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Der israelitische Lehrer · 1871-01-11 · 2 (11.1.1871) · p. Seite 12

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
2 (11.1.1871)
Date
1871-01-11
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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12 D. 37, ein passender Schluß, nach welchem V. 39 *ix sich als Zusatz zu erkennen gibt. Ganz am Schluffe, D. 42, ist dann 'auch wieder, ähnlich wie bei dem Schawuothfeste an Deuteronomium, die Beziehung zur Befreiung aus Aegypten hervorgehoben, welche ihm ja auch schon in seiner geschichtlichen Bedeutung eigen ist. So characterisirt sich denn auch dieses Fest in seiner modificirten Bedeutung als Träger der Freiheit«- und Gleichberechtigungsideen, welche an Deuteronomium ähnlich wie und fast mehr noch als bei dm anderm Festen besonders betont sind Bei der Restauration unter Josia und unter ESra finden daher diese Feste: Peßach (2. Kön. 23) und Succoth (ESra 3, Reh. 8) eine besondere Bevorzugung. Nach ESra 3 beginnen sogar die Feierlichkeiten mit dem ersten Tischri und doch findet nur das Snccothfest Erwähnung; die andern Feste des Tischrimonats scheinen entschieden nicht gefeiert worden zu sein. Ruch die Einweihungsfeier be3' Salomonischen Tempels verbindet sich mit dem Hüttenfeste und erwähnt nur dieses (1. Kön. 8, 2 u. 65). Succoth führt darum auch .fpeciell den Namen an (Fest). Auch Zachar. 14 zeigt, welche Wichtigkeit man diesem Feste beilegte. Aus "biefer Prophetenstelle geht hervor, daß Succoth nicht nur ein Danktest' für die erhaltene Ernte, sondern gleichzeitig ein Bittgang für das Gedeihen der neuen, zukünftigen war.' Die , betreffenden Bittgebeteum Regen characterisirten das Fest besonders in den Hosiannazesängen bei. der Ceremvnie der Wafferspende (mxiBn) *) die ihren EulminationSpunkt am Schluffe des Festes (xa*i xapfcal und ms; ’J’Dp) erreichten. Wafferspende, Hosiannagrsänge urd Schwingen des Feststraußes fanden an jedem Tage des Festes Statt; am i"m Tage, als dem letzten Tage des Festes, wurde der Feststrauß als unbenutzt, unter dem Jubel des Volkes über das Vertrauen auf die Erhörung der Gebete und die erlangte Hülfe GotteS, abgeklopft und weggeworfen. ES scheint dies auck mit den Ethrogim geschehen zu sein, denn nur so erklärt eS sich, daß das empörte Volk den König Alexander JanäuS damit bewerfen konnte. Das theilweise noch übliche Abklopfm der Weidenzweige am "i"in erklärt sich auch daraus.—) Dem'Gebrauche ist irr späterer Zeit nur *) Die Wafferspende war ein Symbol der erhofften Fruchtbarkeit und des unerschütterlichen Gottvertrauens im Hinblick auf dm erflehten und vermißten Regen. Man gab Waffer hin, um »vermehrtes" Wasser von Gott zurückzuerhalten. Eine etwas heidnisch gefärbte Opferidee, wetzhalb sie von den Saducäern verworfm wurde. Auch Elia (2. Kön. & 34, 35) füllte die Gräben trotz des Regmmangels mit Waffer. Es war dies ckmsowohl eine Spende, ein Opfer, wie das Zeichm des Gottvertraums. —) Der auch lange und vielleicht noch hier und da übliche und durch Werfm vermehrte Unfug am n»> «>ns erklärt sich daher.? . ■ _i eine mystische Bedeutung gegeben worden, wie der ganzen i"rn-Feier. Diese gilt als eine nachträgliche 2.1 "'-Feier und das Abklopfen der Weidrnzweigblätter wird symbolisch als Entfernung und Vergebung der Sündm betrachtet. Das in den Hosiannagebeten sich wiederholende to njjmn xvn ’jx ist nach dem Usus des Rabbi Jehuda tradirt und von diesem wohl zur Verhütung einer bei häufiger Wiederholung möglichen Blasphemie im kjk statt (n) in’ 'x gebraucht worden, wodurch aus Mißverständnis im mit enm („und er") verwechselnd xini ax („ich und er") entstand. Die d»* (Regen-) und *>d (Thau-) Gebete am j?"tp und ersten Peßachtage characteristren die Feste noch deutlicher als Erntefeste. Es ist bedeutungsvoll, daß sogar der erste Peßachtag hierzu bestimmt wurde, zum Beweise, wie sehr durch diese Modifikation die geschichtliche Bedeutung in den Hintergrund gedrängt wurde, welche man später doch selbst bei den anderen Festen dadurch zu betone« suchte, daß man auch bei ihnen einen Zusammenhang mit der Befreiung aus Aegyptens Sklavenjoch nachwies. Wir wiffen auch aus de» Verhandlungen des Talmuds, welcher Werth selbst in der Liturgie der Erinnerung an die Befreiung auS Aegypten beigelegt wurde (oiirrv nx’S’ *oi). Aus diesem Zusammenhänge, worin durch die Regengebete mit Succoth gesetzt ward, geht hervor, daß erstereS nicht als besonderes Fest galt. Auch weist der Bibeltext den einheitlichen Character und die Zusam-- mengehörigkeit beider nach. msy heißt »Einhalt," „Schluß." Darum führt auch (Deut. 16, 8) der letzte Peßachtag diesen Namen und bei den Talmudisten selbst Schawuoth, indem, es gleichsam als Schluß des siebenwöchentlichen PeßachfesteS aufgefaßt wurde. Der Zusammenhang beider Feste und gleichsam ihre Zusammengehörigkeit liegt auch in dem Omer- Zählen angedeutet, und die Bibel deutet den Zweck der Erlösung aus Aegypten selbst an als eine Ermöglichung, dem Herrn ein Fest zu feiern, so daß die leibliche Erlösung erst vollständig gedacht wurde durch die geistige (Offenbarung). Denn dem Talmud gilt daS Schawuothfest als Erinnerung an nun;nv (Offenbarung) und in Rücksicht hierauf nennt er es rmy. In Rücksicht hierauf wurde auch wohl auf das eigentliche Azerethfest (y"v) die min nnvs-Feier gelegt, waS bei den Karaim heute noch der Fall ist. (Jost, Geschichte deS JudenthumS rc. II, 119.) (Schluß folgt.)

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