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Der israelitische Lehrer · 1870-10-12 · 41 (12.10.1870) · p. Seite 333

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
41 (12.10.1870)
Date
1870-10-12
Page
Seite 333 (sequence 5)
Language
German
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— ns3 baut auf dem Fundamente einer tüchtigen allgemeinmenschlichen Bildung. 2) Die allgemein - menschliche Bildung umfaßt zwei Stufen, die Grundbildung und die Weiterbildung. 3) Für die Grundbildung hat die deutsche Elementar - Volksschule zu sorgen. Aus letzterer eignen sick zum Lehrrrberufe nur solche Schüler, welche körperlich gesund, geistig genügend befähigt, sittlich gut erzogen sind und die normalen Leistungen der Volksschule vollständig erreicht haben. — Das etwaige Hinderniß der Armuth muß durch Staatsunterstützungen beseitigt werden. ( 4) Die Weiterbildung hat sich an den Lehrstoff und die Lehrmethode der Elementar-VolkSschule organisch anzuschließrn und vas von dort Mitgebrachte harmonisch und bis zur wissenschaftlichen Höhe weiter zu entwickeln. — Zur Beschaffung einer passenden Lehrer-Vorbildung ist die preußische Präparandenbildung ungeeignet, und die in Gotha gesetzlich eingeführte Realschul - und Gymnasialbildung nicht zweckmäßig. Am besten eignen sich hiezu höhere Volks-, resp. höhere Bürgerschulen. 5) Verbindet man die höheren Volksschulen (als Oberbau) mit Bürgerschulen, so erhält man allgemeine Fortbildungsschulen; verbindet man sie <alS Unterbau) mit bestehenden Lehrer - Bildungsanstalten. so erhält man sechSklassige Seminare. Letztere können etwas Tüchtiges leisten, wenn in den vier unteren Klassen (vom 14.— t8. Lebensjahre) nur die allgemein-menschliche Bildung, in den zwei oberen Klassen 'aber die specifisch - berufliche Bildung gehörig gepflegt wiro. Musikalische Bildung (Gesang und Pianofortespiel) ist im volkSthümlicken wie im pädagogischen Interesse zu betreiben. Eine fremde Sprache, am beüen die französische, ist zu kultiviren. Hauptsache bleibt aber die deutsche Wissenschaft und die deutsche Bildung. 6) Die specifisch - berufliche Bildung oder die eigentliche Seminarbildung umsaßt die Zeit vom 18. —20. Lebensjahre. Sie ist theils wissenschaitlicher, theilS künstlerischer Natur. Die pädagogisch-wissenschaftliche Bildung umsaßt die Anthropologie (physische Anthropologie und Psychologie), Geschichte der Pädagogik und Einführung in das Verständniß der pädagogischen Klassiker. Die künstlerische: Methodik, Didaktik und praktische Lehrübungen. — Im Seminare muß übrigens aller Unterricht, auch der theoretische, praktisch sein. 7) Mit jeder Lehrerbildungsanstalt in eine musterhaft eingerichtete Seminarschule zu verbinden. Auch andere Schulen mit verschiedenen Einrichtungen sollten nicht fehlen. Schon darum ist es nothwendig, daß die Lehrerbildungsanstalten in größere Städte verlegt werden. 8) Verschiedene Seminare für Stadt- und Landschullehrer sind unzweckmäßig. 9) Das beste Seminar isi dasjenige, welches in seinen Schülern den Trieb zur Weiterbildung am mächtigsten und nachhaltigsten anregt. 40) Sollen gute Seminareinricktungen ihren Zweck erreichen, so muß a) für tüchtige Seminarlehrer gesorgt werden; die jetzt herrschenden Monopole sind zu beseitigen; b) zur höheren Bildung der VolkSsckullebrer muß binzukommen eine bessere Besoldung, eine andere Aufsicht und eine freie Schule. Literarisches. nvndo oder der beilige Krieg. Predigt gehalten am Bettag rc. von vr. M. Rabmer. Magdeburg 1870. Eine gut diSponirte Rede ohne Schwulst, aber auch ohne Sckwung, wozu patriotische Begeisterung doch sonst wohl befähigt. Der leitende Gedanke ist: Krieg ist unerlaubt und sollte nickt geführt werden; dieser Krieg ist ein VertheidiaungSkrirg und darum heilige Pflicht. Der Redner bängt auch der alten Gewohnheit an, hebr. Floskeln zwecklos einzustreuen z. B. „Menschenleben - r::x *rn x* — achtet er für Nichts." Auch die falsche Bibeldeutung verwerfen wir: C’C3 bx xtr: „Wir wollen mit den Herzen auch unsere Hände erheben," um zn sagen, daß es nicht genug sei mit d-n frommen Wünschen deS Herzens, sondern auch die tbatkrästige Unterstützung der Hand nicht fehlen dürfe. Es finden sich ja dafür genug directe Aussprüche in der Schrift; wozu also Wort- und Sinnverdrebung? Die Diction läßt ebenfalls zu wünschen übrig; r. B. S. 10: (der Heldentod) „der des Einsatzes des Lebens wertb ist." Diese Wendung ist hart. Warum nicht? „der werth ist, das Leben einznsetzen." daselbst : „das Leben in die Schanze schlagen" ist eine soldatische, aber keine rhetorische Redewendung. Der Ausspruch S. 11 „Preußens Könige lügen nickt", isi in Rückückt auf die den Juden seit 1*12 gegebenen, aber immer noch nicht vollständig erfüllten Verheißungen der Gleichberechtigung wohl mehr eine Vertröstung, alo Mahnung, da die Ausführung der deutlich sprechenden Verfasiung ja weniger Sache der Kön'ge. als'der Minister üt. R. Predigt und Gebet beim feierlichen Gottesdienste in der Svnagoge zu Eöln am Bettage ... von vr. Sckwarz Zweite Ausgabe, Köln Franz Greven 1870. Das poetische Talent des Rekner» löitr der schwungvolle Eingang der Predigt hat unS i [

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