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Der israelitische Lehrer · 1870-10-26 · 43 (26.10.1870) · p. Seite 348

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
43 (26.10.1870)
Date
1870-10-26
Page
Seite 348 (sequence 4)
Language
German
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348 Vater, denn es ist auch ein großes Werk der Versöhnung unter den Menschen — . unsere Brüder, die selbst so lange und .so viel gelitten, jetzt durch den voranschreitenden, unaufhaltsamen Sieg der Zeit — erlangten ihr Recht und ihre Freiheit, so sicher und i gewiß widd die ganze Menschheit einst ihre Einigung | finden in dem Gedanken: wir haben Alle Einen , Gott und Vater! — Der lange Tag des Kampfes j wird zu Ende gehen; -vk nw ny? rrm „unb > zur Abendzeit wird es Licht werden!" Und von allen Enden der Welt wird es ertönen , in siebenfachem Jubel:! cnbNi xin " „DerEwige ist der wahrhaftige Gott!"! Und alle Völker Erde der werden sich versöhnen und > einigen und heiligen in dem allcrschütternden Ruf: TIN " UVVW " . | „Höre, o Israel!! „Der Ewige ist auch unser Gott — „Denn es gibt nur Eiueu ewigen Gott! — j ■ - ' iberxe j Gelobt sei sein glorreicher Name in Ewigkeit, j Amen. Amen. j W o ch c tt bericht. Aus Oberhefsen, beu 20. Cct. Der Vorstand der israelitischen ReligionSgemeinde;u Steinbach im.Großherzoglbum Hessen hat sich in Folge der wiederholten Anregung in diesen und andern Blättern entschlossen, Circulare an allen hessischen israelitischen Gemeinden zu erlassen, um zu erfahren, wie viele jüdische Soldaten im Felke sind, wie viele verwundet und getödlet. sind, und welche Charge sie bekleidet baden. Derselbe Vorstand hatte sich auch an den Di vis ons g eu e'ra l der Hessen därm st ädtischen Truppen, Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Ludwig von Hessen gewendet, um zu bitten, damit die israelitischen Soldaten während der bchen Festtage von allen Diensten befreit werden mögen was'auch geschehen; ob durch unser Zulbun, wissen w:r—nicht. Bei dieser Gelegenheit fällt uns eine kleiner lapsus mömocin bei, der der „jüdischen Presse" einem dea Lesern wohl unbekannten' Blatte, daö die Herrn Karpeles und vr. Enoch zu Redacleuren und den vr Hildesheimer als sHeldentenor hat, begegnet ist., Tie erzählt, daß die den Soldaten gewährten B günstigungcn den Bemühungen des Herrn vr. Lebmann, Rekacleur' des „Israelit" zvzuschreiben und, oerglßt. rabei redoch , daß doch eigentlich erst Herr vr. Friedmann in Mannheim auf sein Gesuch die entscheidende Antwort erhielt, und daß also ihm — dem Herrn Dr. Friedmann — zu verdanken, daß vr. Blumenstein, ein Zögling des Breslauer Rabbiner- Seminars , wenn wir nicht irren, nach Metz _ berufen worden. Freilich ist Herr vr. FriedmNn ein der sreiern Richtung zugeneigter Rabbiner, die Mannheimer Synagoge mit einer Orgel geschmückt — oder verunziert? — und überhaupt die Mannheimer Gemeinde seine derjenigen, wo bei vielem religiösen Sinne, bei sehr fleißigem Synagogenbesuche, doch ein wohl gemäßigter aber in seiner Art entschiedener uud klarstrebender freier Geist herrscht; — wie kann von daher etwas Gutes kommen? Die Herrn in Mainz und Berlin: das sind die Generalpächter der Frömmigkeit und des Patriotismus; und zwar wohl Generalpächter ü. In terrniers gönernux, die wissen, was sie wollen und warum sie es so wollen unv sich wohl ro sehen müssen, daß ihnen . zur Zeit — ihr Zoll nicht geschmälert wird. — AuS dem Es ist Ihnen nicht unbekannt, daß der Civilcommissär für den Elsaß, Herr von Kühlwetter, den Israeliten in seinem Antrittserlaß die Währung ihrer Reckte in Be;ug auf den CultuS versprochen hatte. ES macht nun einen eigenen Eindruck, zu lesen, daß der General-Gouverneur Herr von Bismark-Behlen in Straßburg die katholische und evangelische Geistlichkeit zu sich berief, als er sein Amt daselbst anlrar, hiergegen den Consistorial- Rabbinen nicht erwähnte. Freilich ist Herr von Kühlwetter am Rheine zu Hause und als'Präsident in Aachen und Düffeldorf thätig gewesen, also mit den linksrheinischen Gesetzen, der Consistorialversassung, und den Priircipien der Gleichheit vertraut, während Hr. von Bismark - Boblen Norddeutscher ist. — Es mag nur unbewußte Unkenntniß der Verhältnine und Sach- > läge sein, aber cS ist Pflicht, daraus schon jetzt hinzudeuren. Aus der bayer. Pfalz. Meinem, Ihnen jüngstes Frühjahr von Paris auö gegebenen Versprechen, Ihnen das mir bekannt gewordene über die dortigen Unterrichts Verhältnisse mitzucheilen, kann ich erst jetzt Nachkommen. — DiS politischen Ereignisse greifen für uns Deutsche, 'die wie in-Paris wohnhaft sind, bedeutungsvoll in's Leben ein und daS Schicksal so vieler Vertriebenen, denen die Fremde durch langjähriges Weilen daselbst zur lieben Heimath ward und die jetzt allenthalben fremd sich wieder ein Heim schaffen müssen, geht mir sehr zu Herzen. — Doch dieses Stückchen vom allgemeinen Weh ist es nicht, was ick Ihnen mittheilen wollte; ich will Ihnen vielmehr daö berichten, was Ihnen vom Standpunkte des Schulmannes aus Interesse bieten dürfte. —

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