Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 5 (1.2.1871)
- Date
- 1871-02-01
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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37 Zu diesem Zwecke wäre eS ersprießlich, den Kindern durch Gewohnheit die Schule und das Schul» Haus als einen Ort, an dem man sich anständig zu betragen hat, vom Eintritt an kennen zu lehren. Dazu fordern wir aber, daß an mehreren Elasten derselben Schule Einheit in die DiSciplin gebracht werde, wornach in einer Elaste dasselbe erlaubt und verboten ist. Was ohne solche Harmonie in der Schulzucht Ein Lehrer mit Mühe baut, daß zerstört der andere. Wir wissen eS recht wohl, daß solche Lappalien erst dann in den Gesichtskreis der Schulbeaufstchtigung treten, wenn sie von Fachmännern geleitet wird. Eine Schlußfolgerung aus unserer Forderung ist, daß sich die Schüler im Schullokal nie polternd und springend bewegen oder schreiend unterhalten dürfen. Leises Gespräch auf den Plätzen nach Unterbringung der Schulgeräthe vor dem Schulanfang ist gestattet: wer lärmt, wird von dem ersten anwesenden Schüler, der den Sitz des Lehrers einnehmen darf, ausgeschrieben. Um die Ordnung bei größerer Ansammlung, von Schülern leichter handhaben zu können, wird 5 bis 10 Minuten vor der Ankunft des Lehrers im Schullesebuch gelesen. Der Lehrer erspart sich durch solche Ordnung gar manche Strafe und bewahrt seine und seines Schülers Lunge vor jenen häßlichen Staubwolken, die die Schulluft doppelt ungesund machen. Dazu wird für die Lesefertigkeit eine stattliche Zahl von Stunden gesunden. Da wir unseren Schälern bei gutem Wetter, wo eS nur irgend die Umgebung des SchulhauseS gestattet, nach den zwei ersten Unterrichtsstunden eine Pause von 10 bis 15 Minuten zu freier Bewegung gestatten oder sie durch Zimmerturnen nach vr. S ch-r e b e r, dessen treffliche Uebungen ich demnächst durch unser Blatt veröffentlichen werde, ausfüllen; so gewähren wir auch keine Summ- und Brummstadien bei dem Wechsel der UnterrichtSgegenstäade, sondern die Bankobersten haben den Auftrag. Unruhige zu verzeichnen. Gleiches geschieht, einfür allemal angeordnet, wenn der Lehrer auf kurze Zeit durch Erwachsen« beansprucht wird. Hieher gehört auch, daß der Abgang der Schüler geregelt wird; daß sie ohne Poltern, paarweise, die Schule verlastm. Sehr förderlich ist eS für die Schulordnung, wenn von Woche zu Woche abwechselnd die Säuberung des Raumes im Kleinen in die Hand eines Schülers gelegt wird. Alle gewöhnm sich dadurch an eine reinliche Umgebung, deren Herstellung nichts weiter erfordert, als daß durch einen bereit gehüstenen Lappen vor jeder Schule Pult, Tisch und Karten abgerieben und nach derselben die unter den Bänken und auf dm Fenstersimsen liegenden Rudera entfernt werden, woneben die Bankobersten die Speisereste auf den Fmsterfimsen zu sammeln haben. Da Alles in der Schule geordnet sein soll, so ist auch da« Trinken — daS zu gestatten sein dürste an ein Maß gebunden. Das Wastergefäß hat daher seinen bestimmtm Platz und kann bei dem Wechsel der UnterrichtSgegenstände still ausgesucht werden. Mißbrauch und Lärm hat Entziehung der Erlaubniß auf kürzere oder längere Zeit zur Folge. DaS Herbeischaffen de» Wassers vor der Schule ist ein Geschäft des Schülers, der in der betreffenden Woche die Reinlichkeit zu überwachen hat. Um die K'nder leichter an Stille und Präcisioa . in allen Bewegungen zu gewöhnen, spreche der Lehrer weder im Unterricht, noch in der Richtung aus DiSciplin ein unnütze» Wort. Knapp im Won, legt jedem ein Gewicht bei. Wir halten eS 'daher für zweckmäßig, beim Ueberganz zur Tagesordnung, bei Vorbereitung von Tafel und Papier, zu zählen, statt zu sprechen. Tafeln herauf: 1 — Abwischen: 2 — Bereitschaft: 3. AlSbald wird daraus bloS l, 2, :>!t— Desgleichen beim Einpacken. Viel Unruhe macht in mancher Schule der Uebergang zum Schreiben, die Bertheilunz ver Fevern; also viel Lärm um N chts. Ich lege hier nieder, wie ich's treibe, mögen eS Andere bester machen! Federvertheilung: Die Bankobersten erhalten io viele Fe» dem, als Schüler in EinerBank sitzen, und zebm dieselben in ihrer Reihe weiter. Erftere sammeln ne in derselbm Weise wieder ein. Der Lehrer nimmt ne von der letzten Bank gegen die erste zusammen und gibt sie dort zur Ablieferung rechten Orts an die Bankoberste, indeß er in der nachstehend beschriebenen Weise von der ersten zur letzten Bank die Hefte zusammen nimmt. In einer Minute mit einem Ganz nach hinten und vorn ohn: jede Unordnung erscheint Alles beendet. Am Ende des Pensums legt der Bankoberste sein Heft umgekehrt, d. i. mit dem Namen nach unten, und sammelt daran-' in derselben Wnse, der Reihe nach, die Hefte der übrigen Schüler in seiner Zeile. Der Lehrer nimmt so, wie sie nun liegen, an den Bankköpfen die aufzeschichteten Hefte weg und schichtet sie ebenfalls, mit nach unten gekehrtem Namen, der Bankordnung nach, aufeinander. Beim Umkehren — die Namen nach oben gerichtet — liegt da» Heft der ersten Schülerin oben, das der letzten unten und alle können mit Einem Gange wieder an die Bankköpfe in nächster Stunde abgegeben werden. Sind die Hefte durch Correctur außer Ordnung gekommen, so wird der denkende Lehrer nicht entweder selbst herumrennen, um sie da oder dort abzuzeben, noch Schüler herumlaufen, sondern die Bankobersten in Reihe aufmarschiren und Jede« die Hefte entgegen nehmen lasten, die in seinen Regierungsbezirk fallen.