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Der israelitische Lehrer · 1870-12-28 · 52 (28.12.1870) · p. Seite 422

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
52 (28.12.1870)
Date
1870-12-28
Page
Seite 422 (sequence 6)
Language
German
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— 422 — und die folgenden Beschlüsse aufschieben, bis uns di« officiellen Protokolle vorliegen; in dem uns vorliegenden Berickie des ,lsraslite" fehlen sie. Eine Beschränkung des hebräischen Elements und Bevorzugung des englischen resp. deutschen im öffentlichen ^ebetgottesdiensle wird beschlossen. Welch, Cantor der Ahovath Chefed-Gemeinde legt eine deutsche Compofitioa deS Psalm 93 vor. Auch soll demselben mit Hinzuziehung anderer Musiker die musikalische Bearbeitung ves Gottesdienstes übertragen werden. Wir schließen hieran, daß der Borstand der A.-Ch.-Gemeinde, einem der Herren, Rabbiner die Predigten deS nächsten Sabbats antrug, welche von Lilientbal übernommen wurde. Auch gab der Vorstand der Versammlung zu Ehren ein solennes Banquet. Der Abendgottesdienst unterliegt een meisten Abänderungen. Dieselben sind unö indeß nicht alle deutlich, weil die Vorschläge Bezug nehmen aus den unS nicht vorliegenden Minhag Amerika. Der Morgengyktesdiest besteht aus: Aden Olam, deutsches oder englisetes EinlrituvgSgrbet, Elobai Neschomo Nischmoö u. s. w.. Hallei, Aus- und Einbeben (mit ixr), Asch re, K rdisch der Waisen. Olenu; an Festtagen auch einige Pesuke desimra, an Rosck Haichcno Sckofar; Dwinu. Musiapb nur an Rosch Haschcno und Jom Kippur. Auch die Frag? über Minjan, dessen Begründung und die Zulä sigkeit des weiblichen Geschlechts wurde gestellt, aber von der Commission noch nickt beantwortet. Tie Fortsetzung deS Congresses soll am 5. Juni und Juli folgen. Cincinnati. Der bier erscheinende Israelite oeröfientlickr unter der Ueberfchrift „Seil or ^vork" („Verkau en oder Wirken") ein Pegnostikon für das amerikanische Israel, wonach in Aussicht stände, nach 2() Jahren die Synagogen zu schließen und zu vertäuten, wenn nicht jetzt für die Heranbildung englisch predigender Rabbiner Sorge getragen werde, da eie aufwacksende Generation dcuk'ch nicht mehr erlerne und verstebe, und.die Rabbiner deS Conlinents, welche von Europa berüberkcmmen, mit sehr wenigen Ausnahmen nur deutsch oder schlecht englisch predigen — Während der hiesige Rabbiner Or. Wije beim Rabbiner-Kongreß in' New-Zsork weilte, fand hier der Kongreß der grek-religiösen Gesellschaft Statt, welmer in der Synagoge tagte. Der Israelite zagt vielleicht mit Absicht: in- „Abwesenheit deS Rabbiners," wie wenn er diesen Vorgang und die Grundsätze der Gesellschaft nicht billige. Indeß veröffentlicht das Blatt die Grundsätze der Gesellschaft, welche sich von denjenigen der Freidenker anderer Welttheile wesentlich nicht unterscheiden. Boston Leopold Morse von hier ist als Kongreßmitglied gewählt werden. Es isi dies zum ersten Male, daß eine solche Wahl auf einen Juden fällt. Literarisches. Monatsschrift iür Geschickte und Wissenschaft deS JudentbumS, herauSqegeben von Or. Z. Frankel, V fortgesetzt von Prof Or. H. Grätz. 19. Jahrg. (Reue Folge 2. Jabrg.) BreSla». Sckletter'scke Buchd. (H. Skutsck.) Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben, berausgegeben von Or. Abr. Geiger. Ackter Jahrg. Breslau. Sckletter'scke Buckh. (H. Skutsck). Diese zwei Zeitschriften sind die einzigen, welche ausschließlich die Wissenschaft deö JudentbumS ir Deutschland vertreten und aus diesem Grunde schon der Unterstützung wertb und dafür empsoblen sind. Wir machen deßhalb am Ende des Jahres mit Absicht daraus aufmerksam und werden in Zukunft dieselben bei der Erscheinung jedes Einzelhefts, seinem Inhalte nach zur Anzeige und Besprechung bringen. In der Monatsschrift derrsckt mehr das geschichtliche und sprachliche Element vor, selbstredend auch das archäologische' In jüngster Zeit werven sprachliche Vergleichungen mit rem persischen stärk getrieben, wie die hebräische Zeitschrift Hechaluz dies in sachlicher Beziehung tbut. Wir glauben, beide Arten von Studien leiden an Uebertreibungen. Es ist sicherlich viel Persisches im Judentbum, aber nickt alles Jüdische ist persisch. Für die R censtonen empfehlen wir indeß dieser Zeitschrift mrbr Unparteilichkeit, denn diese Wissenschaft ist unparteiisch. Jedes Luch von wissenschaftlicher Bedeutung verdient eine Beurtheiluna, und es genügt durchaus nickt, wenn es mit der durch das Breslauer Seminar vertretenen religiösen Richtung nickt übereinstimmt, es zur bloßen Anzeige zu bringen oder gar tvdt schweigen zu wollen. Die Wissenschaft fragt nach Gründen, und wo diese fehlen, darf man das. . öfientliche Zugeständniß nickt scheuen. . Mit solcher ) Manier erwirkt marf sich keine Freunde und Leser. Wir glauben Beweise zu haben, daß deßbalb selbst selbst Männer der Wissenschaft diese Zeitschrift nickt lesen. Tenn jüngst brachte die Allgemeine Zeitung des Iudenlbums eine Deutung von 2-112271 cp als rnu, welche dieser Zeitschrift im 4. Hefte dieses Jahrgangs S. 186 bereits gegeben ward. Die Zeitschrift von Geiger vertritt die freie kritische Behandlung der Bibel wie des Talmuds, für Exegese, wie Halacka. 9iichk blos für die wissen-

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