Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 37 (14.9.1870)
- Date
- 1870-09-14
- Page
- Seite 299 (sequence 3)
- Language
- German
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- 299 — lesen). 4) Psychologie (nach Beneke'S System, aber in einfach entwickelnder Weise. H. Jahr. 1) Sprache. 2) Geschichte. 3) Geographie. 4) Lesen, o) Gesundheitslehre (mit Beziehung auf die Schule.) 6) Turnen. III. Jahr. 1) Rechnen. 2) Naturkunde. 3) Gesang. 4) Zeichnen. 5) DiSciplin. 6) Geschichte der Pädagogik. 7) Einzelne Punkte, wie: Einrichtung drS Stundenplan«, häusliche Arbeiten rc. Nehmen wir nun neben dieser im Allgemeinen daS Ziel berücksichtigenden Darstellung den Stundenplan (Dertheilung der Lektionen im Winter 1869— 1870) zur Hand; was finden wir da? Der Herr Direktor hat un« bereits gesagt, daß er in einer Stunde „ ein psychologische» Werk “ lese, und er nennt uns DitteS: Grundriß der Erziehung- und Unterrichtslehre und Herbart! Weiterhin finden wir für die Klassen a und b Zwei und für die Klasse c 1 Stunde, sage eine Stunde Pädagogik. Wir wissen nicht, wie man sich diesen Unterricht im Seminare z» Münster denkt; DitteS, besten Schrift gelesen werden soll, sagt sin seiner Vorrede selbst, daß dem Studium seines Grundristes für ErziehungS- und Unterrichtslehre „die Grundlehren der physischen und psychologischen Anthropologie*) und der Logik vorauSgehen, die Geschichte der Pädagogik folgt; „und Dr. Karl Schmidt, der verewigte Vorgänger DitteS in diesem ausgezeichnetsten Seminare Deutschlands sagt in seiner Schrift „die Reform der Lehrer-Seminare*: (Seite t8) Anthropologie, Pädagogik und Geschichte derselben nehmen in der ersten und zweiten Klasse 6 wöchentliche Lehrstunden ein. Wir können allerdings über diesen wichtigen Zweig des Unterrichts im Seminare zu Münster, weil uns hier nicht so ausführliche Details vorliegen, wie beim hebräischen Unterrichte, nicht in Einzelheiten uns einlasten; wir können, mit einem Worte, über die Sache selbst nicht kritisiren. Aber uns will bedünken, das eS dort um den Unterrick t in Pädagogik und deren ilfswistenschasten sehr schwach bestellt sei; daß diese egenstände nicht, wie rS naturgemäß sein sollte, im ganzen Organismus de« Seminars die Grundlage bilden. Wir werden un« erlauben, zum Schluste noch einige allgemeine Bemerkungen zu bringen. < (Schluß folgt.) *) Anthropologie und Psychologie. Der Aorlrag des Ar. Dilles auf der allgemeinen deutschen Lehrern ersamrntung in Wie«. (Fortsetzung) Wir haben die bedeutungsvolle Rede vollständigst birr mitgetheilt, weil sie nach den Ansichten Aller den ganzen Zwiespalt, zwischen Kirche und Schule am kräftigsten ausspricht, weil sie den Conflikt und seine Hebung eindringlich und klar zeichnet, so kräftig, so klar und schneidend, wie es noch nirgends geschehen. An der Hand diese« Artikel« ist uns Gelegenheit geboten, zu documentiren, daß, so sehr diese Frage unser ganze« Interesse in Anspruch nimmt, sie unS dennoch nicht als Israeliten berührt, d. h., daß für un« die Sache ganz ander« liegt, daß mit einem Worte diese Angelegenheit für uns keine innere, sondern äußere ist, und.daß wir daher durchaus keinen Grund haben, sie in der Weise TriefcherS zu besprechen und in öffentlichen Versammlungen an-, zuregen. Herr Di. DitteS, der freisinnige Pädagoge, gesteht zu, daß zwischen Glaube und Religion nicht unterschieden werden k nn, daß aber daS Christenthum wohl zwischen Religion und theologische Dogmen unterscheiden muß. Nun, daß für unS derlei theologische Dogmen nicht vorhanden sind, werden wir später auS den Worten de« Redners selbst erweisen können. Er sagt ferner: auch der freisinnige Theologe bleibt immernoch Theologe. Wir fühlen un«, so lange wir als Israeliten denken undleben, allesammt eins mit den fortgeschrittenen Theologen — in GlaubenSsachen. WaS sie aussprechen, ist für alle frridenkenden, ja für alle denkenden Israeliten heilige Ueberzeugung. Er sagt ferner: der christliche Theologe, auch der freisinnige, kann sich vomConfessionaliSmuS nicht loSmachen. DaS istö, wa« wir in Bezug auf Bücher und Schulen stets beklagen. Die Dogmatik, mindesten« das eine Dogma, daß nur daS Christenthum die Religion de» Fortschritts, der Liebe ist,, liegt so tief im Herzen der Christen, ist so sehr mit der Muttermilch eingesogen — und wir wollen eS ihnen nicht verargen, — daß z. B. auch ein Dr. Karl Schmidt und vielleicht auch Herr Dr. DitteS sich nicht davon loSschälen können. — Welche« sind aber die theologischen Lehren, die Herrn Dr. DitteS stören? ES sind die« die Dogmen „von der Erbsünde, von der Rechtfertigung, von der Offenbarung, von der Inspiration, von der Trinität, von den Wundern, von den Engeln und Teufeln.* —