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Der israelitische Lehrer · 1870-12-07 · 49 (7.12.1870) · p. Seite 398

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
49 (7.12.1870)
Date
1870-12-07
Page
Seite 398 (sequence 6)
Language
German
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398 — uns die Trägerin.unserer heiligen Religion, die Nationalsprache unserer Abnen, das Behältniß unseres Cultus, die beredte Zunge ynserer Geschickte. Sie bleibt uns heilig. Sie' reicht bis zum Tvbu und Wohu der Schöpfung, zum Aufgang deö Lichts und beS Lebens, und' ist die Mutter des ersten ausgesprochenen Werde! -In diesem Worte sagen ihre Urklänge, die in b n Ruinen des verwegenen ThurmbaueS verhallten. (Schluß folgt.) Wochenbericht. Berlin, 15. Nov. Sie hahen ja wohl schon Kenntniß von dem. skandalösen Auftritte in der hiesigen Synagoge^ als Or. Geiger die Kanzel besteigen wollte. Die Stellung, welche G. zu der Bescbneidungssrage genommen hat, scheint Veranlassung dazu gegeben zu haben. Es >st dies wobl nur der Tropfen Wastrrs, welcher das Glas zum Ueberlaufen brachte. Aber nickt nur praktisch scheint G. Stellung gegen die Beschneidung gencmv en zu haben, indem er stillschweigend, die Unterlassung der Lesckneidung bei seinem Enkel gut heißt. .Zn dem neuesten Hefte seiner Zeitschrist e-: 213 legt er auch der christlichen Anschauung (Reville) Bedeutung bei, welche in der Beschueidung ein Stück MolockCultus erblickt, indem statt des wirklichen und vollständigen Kindeslebens nur ein kleines Blutrpfer dargebracht wurde. Die Anschauung gehört sogar dem späteren Zudentbum an, welches die .id'L wirklich als ein betrachtet, wobei das in Wirklichkeit vergossene Li von Bedeutung ist. Zum Beweise dient ras für ii't. vorgeschriebene Ritual. —. Lassen Sie-mich hier auch gtzichzntig die jü gst über die Bedeutung von msos ^ausgestellte falsche Ansicht berichtigen. nr«2L bezeichnet ursprünglich die Himmeleheere, die Sckaar von Sternen am Firmament. In Folge dessen Heißt der götzendienerische Cultus, welche» die Heiden diesen We'-tkörpern widmeten, SabäiSmus und die ihn pflegenden Völker Sabäer. Diesem Cultus tntt das Zudentbum gegenüber und bezeichnet mit 'n rv«as (Goßt Zebaotb) Gott als den Schöpfer und Herrn dieser Steruenheere, dem allein die Gbre und Verehrung gebühre. In entlehnter Bedeutung wird dann auch das Volk Israel als die heilige KriegSfckaar Gottes ('n-fiisas) bezeichnet (Exod. 12, 41), ohne dadurch den Gott des Judenthums zu einem Schlachtengott zu machen. Denn Israel hat nach dem Vorbilde seines gegen den Geist der Macht kämpfenden Abnen den heiligen Kampf Gottes für Lickt und Wahrheit zu führen. Dafür ist es von Anfang an berufen u d heute noch bestimmt. — Die Sammlung von „Gebeten und Gesängen/ welche Sie zunächst für Ihre Gemeinde veröffentlicht haben, verdient auch in anderen Gemeinden Verbreitung zu finden. Man kann kleinen Gemeinden nicht die Anschaffung großer GesangSwerke znmuthen, und ihre An'age paßt auch nickt für d,ren Verhältnisse. Die bisherige CultuSreso m hat dies.» Umstand zu wenig berücksichtigt Mau hat immer nur die großen» und größten Gemeinden im Auge gehabt; ein Fehler, der die Anerkennung und Verbr itung der reformatt rischen Einrichtungen vie.faä, gebindert und gehemmt hat. Ja rie Feindschaft und Opposition, welche neuerdings die'Reform selbst in den großen Gemeinden findet, hat darin ihren Grund. Denn die vom Lande nach den Stätten verpflanzten Familien stehen der hier sich vorfindenden Reform fremd gegenüber. In den Lankzem iuden muß daher reformirt werden. Sie haben dazu einen würdigen Anfang gemacht. Schon aus der Synode!zu Leipzig wurde die Rücksicht auf die Landgemeinden b-.icnt, aber nickt, oder doch zu wenig beachtet., Nickt, daß die Sacke nun vollendet sei, aber, wie gesagt, der Anfang ist gemacht. Suchen Sie aber bei einer spätern Auflage den Druckfehler Lckebucth ^(sialt Schabuoth) zu entfernen; verpflanzen Sie auch die alte Channko-Melodie njcht in die Synagoge. Dahin gehören Melodien von'Volksliedern nickt, obgleich im Mittelalter derartige Melodien auch in christlichen Kirchen gesungen wurden. — Die Sckmähsckrift^Kohut's aegcn das Breslauer Seminar wollen Sie mit checht unberübrt lasten zWir haben ihr in k. Bl. ciniae Worte gewidmet. Sie be eist aber dock, daß dort Vieles faul ist. Die Mittelpartei ist Mittelgut. Es ist überhaupt verk.hrl, im Judenthum eine Partei zu bilden; eS betont ja überall den Gedanken der Einheit; wyr\ riTj«. Die Parteiunaen haben das Judenthum von jeher politisch und religiös geschwächt und zersetzt. Es liegt dies überhaupt in ihrem Wesen: divide et impera. Berlin Die Kreu^eitung berichtet in Betreff der Klagen über den Mangel geistlicher Vorsorge für die französischen Gefangenen katholischer Confession, daß nicht nur seitens der Königin von Anfang an hierfür Sorge getragen worden ist, sondern auch neuerdings seitens des Ministeriums 10 besondere Geistliche hierfür angestellt worden sind. Wir möchten wisten, ob auch hierfür der Militärfonds nicht die Kosten zu tragen hat, und wenn, warum für die Anstellung jüdischer Feldgeistlichen im Interesse der eigenen Landeskinder nicht ebenfalls der Militärfonds aufzukommen hat.

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