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Der israelitische Lehrer · 1871-01-25 · 4 (25.1.1871) · p. Seite 29

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
4 (25.1.1871)
Date
1871-01-25
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
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dürften — wie ehedem") — die 40 Sinai-Wort« (D’-om m»j>) mindestens auszüglich zur täglichen Mahnung wieder ins Gebet auszunehmen sein; (?) da nach talmudischer Deutung der Inhalt derselben in jenen 3 Abschnitten wiedergegeben ist, weßhalb zum ersten und Hauptabschnitt die beide« Andern hinzugefügt wurden. «) Hinter diesen Bibelstellen folge eine dreimalige Anerkennung der Religionswahrheit no« (a «in nnt« jumo, b jn« n«i nn«, c U’r6# " veon nmip) und so fort (als un'iv onay nooi, u\"ib« " un^so DnsDD nur by, ia>na mayn dtti nypa 110 D’i,) bis zum Schluffe amv 7so. f) DaS darauffolgende Hauptgebet (nben) kann sogleich laut vorgetragen werden, wobei jedoch die Stelle innj «bi bis mm auszulassen wäre, und dafür sollte — wie dies auch bei dem portugiesischen Ri>uö (0’-nsD iuo) geschieht — der vollkommne Satz vy aiy ’«npi nar ,'^viiP "jniaPDa niov', gleich wie im Mustaph - Gebet gesprochen werden. — Ebenso dürfte statt des unlogischen onbvrn brnv' ’ffxi bester ‘hobt’ nbeni gesetzt »erben, da wir ja doch keineß„Feueropfer* * mehr darbringen können. Deßgleichen ist die ältere Schlußformel myj nmo -paP mi«v ’"eo der jetzigen iJ'j’y minni vorzuziehen , g) Endlich folgt die Bibelvorlesung (und Erklärung) — nach einem dreijährigen Cyclu« — (nemp mDsni minn mit den dazugehörigen Segenssprüchen dann wird der 145. Psalm (nspx) recitirt und das sogenannte Zugabs- (u. Mußaph») Gebet in der Gestalt verrichtet, daß nur besten 3 Lobsprüche, ferner der eigentliche Festspruch (u>.nb«) und die 3 letzten Denksprüche sogleich laut vorgetraaen, alles Uebrige aber leise gebetet wird. — Mit dem Schlußgebete, was indeß eine zeitgemäßere Form erhalten sollte (u’Py bis ri'vrna, dann 12m«', nox min uP irui — ’ua nnatp bis ny px und mit dem Sabbatpsalm (92 und 93) endet dieser öffentliche Gottesdienst. Auf diese Weise könnte da» eigentliche Pflichtgegebet (n'inv) mit der Bibelvorlesung verbunden bleiben und zugleich das Mußaph-Gebet angereiht werden, ohne daß hierdurch die gottesdienstliche Zeit zu lange dauert; indeß nach der modernen Einrichtung in 3 u. Gcm. B. 29».); namentlich wie denselben d. jcr. Talmud enthält. *) Vergl. hiezu die Mischnah Tr. Tamid V. 1 m. Gemara B Tr. Berachoth 12». u. Gem. J. z. s. Tr. I. 4, wo die erwähnte Parallele aufgestellt ist. größer« Gemeinden die meisten Mitglieder an jenem Pflichtgebet gar nicht, sondern nur an dem minderwichtigen") Mußaphgebet sich betheiligen. Bei einer dieSfälligen Ausgabe eines isr. Gebetbuches müßten nun die angegebenen wichtigsten Bestandtheile unserer Gebetordnung (ndon -iitd) mit größer« Lettern gedruckt und zugleich übersetzt werden, damit dieselben mit etwaiger Ausnahme von v'ip und yov und nanxi (Dnan rnivy) nitrnp, D'äna rcna -nana, — wo eS gewünscht wird, sogleich m der Landessprache vorgetragen werden können. Alle übrigen Gebete sind dann mit kleinen Lettern zu drucken. Wochenbericht. Cöln, 13. Januar. Ein so eben erschienener „Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegenheiten der Stadt Cöln" enthält auch für Ihr geschätzte» Blatt manches Jnterestante, und erlauben Sie mir wohl, das hierher Gehörige mitzutheilen. Vorübergeh.'nd bemerke ich bloß, daß unter 4969 Geburten 70 jüdische und unter den 3608 Sterbefällen 27 jüdische waren. E» ist dies ein außerordentlich günstiges Derhältniß; denn während das Verhältniß der jüdischen Geburten zur Gesammtzabl gleich 1,4%, so ist das der Sterbefälle zur Gesammtzahl nur 0,75° 0; noch günstiger gestaltet si h die Zahl der Heirathen: unter 1319---35 und eine gemischte Ehe, wo der Mann katholisch, die Frau jüdisch. Bedeutungsvoller als diese statistischen Notizen sind uns die Berichte über das städtische Schulwesen. Wir bemerken beiläufig, daß in der städtischen Realschule — Gymnasien sind Staatsanstalten — unter 559, an Katholiken 366, Protestanten 125, und 64 Israeliten waren. Die Elementarschule der iSrael. Synagogengemeinde ist von der Stadl übernommen worden. Die Zahl der israelittschen Elementarschüler *) Vergl. hiezu d. Mischna Tr. Berachoth IV. 7. Hieraus bezog sich eben mein anderer Antrag in der erwähn- , ten Rabbmerversammlung: „Zur größer« Betheiligung am l' sabbatlichen und festlichen Hauptgottesdienst möge man denselben nicht stricte von der bisherigen rabbinischen Zeitbestim-! mung (;mw> rtsn p* Kolbo 8- 11) abhängig machen!" Daß! aber, wo es des-allgemeinen Zweckes wegen nicht anders möglich ist, das Pfllchtgebet auch noch spater förmlich verrichtet werden darf, ist sowohl aus dem allerersten Ritual-! codex des Maimomdes (vom Gebet I. 13) als auch aus den

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