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Der israelitische Lehrer · 1871-02-01 · 5 (1.2.1871) · p. Seite 36

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
5 (1.2.1871)
Date
1871-02-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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— 36 — Schulen nnd die Lehrer im Orient haben hoffentlich nicht ihre Thätigkeit eiugestellt; sie werden ihre Subventionen nnd Gehalte verlangen. In Pari» und Frankreich überhaupt «erden für den Augenblick die Einziehungen der Beitrüge nicht so sehr leicht gehen; dorthin müssen also unsere Beitrüge stießen: desgleichen wird die krüftige Fortführung der Aufgabe des Grenz-ComitsS für Westrußland unsere hingebende Aufmerksamkeit und Thätigkeit in Anspruch nehmen. Wir können Gelker sammeln zu irgend welchem beliebigen WohlthätigkeitSzwecke. Aber als Mitgliederbeiträge für die Alliance können diese nicht gelten, wenn nicht eine statutengemäße Verwaltung die Garantie für die regelrecht« Derw?ndung übernimmt. Wir können also die Beiträge zur Alliance pro 1871 sammeln; aber ne jetzt verwenden ist unthunlich. Reserviren 'wir dieselben für den Moment, wo die Centralleitung ihre Thätigkeit wieder mit GotteS Hülfe beginnen kann. *) Da es aber möglich ist, daß eS dann erwünscht ist, scknell Gelder vorhin en und bereit zu haben, so ersuch.» auch wir diejenigen ComiteS und Rechner , sowie die Einzelnen, welche unö bisher die Gelder zur Uebermittelung übergaben, die Einkassirung zu beginnen und zu reserviren, damit sie zur geeigneten Leit bereit liegen. Wir ersuchen schließlich die verehrliche Redaction der ,JSr. Wochenschrift" von unseren Anschauungen Kenntniß zu nehmen und dürfen eine Aeußerung darüber erwarten, dapnt die Situation klar werde. Wir haben volles Vertrauen in ihre Unparteilichkeit in dieser heiligen Angelegenheit. Ingelheim, den 23. Jan. 1871. I. Klin g e nstei n. Sdtmt Arbeit in der Schute. (Fortsetzung.) - Um eine Uebersicht über die diSciplinären Maßregeln zu gewinnen, die in einer Schule durchgreifend zur Geltung zu gelangen haben, möchten wir sie eintheilen in solche, die die äußere Ordnung und Ruhe herzu stellen, ferner in diejenigen, die den Unterricht zu fördern und endlich in solche, die der sittlichen Erziehung zu dienen beabsichtigen. Daß . Ordnung und Ruhe herrschend swerde, hängt einerseits von dem äußern Benehmen des Lehrers, an¬ *) Tank fifott, wir boften nun bald! (Während der s'Iorrecrur am 30. Jan.) drerseitS von gewiffen Veranstaltungen ab. Um jene zur gern geübten Gewohnheit zu machen, sollen die Kinder selbst zur Aufrechthaltung in'» Jntereffe gezogen werden und daran betheiligt erscheinen. ES leuchtet ihnen alsdann am ersten die Nothwendigkeit ein, daß die Schulordnung im gewiffem Geleise zu verlaufen habe. ES ist die» derselbe Gedanke, den die Philanthropen mit ihren Schülergerichten zu verwirklichen suchten. Die plauderhafte Schülerin wird am leichtesten unschädlich gemacht, wenn sie diejenigen aufzuschreiben hat, welche sich gegen die gebotene Ruhe verfehlen. Unter den Maßnahmen, deren vom Lehrer gewartet werden soll, dürften zunächst Erwähnung verdienen, daß sein Blick fest, nicht unstät, überall sein soll, damit kein Schüler nur einen Augenblick sicher vor Beobachtung sei; daß er nicht zu den Planeten oder Wandel-Sternen, sondern zu den Fixsternen gehöre; denn nichts zerstreut Kinder mehr, als wenn sie dem Lehrer bald da-, bald dorthin, mit den'Augen folgen; als wenn ihnen bald die, bald jene Seite zuwendet. Er soll also sein, um mit Abraham a Santa Clara zu reden, wie der Mond, der uns stetdieselbe Seite zukehrt und wieder nicht wie der Mond, der da umherwandelt. Doch will mit Ersterem wieder nicht gesagt sein: daß er als Bildsäule in seiner Schule stehen soll. Seine Beweglichkeit hat mehr geistiger, als leiblicher Natur zu sein. Die stete Gegenwart des Griftes läßt es nicht zu, daß er nicht jeden Augenblick über sich Herr sei. Trotz aller Aufmerksamkeit für seinen Unterricht, um diesen weckend und anregend zu machen, darf er me die Disciplin außer i Augen setzen, indem er oft plötzlich die Stimme! mäßigt, um die Ohren auf's neue an die Schärfung zu mahnen. Soll er auch ein Auge zudrücken können, wo irgend eine Ungehörlgkeit die Claffenordnunq nicht stört; so sollte es doch für ihn unumstößlicher Grundsatz werden, guch scheinbar Unbedeutendes sich nicht entgehen zu laffen. Da ich noch mehr andere» hieher Gehöriges nicht aufzählen will, um nicht zu ermüden, oder längst Bekanntes aufzuwärmen, cehe ich nunmehr daran, die festgefugte Schulordnung zu zeichnen. Eine Hauptregel, um gnte Disciplin in einer 1 Schule zu halten, dürfte die fein: geringer« OrdnungS- | Störungen abzuschneiden, um größere, daraus ent- . stehende Ungezogenheiten nicht tadeln, sich darüber er-! eifern oder strafen zu müffen. Es ist dies eine wahre , Wohlthat für leichtsinnige Kinder, die ohne solche Vort sorge und Gewöhnung sich viel häufiger verfehlen uud in Folge deffen gerügt und gestraft werden. Er« stere Straffolge macht sie dann leicht unempfindlich gegen da« Wort de» Lehrer», oder stumpft ihr Ehrgefühl ab, letztere ruft nicht selten die Mißstimmung, ja den lauten Tadel de» Hauses hervor.

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