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Der israelitische Lehrer · 1871-01-04 · 1 (4.1.1871) · p. Seite 7

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
1 (4.1.1871)
Date
1871-01-04
Page
Seite 7 (sequence 15)
Language
German
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— 7 — auf geeignet« Weif« für d«u Unterricht der israelitischen Jugindzu sorgen. Zm Juli diese« Jahre» beschloß dir Prager Stadtrath, die Josephstädter Schule auch wirklich anszuhebeu, ohne seiner vertragsmäßigen Pqrpflichtung — für txn öffentlichen Unterricht der israelitischen Kinder auf entsprechender Weise Sorge zu tragen' — auch nur im geringsten nachzukommeu. Au» letzterem Grunde ergriff die israelitische CultuSgemrinde gegen diesen Beschluß des StadtratheS den Rekurs an den k. k. Laudosschulrath, der den» auch denselben al» im Gesetze nicht begründet aufhob. Aber der löbliche Stadtrath der königlichen Hauptstadt Prag leitete einen Rekurs gegen die Verfügung desselben an das Ministerium für Kultus und Unterricht, das jedoch demselben nicht stattgab und di« Erledigung de» LandrSschulratheS bestätigte. Damit war die Sache noch keineswegs beigelegt. Trotz der Ministerialoerordnung, die eine Sperrung der Josephstädter Schule al» willkürlich und ungesetzlich verbot, entsendete dar Prager Stadtrath seine Boten an die Direction der genannten Schule mit dem strengen Befehle, dieselbe sofort zu schließen, und nur mit Hilfe der Polizei und unter Androhung von Zwangsmaßregeln von Seiten der Regierung gelang es, die AuSführuag diese» Befehle» hintanzuhalten. (Wegweiser.) Ro«. Vor etwa 17 Jahren gelang eS den Jesuiten, «um Juden NameaS De' Cori zum KatbottciSmuS zu bekehren und dadurch die Familie de» Uebergetretenen zu sprengen. Man »ahm nämlich der Mutter ihre drei Sinder von sechs, vier und eiaem halben Jahre weg und erzog diesäben „christlich." Die unglückliche Israelitin verließ in ihrer Verzweiflung Rom und siedelte, sich in Livorno an. Endlich «ach 17 Jahren wurde die Sehnsucht nach den Verlorenen zu mächtig; Frau De' Cori machte sich auf und reiste nach der ewigen Stadt,?wo sie vor etwa viep.Wochsn anlaugte. Nach tausendfachen Bemühungen, wurde sie zu ihren Söhnen, die inzwischen die erfreulichsten Fortschritte in der Gottseligkeit gemacht hatten, zugelassen;'allein sie durste mit ihren unreinen Händm keine» der Sinder berühren. Die Audienz dauerte zehn Minuten. Alls ihre inständigen Bitten vertröstete man fie aus ein andermal. Sie möge am 26. November wieder kommen. Al» fie jedoch um diese Zeit bei dtn Jesuiten anpockte, ward ihr nicht aufgetha». Sie läuft seitdem von Hinz zu Kunz, aber ihre Söhne bekommt fie nicht zu'sehen! Und der Gttttrvä'KMttlüortk? Erläßt dieVergewalttgung un» gestraft! Die Sinbex,sjpo jchpmtlNh Mlwrrnn, über chie Rechtsansprüche derHstutter kann also kein Zwei» fA'obtvaltea. Trotzdem > blieb biS jetzt dieser Akt dev D««r völlig -ungestraft. ' (Magd. Ztg.) Literarisches. Gelegenheitspredigten jüdisch e-r Kanzelredaer. Vierter Band. Predigte» vo« vr. M. Ti lö e.rst ei n, Rabbiner in vuttenhaufm (Würtembera). Breslau, Schletter'sche Buchb. (H. Skutsch). 1870. Wir rühmen auf» Reu« diese» Unternehmen. eine Sammlung GelegenheitSpredigten zu veröffentlichen; aber wir finden da» Wirksam« deflelben auch nur in der ununtrrbrochenen Fortsetzung. Gelegenheitspredigten sind schwieriger, als die gewöhnlichen Sanzelreden, weil fie einen beschränkteren Gtvff- und Umkreis bietm, aber leichter, w^l die Invention des Stoffe» sich gleichsam von selbst an die Hand gibt. Zum ersten Male bei einer bestimmten Gelegen» (heit zu reden ist durchaus nicht schwierig. Die Gchwie- .rigkett wächst erst mit der Wiederholung der Gelegenheit und dem Sttebon, stet» neue Seiten an ihr aufzufiuden. Ohne e» tadeln zu wollen, daß auch die jüngeren Kräfte auf., den öffentlichen Kampfplatz gezogen werden, wäre «» doch rathsamer gewesen, aas diesem Terrain ältere und erfahrene Meister vorangehen zu lasten. Die vorliegenden Predigten verrathen einen guten Anfang ES fehlt nicht an Ideen, ste find gut geordnet und dargestellt; aber wir sagten schon: zum rrstni Male etwa» Neue» zu sagen, ist bei einer Gelegenheitsrede nicht schwer; »ndeß bieten die Ideen nicht einmal durch ihre Neuheit ein besonderes Interesse. Wo die» nicht der Fall ist, sollte« ste e» wenigsten» durch die Sprache thun. Aber obgleich die Sprache bisweilen -den Versuch macht, sich aufzuschwingen, hftpbt e» doch meiftentheilS bei dem sich träge hiuschleppeudea Redefluß Gerade bei GelegenheitSreden ist Wärme der Empfindung, der Sprache und Darstellungam laichtesten,- Ober ubch am unentbehrlichsten. Wie dem Publikum diese Sammlungen auf» Neue empfohlen werden, so den ehrenwerthen Unternehmern diese Winke. R. Hebräisch - Deutsche- Wörterbuch von vr. David Gaffel. Breslau, Schletter'sche Buchh. (H. Skutsch). 1870. Da» vorliegende Bach ist besonder» für Schalen gearbeitet, denen der fleißige und berühmt« Verfasser schon vielfach mit Erfolg seine literarische Thitigkeit gewidmet hat. Derselbe hat sich zwar auch schon auf gelehrt«» Gebiete mit Laerke»«unz thätia gezeigt; hier aber sind gelehrte Amecke und Fnrschmngrn, archäologisch, und sprach» vergleichend« Studier» «it Absicht ausgeschlossen. Ein solche« Puch ist. «in wahre» Bedürfusb, und da eS vollständig seinem Zwecke dient, kann ihm die Ver-

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