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Der israelitische Lehrer · 1870-12-07 · 49 (7.12.1870) · p. Seite 399

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
49 (7.12.1870)
Date
1870-12-07
Page
Seite 399 (sequence 7)
Language
German
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— 399 — Lippstadt, 28. Nov. Ein jüdischer Soldat, Namens Nußbaum aus dem benachbarten Städtchen Salzkotten hat auf dem Schlachtfelde das eiserne Kreuz 2. und später 1. Klasse erbalten, weil er eine vom Feinde erobcrte preußische Fuhne mit unvergleichlicher 'Bravour und Todesverachtung einzig und allein zurückerobert. Genaueres ist mir nicht bekannt. Aus Ungarn Im Bade Pystyan bei Neutra veranlagte der Ortsrichter selbst einen Iudencravall, dem sich die Gebildeten selbst zur Wehr setzten. Er soll seines Amtes entsetzt sein. In Fünfkircken wurde ein im christlichen Hospital gestorbenes Mädchen jüdischer Confejsion auf dem christlicken Friedhöfe begaben, weil man vorgeblich auf ihrem Todtenbette von ihr das Verlangen habe auSiprcchen hören, getauft sein zu wollen. Auf Requisition der jüdischen Gemeinde fand indeß die Exhumationj. Statt. Paris. Baron v. Rothsckild hat der Regierung 100 Mill. Francs zu Kriegszwecken vorgesckosien. Wir fragen: Ist es Patriotismus oder Gesck ft? Aus Rußland An den inländiscken Universitäten docircn zur Zeit mehrere jüdische Professoren. AuS Schweden Die Stimmung der hiesigen Bevölkerung während des deutsch-französischen Krieges wird durckgehendü für die Franzosen laut. Dennoch sind seitens der Juden in Gothenburg und Stockholm speciell für die Deutschen und wiederum für die deutschen und französischen Verwundeten und Kranken Geldsammlungen veranstaltet worden. Stockholm. Die von Rabbiner Levysohn bei Gelegenheit der Synagogenweihe gehaltene und im Druck veröffentlichte Predigt wird vielfack vou Christen, namentlich dem Landvolke, in der Abstckt gekauft, um sie ihren Geistlichen zu zeigen, damit diese in gleichem Sinne und gleicher Art predigen lernen. c Literarisches. Von Ad olph Ko hut inBreslau einemfleißigen Mitarbeiter des Mainzer „Israelit" ist ein Pamphlet unter dem Namen „Memoiren eines jüdischen Seminaristen, Zur Würdigung des Breslauer jüdisch theologischen Seminars Fränkel'- scher Stiftung erschienen und uns zur „gütigen" Besprechung zugesendet worden, die fast alles Erdenklich« überragt. Es ist entsetzlick zu denken, daß ein Schüler , ein jüdischer. Schüler und der Theologie Beflissener seine Lehrer, die Frauen derselben, die Curatoren, .die Umgebung; die zum Seminare in Beziehung stehenden jüdischen Damen und Herren, die Mitsjcküler, kur; Alles. Alles, mit so ausgesuchten, beispiellosen Bosheiten zu überschütten vermag, wie solches hier geschehen. Wenn wir auch nickt;u den Lobrednern und Freunden des Seminars gehören, so bat und dock diese Schrift mehr empört als irgend Etwas was wir je gelesen und eS hat uns fast geschmerzt, daß eS Menschen mit solcher Feder gibt. Es ist rein unmöglich, auf die Schrift näber einzugehen und kein gebildeter Mensck wird sie ohne tiefe sittliche Empörung lesen, auch wenn er zu den entschiedensten Gegnern der Männern gehören sollte, die darin genannt natürlich aber durch diese Schrift nichts an ihr:r Achtung eingebüßt haben. Wir haben noch Eins hinznzusetzen. Adolph Köbut gehörte mindestens früher zu oen fleißigsten Miiarbeitern dcrRedacion des „Israelit" in Mainz. Wir wollen nicht behaupten, daß ein Redakteur für den! Character seiner Mitarbeiter verpflichtet ist. Wehn aber dieser Carrespondent schimpft und sckmäbt , so sollte man sich immer doch erst vergewissern, mit wem man es thuu hat. Wir sehen tierau', aus welchen! Quellen diese Reeaclion oft ihr trübes Wasser schöpf!. ° Anzeigen. Erstes Lehru. Uebersetzililgsbilch im Hebräischen,! Nack methodischen Grundsätzen bearbeitet / von J. KlingeuNPin, Lehrer \ Vorliegende Fibel ist in den meiste«! jüdischen Schulen der^Pfalz. in Mainz, in Hessen / in Posen und an vielen anderen Orten eingeführt und wird stets als die einzige wahrhast methodische Schrift über diesen Gegenstand betrachtet. Verlag von E r n ft K e r nin Oppenheim.

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