Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 38 (21.9.1870)
- Date
- 1870-09-21
- Page
- Seite 308 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 308 — Den, und betten der Unfriede das. Geschäft ist, von dem sie leben, fich erhalten und nähren; die nur dadurch etwas sind, Daß sie -Unfrieden stiften; die den Streit, die Trennung, den Hast, den Fanatismus hi-' neintragen in die Familien, ili die Gemeinden, in die Gotteshäuser, in alle die heiligen Stätten, die die Wohnungen' des Friedens fein sollen. Mil solchen Menschen, die das Äecht der Anderen, das angeborene Menschenrecht freier Ueberzeugung mit Fühen treten, kann nicht Friede herrschen, C'ynP 'nPsocx otpr;\y- (rin solcher Friede wäre «Grabesruhe — aber keine Versöhnung im «steifte und Herzen - kein S eel enfrieden. - Darum Fried en allen Denen, welche bereit und willfährig sind, diesen als das höchste «stur an;u erkennen — tv"r rp: — ihn suchen und schätzen. Frieden Denjenigen, welche uns die Befriedigung des eigenen Herzens gönnen und uns die Anerkennung nicht versagen für das, was wir Gutes anstreben. Frieden allen Denen, die von redlichem Bestreben geleitet auch-bei Anderen die Redlichkeit der Bestrebungen voraussetzen. Frieden allen Denen, welchen die Einheit des Fudenthums ein Heiligthum ist; die eü anerkennen^ dastder Lehrer stand, wenn er sich ermannt, wenn er sich auf den Platz stellt, der ihm gebührt; wenn 'er in redlichem eifrigen Streben, in eollegialischem Zusammenhalten, in der Theilnahme an allem Großen und Edlen sich als Stand füblt, die erhabenste Aufgabe bat und verdient, gehört und gewürdigt zu werden. „In jeder Genossenschaft ist der Ge me in ge ist, das Zusammenwacdsen in Eins, die Hauptsache. Ein Hauptfeind ihres Gedeihens ist der Ueberflust an faulen Gliedern und der Mangel an energischem «stemeingeisl." (Riehl, die menschliche Arbeit.) Immer und immer wieder können wir nicht umbin, die Ziele, di( wir als die eigenthümliche Aufgabe dieser. Zeitschrift betrachten, unseren geschätzten Lesern zu empfehlen auch zu den kommenden Festen, zum neuen Jahre! Die traurige Gegenwart mag auch in.diese Verhältnisse störend eingegrisien haben; sie wird vorübergehen. . Mögen dann Dir, die es angebt, ihre erneute Thätigkeil widmen den heiligem Bestrebungen, deren Endziel uns Allen in der Verbrüderung der Menschheit leuchtend vor dem Auge des Geistes erscheint. Aus dem einheitlichen Streben zum Frieden in kleinen Kreisen must der groste Friedensbund der Gesammtheit hervorgehen. Achawg, L eh r evverei nig u nge n nach der einen, der beruflichen; Svnode, deutsch-israe litischer «stemei:: deta g, Alliance israelite universelle nach der ander», der allgemeinen Seite! Und io bringen wir denn über die ernsten und freudebringenden Feite bin, zum neuen Fahre, allen unfern geschätzten Lesern, allen strebenden Genossen im Amte, allen braven, edlen Menschen den herzlichen Brudergrust. DtP2" D”n Leben und Frieden! laron nmo n:rt> Ingelheim. I. Klingenstei n. Kommunal- oder Konfesstonsjchuten. Motto: Eine Stimme ruft — in der Wüste bahnet einen Weg dem EwigenlJesaja 40, 3.) Bon der Lahn. Wenn es überhaupt wünschenSwerth ist, daß bei verschiedenen Parteianstchten auch die Stimme der Erfahrung eines außerhalb der Parteien stehenden Mannes vernommen werde, so dürfte dies bei dem gegenwärtigen literarischen Streite: „Ob Communal- oder ConfesstonSschulen? um so mehr der Fall sein, als man auf Seiten der Kämpfenden keineswegs die unparteiische Ruhe, wie dies der gerechte Sinn eine« wahrhaften Beobachters erheischt, erwarten darf. Gehört nun ein solcher außerhalb dm Parteien stehender Beobachter gewistermaßen dem'geistlichen Stande an, so dürfte ihn schon dieser Umstand vor dem Vorwurfe de» JndifferentiSmuS gegen die religiösen Interessen sichern! Nun zur Sache. ES war Anfangs des Jahres 1537, als ich von Bayern nach Nastau zum Reorganisiren der verwahrlosten israelitischen Religionsschulen und wo möglich behufs der Gründung eines iSr. Seminars zur Bildung der Lehrer für solche Schulen berufen wurde. Den ersten Versuch machte ich mit glücklichem Erfolge in der damals familien - und kinderreichsten isr. CultuSgemeinde zu Heddernheim, wodurch ich mit den evangelischen und katholischen Lehrern der gonzm Umgegend 'und deren Elementarschulen nicht bloS in eine berufliche Berührung, sondem auch 'in einen eollegialdst^und freundlichen Umgang gekommen bin. Damals war das Schullehrerseminar noch zu Idstein für beide christliche Confessionen eingerichtet und wirste auf die moralisch-religiöse und humane Bildung seiner Zöglinge so vortheilhaft, daß sogar israelitische Familien von größern Gemeinden aus norddeutschen Staaten dieser Bildungsanstalt ihre Söhne anvertrauten. Der wöchentlich: Ferien-Nachmittag, an dem die Herrn Lehrer eines Jnspeetionskreises namentlich bei guter Wirkung oft zusammenkamen, war der M i t t w o ch; und ich werde nie vergesten, welche gegenseitige Achtung und Collegialität bei solchen wöchentlichen Zusammenkünften unter den Lehrern verschiedener GlaubenSbekenntniste waltete; wie da die alten Herren Elementarlehrer — welche ehemals unter