Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- 1 (4.1.1871)
- Date
- 1871-01-04
- Page
- Seite 4 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Jrrthum beruht. Man scheint ihn nunmehr, der früh«, Uuterückuag gegenüber, mit Absicht erheben zu »ollen. Schließlich machen »ir noch darauf aufmerksam, daß eS keinen Wü^rsp.rnch in sich schließt, wie GrLtz Gesch. III, 466, meint, wenn da» Scholion zu Nag. lasulftft die achttLgige Fei« des Ehanukafestes anstatt odn trotz des acht Tage brennende« Lichts auf die Vorbereitungen und Einrichtungen d« neue« Tempelwethe, welche acht Tage in Anspruch genommen hohen sollen, zurückführt. Da« Chanuka- Licht ist eben Agada und kein reelle« Faktum. Womit will man ab« denn die achttLgige Feier erklären? Siblisch« Anklinge und jerusalemische Sitte,, welche auch sonst zu keine« achttägigen Feste nöthtgten, HLtten auf eine siebentägige Fei« hingeführt. Also auch hi« erscheint da» Chanukawund« nicht als wirkliches Faktum. Die Annahme von T*chuw. Geon. Nr. 104, welche Thekoa, woher das Oel für den Tempel beschafft wurde (bleu 85, d.) im nördlichen Palästina (Aff«), anstatt südlich und in der Näh« von Jerusalem (Juda) sucht und somit die achttLgige Fei« und da« Sichtwund« in d« Nothwendigkeit ein« achttägigen »eise (je 4 Tage von und nach Jerusalem) zur Herbeischaffung neuen Oels begründet find«, ist irrig. Auch Limchi hat diesen Jrrthum. Schon Butz« in feinen Note« zu T, G. macht auf diesen I«- thum aufm«ksam. Desgleichen Lewysohn in Hrmagid 1870 Nt. 2?; die Widerlegung das. Nr. 31 ist ungenügend. Man »«gleiche auch die Geographen Schwa« und Raum«. Also auch diese Begründung des reellen Lichtwunders beruht auf ein« Fiktion. Alzey. Dr N. ZKligtöfe KsSräuche. Gar Diele» gilt Unt« Israel als religiös« Gebrauch, wa» nicht d« Religion, sondern dem Leben entstammt ist. Nur, weil sein Ursprung fernen Zeiten und Ländern und oft sogar fremden Völkern angehört, seine Bedeutung zweifelhaft od« gar unbekannt ist, gilt es al» ein von Gott geboten« od« doch der Religio« überliefert« Gebrauch. Gilt doch auch auf verwandtem sGebiete d« Grundsatz oredo, qnia absurdum 'est „weil eS mit der Vernunft nicht zu fasten ist, gehört es Gott und der Offenbarung, und somtt. de« religiösen Glauben an. Ei» solcher Gebrauch ist da» Zerbrechen des Glase» bei Hochzeit ten, resp. Trauungen. Die Phantasie hat sich bekanntlich dieses Gebrauch« bemächttgt, weil eine authentische Erllärung deffelben entbehrt wird. Man sagt, der gedrückte Zustande Israels «lautze uns nicht den vollen Freudengenuß,. in Mitte« der Freude b«ette» «ir uns dah« Schmerz, indem wir ein «ns werthvolles Gefäß zerstören. Bekanntlich hat hiefür schon d« Talmud Beispiele, hervorgegangen aus der pessimistischen, besonder« im Christenthu« gepflegten LebrnSanschauung von d« Unvollkommonheit uns«eS Erdenlebens, deffen Genuß wir un« darum auch nicht mtt ganz« Seele hingeben sollen. Eine andere Erklärung, faßt den Gebrauch symbolisch, um an dieZerstörbarkeit alle» menschlichen Glück» zu erinnern, oder auch an die Unlösbarkeit d« Ehe zu «ahnen, die ebensowenig wieder aufgelöst, wie da» zerbrochene Glas wird« »«Kunden und znsammengefügt «erden könne. Beiläustg gesagt wvrzeln alle diese Erkiäruugen nicht in den Ideen de« Judenthums, denen st« sogar, stricte widersprechen. Schon aus diesem Grunde liegt in ihnen nicht di« Wahrheit. Der Umgang mit Rüsten hat mich öielmehr gelehrt, daß bei ihnen heute noch d« Gebrauch herrscht, bei Festmahlzeiten und Trinkgelagen da» Gla», und wäre es da» kostbarste, zu;«brechen, au» welchem dem Ehrengast« der Toast dargebracht und der Trinkspruch gesprochen wird. Russische Sitten sind ab« in d« Regel astatische und orientalische. Dem orientalischen Volksleben, nicht dem Judenthum gehört also der in Rede stehende Gebrauch an. Es kommt hinzu, daß die jüdische Trauung (|'Kiw) ja ebenfalls ursprünglich nicht der Synagoge, sondern dem Hause angehört« und mit dem Hochzeitsmahle und Trinkgelagen in direkt« Beziehung stand. Alzey. vr. R. Wochenbericht. Frankfwrt a. M, 1. Jan. Da» „Frankfurt« Journal* entnimmt heut« d« „Cor. Havas* eine eigenthümliche, so schau«lich-martialische Mittheilung au« d« Pariser Synagoge, daß Einem fast ein« Gänsehaut üb«ltuft. „Eine besondere Hülfe suchten die Juden von Paris d« bedrängten Hauptstadt zu bringe«, da sie ein achttägiges Betfest veranstalteten, wobei d« Groß Rabbi«« von Paris, Zadok Lahn, sowie d« Groß-Rabhiaer von Frankreich, Isidor«, den Fluch Gottes auf die deutschen Waffen herabflehten und dagegen die Franzosen und speciell die Parts« als modern« Maccabä«, sowie Gen«al Trochu al» «iedererstaudenen David d« besondern Huld und Gnade des Himmel» empfahlen, indem sie