir fordern dagegen ganz entschieden, daß alle Lehrer von allen Schülern höflich gegrüßt «erden. Za, .eS sind gewisse Höflichkeitsbezeugungen der Schüler gegen die 4ehrer in dieser^ Richtung nicht gleichgiltig. Daß da von einem Ehrgeiz, Kindern gegenüber, nicht die Rede sein könne, wird überflüssig sein, zu bemerken; aber daß Schüler beim Begegnen auf der Stiege oder an der Schufthür ihm den Dortritt, daß sie etwas HerabgefalleneS ibn nicht ausheben lassen; daß er daS, wenn eS ihnen daS SchicklichkeitSgefübl picht selbst sagt, schon quS.dem Grunde auSd^tütklich verlangt, weil der Lehrer auch zum Anstand gtwöhpen soll; daß er alljährlich bei. älteren Schülern eine» Aussatz über di« hergebrachten Formen des gesellschaftlich - menschlichen Verkehrs machen lassedas verdient, so nebensächlich eS scheint, doch ausdrückliche Erwähnung. Es ist auch, von Belang» wie der Lehrer von seinen Vorgesetzten vor den Schülern behandelt wird. Zch denke dabei »icht einmal ay jene Rohheit, welche dem Lehrer vor den Schülern Vorhalte macht, oder ihn gar herabsetzt, wa« selbstverständlich nur Folge des unnatürlicheu Verhältnisses ist, daß der Lehrer allein von etnrm andern Stande amllich abhängt, der in vielen Fällen kein Zntereste <m der Aufrechthnltnng feiner Männliche» Würde vor der Zpgend hat,' sondern nur a» die-Benennung desselben-vor den Kindern, weil dieselbe herkömmlich, besonders in mauchen Städte», mit dem-Perfonenna»«» erfolgt. Diejenigen kurzsichtigen Lehrer, welche das alch völlig gleichgiltig ansehe», könnte» leicht die.Gegenprobe machen, ob die» auch »o» anderer Seite als belanglos, gilt, indem st, dgrt versuchsweise den Stande»» mit dem GeschlechtSngM» vertauschen. Die raschest erfolgende Correctur würde jedensall« den Hauptgrund nicht angeben, welcher darin besteht, den Kindern indirekt zu sagen, bäß der Lehrer kein Amt habe, sondern daß er sei, was ein Anderer, der von ihnen auf der Straße auch mit Herr R. angeredet wird. Wir halten überhaupt dafür, daß nur der Name „Lehrer" dev Schüler in'S rechte Verhästniß zum „Vater in der Schule" seht. .Herr" erscheiut uns dabei viel gleichgiltiger als Lehrer. Es könnte und sollte von Lehrern das Beigebracht« noch erweitert und zu einem durchgreifenden System ausgebaut werden. Ich muß schließen, daß meine Abhandlung nicht einer Receptsammlung ähnlich wi d, obgleich sie durch den Pestalozzischen Ausspruch als ein einheitliches Ganzes zusammengehalten ist: „Reine MenschenwriShvt ruht auf dem festen Grunde der Kenntniß feiner nächsten Verhältnisse und der auSgebildeten Behandlungsfähigkeit seiner nächsten Angelegenheiten " Die DiSciplin ist die wahre Freiheit und Gleichheft, den» st« macht zu Gleichen und Gleichen; sie ist Rand und Band für Alle, Zügel und Zaum für don Mißgearteten, die Unterwerfung der rohen Kraft unter das Gesetz, die Vorschule für die Beobachtung der staatlichen Gesetze und ein Prüfstein für die sittliche, geistige und Charaste kraft des Lehrer». . Fr. W. Pfekffr'r. Woche« b e r t' ch t. Berit«. Es möchte sich doch der Mühe verlohnen, einmal die Zahlen zu betrachten, welche der Etat des CultuSministet i ums fürPreu ßen in manchen Beziehungen in den eben erfolgten Beschlüssen des Hauses der Abgeordneten nachweist. — (Hierzu kommen noch zumeist viele Syp^men aus der Provinzialgesällen.) Der „evangrusche Oberkirchenrath" 25,580 Rthlr.: Die evangelischen Consistorien 198,672 Rthlr., die evangelischen Geistlichen und