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Der israelitische Lehrer · 1871-01-11 · 2 (11.1.1871) · p. Seite 14

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
2 (11.1.1871)
Date
1871-01-11
Page
Seite 14 (sequence 6)
Language
German
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— 14 — {ein, die überhaupt des Lehrers sich bei der Wahrnehmung hemäcktigen, daß die in die Linderherzen gestreuten Lörner keimen und zu hoffnungsvollen Früchten sich entfalten. Schon oft hat man aus dem Munde jüngerer Lehrer die grämenden Worte gehört, daß sie 2, 3 Jahre in dem Seminare verbracht und trotz 'der besten Censur nun in eine Religionsschule gesetzt werden, ein Feld, für desi n Bearbeitung ihnen so wenig Anleitung und Unterstützung geboten wurde. Um nun auch in diesem Unterrichte als Schulmeister dazustehen, werden sie ebenfalls mehrere Jahre mit sich zu thun haben und bei nicht fortgesetzter Uebung in den Realien werden sie sich derselben so entfremden, daß das Frühergelernte nur als „dagewesenes 1 „lückenhaftes Gebilde' «noch in ihnen existirt. Diesem Ucbel wird jedoch abgeholfcn, wenn der ReligionSlehrer auch fördernd auf die Weiterbildung seiner Schüler in den Elementarfächern wirkt. Einen gar nicht hoch genug anzuschlagenden Gewinn erzielt der Religcnslehrer für seinen Religionsunterricht durch Gründung einer Jugendbibliothek. Jeder Lehrer kennt die pädagogische Regel: „Don der Anschauung zum Begriffe." Dieses Gesetz der Anschauung muß sich jedenfalls auch auf den Religionsunterricht auSbehnen. Hi>r müffem dem Lehrer, um die Kinder von der Wahrheit des Gelernten zu überzeugen, Beispiele in Menge zu Gebote stehen. Er wird sich jedoch nicht lange zu besinnen haben, denn seine Schüler werden solche aus den gelesenen Bücher» der Bibliothek allein zu finden wiffen. Dieser Vortheil ist also spcciell auch sür oen ReligiouLumerricht nicht zu unterschätzen und gilt hier des Dichters Wort: ~ „Alles muß ineinandergrcifen, Eins durch das Andre lläh'n und reifen." Besucht ein Tbeil.der Schüler und Schülerinnen eine höhere Bürger-- oder Töchterschule, so wi,d gewiß jederLehrer schon wabrgenommen haben, daß der Religionsunterricht bei denselben zu den Nebenfächern gezählt wird, und daß man nu dann Zeit für ihn erübrigt, wenn alle anderen Fächer zur Genüge die Revue passirt haben. Die Geringschätzung des Gegenstandes überträgt sich dadurch nicht selten auf den den Lehrer. Es ist dies eine Thatsache, die dem ReligionSlehrer oft umso mehr Gram bereitet, als er durch die vielen Elementar- und Realgegenstände nicht selten genöthigt ist, seine Unterrichtsstunden auf die Abends- oder Nachtzeit zu verlegen. Wenn es zwar Mittel genug gibt, um jenen eingebildeten ,Studentlein" die Autorität de» Lehrers begreiflich zu machen, so. denke ich, wird durch daS Nachhelfen von Seiten des Religionslehrers derselbe gleichsam den andern Lehrern gleichgestellt. (?) Wenn man nun noch zu dem schon angegebenen Gewinn die Zufriedenheit der Eltern und überhaupt der Gemeinde hinzudenkt, welche ein solches Benehmen de» Lehrers jedenfalls zur Folge hat, s« wird man leicht einsehen, daß die in dem Thema angeregte Frage mit gutem Gewiffen bejaht werden kann, und daß der Gewinn nicht nur ausschließlich zur Seite des Schülers sich neigt, sondern auch dem Lehrer nicht minder ein solcher zu Theil wird. Wochenbericht. Fraukfust a. M., 1. Jan. So eben erschien der sechsunddreißigste Gericht über den Bestand und Fortgang deö Vereins in Frankfurt a. M. zur Beförderung her Handwerke unter den israelitischen Glaubensgenossen vom 1. Sept. 1868—1870. Wientnehmen demselben mit Vergnügen, daß die Thätigkeit deö Vereins eine stetige und fortschreitende ist. In den beiden verffossenen Jahren 1869 und 1870 sind 27 Lehrlinge ausgenommen worden, die Gesammtzahl stieg auf 1048. Am 1. Sept. 1870 waren 47 Zöglinge hier und auöwärtü in dcr Lehre verblieben. Außerdem hat die H. S. Goldschmidt'sche Stiftung, welche mit dem Vereine in Verbindung steht, 4 Lehrlinge ausgenommen; die Geiammtzahl derselben erhöhte sich auf 42, wovon noch 8 in der Lehre stehen. Ferner hat die damit verbundene Caroline Goldschmidt'sche Stifiung von 186^—1870 dreizehn Meistern Unterstützungen überhaupt, insbesondere bei ihren Niederlaffungen gewährt. Auch soiese Anstalt hat bis jetzt 101 Meister durch ihre Unterstützungen in ihrem Fortkommen befördert. Der Votsitzende des Vereins ist dcr sür die Achawa wie überhaupt für die verschiedensten wohlthätigen Anstalten, wie für die iSr. Gemeinde überaus thätige Herr Leopold Beer. Wenn auch die ursprünglichen Zwecke, welche dieser und ähnliche Vereine im Auge hatten, im Laufe der Jahre sich wesentlich modificirten, so dürfen wir doch den Fortschritt in diesen Anstalten nicht unterschätzen. Tie Förderung gewerblicher Thätigkeit unter den Israeliten ist nicht mehr eine That eine Nolbwendigkeit, wie vor 30—40 Jahren. Immerhin aber ist eS eine der größten Wohlthsten, jungen Menschen zu einem ordentlichen Lebensberufe zu verhelfen. Eine Bemerkung können i wir nicht zurückhalten: der jüdische Jüngling, der sich den Studien .oder dem Gewerbe widmen will, findet auf manck fache Weise Unterstützung. Für die Heranbildung tüchtiger Lehrer aber —(tta8 doch für

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