Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 46 (16.11.1870)
- Date
- 1870-11-16
- Page
- Seite 371 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I — 371 — 1 Stolzenau, Blumenfeld-Adelebsen, Löwenstein-WunStorf, Nathan-Celle, Dr. Kayserling-Hannover und der Unterzeichnete; zur Nachmittagssitzung fanden sich noch aus Hannover Hoffman» und Emanuel ein. Gotthelf- Moringen, .Philipp-Lüneburg und daS neue Mitglied Wetzstein-Stade waren vertreten. Herr Landrabbiner - Dr. Meyer und Herr vr. FrenSdorff, Lberlehrer des Seminars, beehrten die Versammlung mit ihrem Besuche. Ersterer reiste mit Dr Kayserling Dtittags zurück, Letzterer blieb auch während der Nachmittagssitzung. Nach vorgenommener Vorstandswahl. welche für das Amt eines Vorsitzenden und dessen Stellvertreter wiederum auf Unterzeichneten und Schlesinger-Göttingrn, dagegen für das eines Schriftführers auf Strauß- Geestemünde fielen, da der bisherige Schriftführer, Wein- 'berg-Hoya, aus genügend anerkannten Gründen eine Wiederwahl obgelehnt hatte, beschloß die Versammlung, Herrn vr. Mever nochmals daS Wort wegen der UntersiütznngSkasse zu erlheilen, dann aber die Revision der Schulordnung zu berathen. Ehe man jedoch in die Tagesordnung, eintrat, gedachte der Vorsitzende mit einigen ehrenden Worten des seligen LandrabbinerS Landsberg HildeSbeim, welche besonders daS Streben desselben hervo: hoben, für daS Wohl der Lehrer und der Schule zu sorgen. Die Versammlung erhebt sich auf Ersuchen, hiermit das Andenken des Verstorbenen zu ehren. Herr vr. Mever dankt den Lehrern für das ehrende Erwähnen seines verstorbenen - Freundes und Kollegen, und sprach sich weiter über dessen Wirksamkeit lobend auS. CS wird nun zunächst von der am 1. Juli d. I. ins Leben getretenen UnterstützungSkafse für jüdische Lehrer rc. gesprochen, und redet Herr vr. Mever einer regen Betbeiligung daS Wort. Sämmtlick e anwesende Mitglieder, Sommer nndWeinberg auSgenommen, erklären ihren Beitritt. Zu der Revi> on der Schulordnung übergehend, hatte, außer Fleischhacker, kein Mitglied der erwählten Commission Vorarbeiten gemacht, weshalb dieier das Referat übernahm. Seine Vorschläge zur Verbesserung des Gesetzes bezogen sich, nachdem er seine Mißbilligung ausgesprochen, daß man die älteren Lehrer damaliger Zeit zu spät zu einem Urtbeile über dasselbe aufq?fordcrt habe, bezw. nachdem dem Gesetze schon die Genehmigung der Regierung ertheilt worden war, auf Ausmärzvng aller in demselben verkommenden agressiven Bestimmungen, wie besonders in dem Verhältnisse des Vorstandes zur Schule und zum Lehrer zu finden sei. Alle hierhin zielenden Verbesserungen wurden mit Stimmeneinheit angenommen. Nicht so der Vorschlag zu jj 17, die Inspektion der Schulen betreffend: Fl. will, in Rücksicht auf die auagedehnte Arbeit des LR.'S, daß einzelne tüchtige Lehrer mit der Jnspectlcn beauftragt werden. Der Antrag findet wenig Unterstützung; mehr der des LR.'S, den Oberlehrer deS Seminars mit der Inspektion zu betrauen, weil derselbe sich am besten von den Leistungen und der weitern Fortbildung seiner ehemaligen Schüler überzeugen könne. Cin Majoritätobeschluß über beide Anträge, bezw'. einen derselben, liegt nicht vor Hr. vr FrenSdorff wünscht hierbei, daß d'e jüngern Lebrer, nachdem sie zwei Jahre amtirt, einem zweiten Examen ujiter.zogeu werden; das sei eine Anspornung zu weiterer Fortbildung. Hr. >>r. Mever klagt über den Mangel an pädagogischen Arbeiten und über die Theilnahmlostgkrit der jüngeren Lehrer au den Coujerenzen. i I» der NachmlttagSszyung entspinnt sich besonders bei 35: „Lehrbücher" betreffend, eine reckt lebhafte Debatte. Fl. wilj ein ReligionSbuch, auöqearbcitet von den Lehrern der Provinz. Sommer spricht von den Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens unter Bezugnahme auf die verschiedenen ReligionSpanheien im beutigkn Fudentbuin. Fl. widerlegt, zieht jedoch seinen Antrag zur weitern Erörterung für die nächste Versammlung zurück. .— ES wird ferner von den in jüdischen Schulen zu gebrauchenden Lesebücher» gesprochen und Vorzüge und Mängel ver- - schicdener bervorgehoben. Dr FrenSdorff spricht gün- ' stig vom Heck'l'scken. Sommer stellt den Antrag: „daß, so lange die von christlichen Verfassern herausgege'enen Lesebücher konsesffonnell gehalten werden, daS, Heck't'sche, Atler'sche oder von andern jüdischen Verfassern herauSgcgebene für jüdische Schulen zu empfehlen sind." Der Antrag wird angenommen. — An * 52, die AbgangSprüfung vom Seminar, knüpft Fl. eine Besprechung über den Stundenplan im Seminar; er wünscht die Ausnahme der lateinischen Sprache in denselben. Es wird jedoch beantragt, daß für diesmal, in Rücksicht auf die Kürze der Zeit, die damit zusammenhängende, ans der Tagesordnung stehende Seminarfrage auSgesetzt und dieselbe als erster Gegenstand in der nächsten Versammlung besprochen werden soll, und wird Weinberg daS Referat hierzu übernehmen. — Hu Zz 58, Absch. I (Aussetzung der Schulstunde), beantragt Fl. statt „nicht ohne Genehmigung des Schulvorstandes" zu setzen' „nicht ohre besondern wichtigen Grund;"und hinzuzusügen: „Erstreckt sich jedoch das AuSsetzen deS Unterrichts länger als auf einen Tag, so ist dies nebst den Motiven dazu dem Schulvorstande anzuzejgen." Der Antrag wurde angerrommen. Inzwischen war die Zeit, in welcher die Mitglieder abreisen wollten, hergsigekcmmen und mußten die Verhandlungen abgebrochen werden. Es wurde beschlossen, Folgendes auf -die nächste Tagesordnung zu setzen: f