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Der israelitische Lehrer · 1870-10-05 · 40 (5.10.1870) · p. Seite 327

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
40 (5.10.1870)
Date
1870-10-05
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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327 Zahlen nicht zum Lachen, wie wenn es sich um eine indirekte Kritik für die Geschicklichkeit des besagten Comites handle? Zn derselben Sitzung stimmte das Comite für den nöthigen Fond zur Ausführung der Eataloge der Bibliothek der Allianz. Da es sich "dabei höchstens um eine Arbeit von 3—4 Monaten handelt, ist sie jetzt j wahrscheinlich beendigt und können die Gekehrten und! Schriflforscher sich dieser Quellen der Wissenschaft nach den Wünschen des großmüthigen Gebers der Bibliothek bedienen. Es bleibt nur noch übrig, den Ealalog Pifzulegen und jedes neue erscheinende Werk in die p«elhodischc Eintheilung cinzureihen, in die es gehört. — Bei einigen Gaben, welche die Eorrespondcn; bezeichnet und welche in jeder Sitzung vorgelesen werden, ist eine große Zahl Bitten um Unterstützung angesührl. Das Eomile.bewilligte eine große Anzahl -und cs chat gut, die Andorn wegzulegen. Eine,solche Gesellschast hat recht, keine SüMe zu sanmicln, aber auch seine Refsonrcen mit llnterschicd auszunützen. Ober-Ingelheim, 23. Sept. Wir halten bis zur Stunde geglaubt, das Berliner neue Qrgan der jüdischen Qrthodone „Die jüdische Presse" sei elivas anständiger und würdiger als' die andere scikber den Ton in jener Nichtuilg allein angcbende Heilung. Wir mußlen glauben, daß dies die Veranlassung zur «Gründung. eines neuen Qrgans der jüdischen Trlliovonc geboten hätte, und daß ivürdige und anständige Vertreter dieser religiösen Richtung, wie cs deren in Berlin zweifelsohne gibt, aus Eckel vor dem alten Schmäh- und Schmutzblatt eine anständigere' Vertretung ihrer Principicn für nothwendig hielten. Allein -- ipir baben uns getäuscht. Art läßt nicht von Art. Tic neueste Nummer der jüdischen Presse beschäftigt sich mit uns, und zrvar ganz in derselben Weise, ivie sonst ihre sehr ehremvcrthc Eollegin. Wir hätten ganz dazu geschwiegen; denn für uns haben die gegenwärtigen Bußtage noch immer die heilige Bedeutung, die sie. für unsere Väter hatten; wir lieben nicht den Streit, am wenigsten in dieser Zeit. Tie Herren aus Berlin und an anderen Qrten finden sich auf andere Weise mit ihrem Gewissen ab. Sie sagen früh und viel nm^o, mancher 'pen und klopfen mpo. Und da darf man sich wohl nebenbei eine kleine Abweichung von Recht und Billigkeit, etwas Gemeinheit und selbst für den Nothfall eine kleine llnwahrheit — vulgo Lüge — falsche Anklagen und dergleichen gegen seinen Milmenschen zur Ausgleichung erlauben. Was wollen aber diese Herren von uns? Es ist.eigcnthümlich! Unsere Zeitschrift, die trotz der geringercn Zahl chrer Originalnachrichten am nieisten im In- und Ausland abgeschrieben und ausgebeutet wird, so daß z. B. ein gewisses amerikanisches Blatt zuweilen die Hälfte seines weiten Raumes mit dem Abdruck unserer Leitartikel ansfüllt, erregt doch so oft den Zorn der ganzen Elique und sie überschütten dann mit Geiser, was sie ihren Worten nach zu verachten scheinen und in der That fürchten, — weil wir stets offen und wahr sind. Tie neueste Rümmer der jüdischen Presse klagt uns wegen unseres Artikels gegen die Anstellung jüdischer Feldgeistlichen an —; sie sagt, wir hätten oenuncirt. Wir hätten gesagt: Tie Frommen hätten keinen Patriotismus. Wo? llns ist die Stelle unbekannt! Wir werden antworten, nns vertheidigen, ivenn uiis die Redaktion der „jüdischen Presse" sagt, wo wir — oder ist vielleicht eine Edrrespondenz gemeint?dies gesagt haben. - Tic Herren sind aber sehr demütkig. Tie jüdische Presse sagt wörtlich: Wir Frommen. Wer anders als Fhr selber hat das Prädicar „fromm" an Mcnschcn Eurer Art vergeudet?- Wir Frommen! — das ist ein sp irreligiöser Ausdruck, darin liegt ein so anmaßender Hocbmuth, daß wir bedauern, die Herren nicht vor dem Versöhnnngslage auf diese Sünde aufmerksam gemacht zu baden'; doch, eben fällt uns beim Weilerlesen bei, welchen 'Artikel die jüdische Presse vielleicht gemeint haben kann. Wir finden aber aiich darin nichts, und überlasten wir cs übrigens dem Herren «'orrespondciiicn, mit den Herren in Berlin sich heruinzuschimpfen— den» aus 'andere Weise ist doch dort nichts anzusangen, wenn er will. Wir haben dazu iveder Vuft »och Muße. Letzteres sagen wir auch unserem gesttmi-len Eollegen und (''orrespondenten ans Baden, der uns gegen die Angriffe des „Fsraelil" in Schutz nehmen will. Wir haben uns genölhigl gesehen, ans Angriffe des genannten Blattes zu anlivonen, als rs die Achawa und einen lieben Freund angriff: wir schweigen, wo die Schmähungen nur unserer Person gellen. Laßt sic drauf los schimpfen, das kann die freunde des „Fsr. Lehrer" nur vermehre». Wir bitten datier um Entschuldigung, wenn wir jenen Artikel in diesem Betreffe nicht aufnehmen. Merkwürdig! iväbrend der „Zsraelit" unseren Bettagartikcl angreift, hat ihn ein französisches Blatt fast ganz, übersetzt und abgedruckt und neben einer stiebe Fellinck's als eine der bedeutsamsten Aeußerungen über den Rrieg hervorgehoben! Schließlich noch ein Wort zur Sache der Feldgeistlichen. Wir haben die Gcnuglhuung, daß-uns eine achtungswerlheZeitschrift orlhodorer -stiichlung, die wir natürlich mit Blättern von diesem .üaliber durchaus nicht identificiren wollen — die Zsr. Wochen schrift — halb und halb zustimmt. Wir sind überzeugt: - hätte die Reformparlei zuerst den «Gedanken nach Feldgeistlichen geäußert, die Qrthodorie ivürde sich wie ein Mann dagegen erhoben baben. „Ta seht ibr sie wieder," ivürden sie gesagt haben , „mit ihren

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