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Der israelitische Lehrer · 1870-09-21 · 38 (21.9.1870) · p. Seite 307

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
38 (21.9.1870)
Date
1870-09-21
Page
Seite 307 (sequence 3)
Language
German
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— 307 — nannten jmfgeti arten, kam» mehr nach bem (5 h a r a tt e v nnb der religiösen :U iei' t n n c, der Bewerber für ihre Stellen; eine Predigt entscheidet; sie dars aber beileibe nicht radikal sein; so lamvarm, nicht süß und nicht sauer, etwa» bell und dunlel, schwärt nnd weiß gemiscl't, das; inan siel' die Auge» Inhalten „nd sagen kamt: Ab, es ist doch belle allüberall! Einige liberale, einige ortbodore nnd einige nichtssagende, vieldeutige Floskeln, das ist verbleist der Predigten — der gedruckten n»d der uitgedruckten! Doch — die Veljrer, die Führer der kleinen >'»' meinden!— Wir waren noch vor Fahren der Ansicht, dag ans den kleinen Gemeinden ttnd dein belirerstctnde frische Kraft und nettes beben bervorftröinen könnte und müßte für die großen Gemeinden, in welchen der Materialismus und der Indisterentismus, der Parteitwist und der Zerfall t“ vielfache VerHeeriliigen angerichtet. Wir waren der 'Ansicht, dag ein aufstrebender, aufgeklärter, für Gott und feine Lehre begeisterter, in heiligem Berufe gestählter Lehrerstand viel beitragen könnte, die Schäden der Zeit zu heilen; und wir haben »och beute dies Vertrauen. Ist jedoch der jüdische Lehrerstand der Gegenwart i »tGanzeit ein aufstrebender i — Unjerc Stellung berechtigt uns zu einem llrtheU; uud da müssen wir denn der Wahrheit die Ehre-geben und bekennen: der Lehrerstand der Gegenwart ist int Ganzen und Großen seiner erhabenen Aufgabe nicht gewachsen! Wir reden Hier nicht von der beruftichen Aufgabe irn engeren Jtreifc, von der uns weniger Keniitniß tverden kann; wir reden von der Aufgabe als Stand, von der Theilnahme an der Hebung des Ganzen, 'von dem aufstrebenden Geiste, von der Begeisterung für Standes- und Derufsiiitereffe» int Allgemeinen, von dem Hervortreten lichtvoller und fördernder Ideen aus.dein Kreise der Lehrer! Es sind 'bis zum k. Mai volle zehn Fahre, seitdem wir diese Zeitschrift gegründet haben, ' und so Manches ist wohl anders geivorden in dieser Epoche für den Lehrerstand; das gestehen wir zu, und es werden's auch unsere geschätzten befer sich zugestehen. Wenn ivir jedoch näher Hinblicken, ist es fast immer bis heute derselbe Jtreiä älterer, hingehender Genossen, der uns umgiebt. Es sind immer dieselben Männer, ein kleiner, ausgewählter .'trete, der auf der Warte der Zeit steht und ihren Pulsschlag vernimmt. Die bücken, die der Tod in diesen Kreis gebracht, find kaum ausgefüllt; an eine Ausbreitung durch junge aufstrebende Kräfte ist kaum zu denken. Hunderte, ja Tausende sind allezeit unberührt und kalt geblieben für unsere Kämpfe und Siege, und stehen heute,- wie damals, den Interessen der Gesammtheit fremd gegenüber. Streben ist Leben, Stillstand ist'Rückgang, Rückgang ist Siechthum, ist langsames Absterben. Gin Stand, Kr noch so viele für das Ganze tobte Glieder zählt, die nur sich selbst leben und ihrem egoistischen Interesse, die nir das, was die Ge tainmtbeit betrifft, keine Theilnahme zeigen, tarnt wohl im Giiizeluen fördern, wird aber nicht berufen und im Staudesei», Ginflus; auf die Gestaltung der Zukunft zu gewinnen. - Warum wir das heute sagen 7 Weil wir, indem ivir L'-n? irr: beten, wünschen, es möge ein Strahl von jenem höheren beben sich'herabsenkeit auf die Herzen und die «''eistet der Lehrer und Führer, der geistlichen und weltlicl'en Vorsteher und Glieder der israelitischen. Gemeinden, und Hingebung und Begeisterung entzünden; weil mit wünschen, daß nach dieser Zeit des Krieges, des Streckens, der Zertrümmerung und Verheerung eine neue Zeit-geistiger Ans faa't, eine Epoche des höchsten Aufschwungs komme für Israel - und dadurch für die ganze Menschheit. F.ö rdere beben, stisIe Segen! . oibi7 , Frieden; Was ist das beben ohne Frieden? Wo gibt es ein Meitschenglstck, das nicht durch den Frieden seine Weihe erhielt? - Frieden ist der Grus; des Israeliten; mit Frieden begrüßt er den Freund und den Sabbath, mit ihm erhebt er sich vom Tische, schließt er sein Gebet. Friede» und Gottesruhe wünschen wir dem Freünde, dem Mitmenschen, den wir Grabe getragen haben, ins Grab hinab. Ist jene Ruhe, von der wir oben sprachen, wirklich Friede», jener einzig wahre Frieden, der die Gemütlich einigt und zu allem Guten .und Schönen verbindet? Ist diese Ruhe jener wahre Frieden, um den wir täglich bete»? C, dieser Frieden, der wäre wohl der größten, Opfer' der Redlichen wertb- Er ist das große Ziel der Menschheit, das Heil des Einzelnen wie der Gesammtheit, der Harmonie schasst im eigenen Herzen, und uns die Gesammtheit mit heiliger biebe umfangen läßt. Aber das bloße Geheulassen ist nicht der Friede, weil er das eigene Herz nicht befriedigt. Der rechte Frieden entströmt mir der llebereinstimmung int eigenen Herzen; er muß Geist und Herz, Verstand und Wille versöhnen. Plan mißverstehe uns nicht! Es ist nicht gerade völlige Uebereinstiminnng der Ansichten und Gefühle nöthig zur Wahrung des Friedens, meint die Ileberzeugung uitel lehrt, daß der Frieden zum Wohle der Gesammtheit und unserem eigenen nothwendig und etsprießlich ist. Friede kann sein, wo Gegenseitigkeit herrscht, wo die Anschauungen und Gefühle gegenseitig roleranz, Anerkennung und Berechtigung finden, wo die Gegen- 'sälze sich ausgleiche». Da kann auch der Geist und /das Herz seine Leruhigung und Versöhnung finden. Aber Frieden kann nicht statthaben mit denen, von welchen es heißt: rem mt>ir cvrtr o'~r ren^r, die den Unfrieden atu die Lüge grün-

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