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Der israelitische Lehrer · 1870-08-31 · 35 (31.8.1870) · p. Seite 287

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
35 (31.8.1870)
Date
1870-08-31
Page
Seite 287 (sequence 7)
Language
German
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— 287 — 36er vor den Regionen des ewigen Schnees umkehren. Wissenschaftlichen Erfolg bat dieser Versuch nicht gehabt — der Reisende erfreut sich fortwährend der freundlichsten Aufnahme und Unterstützung seitens des Gouvernements wie der Geistlichkeit. , . (Hamazid.) Literarisches. Wir fügen unserer Recension des Frankel'fchen M'wo Jernschalmi noch nachträglich hinzu, daß unter den Ausgaben deS I. Talmuds vom Verfasser vergessen worden ist, aufzuführen die in Amsterdum (5) 470 -(1710) erschienenen, worin Sraim und Schkalim und die Erklärungen deS Elie b. Jehuda Loeb enthalten. Die Ausgabe hat 12 Theile in. 1 Foliobande. Der Katolog deS Frederik Müller in Amsterdam vom Juli d. I. bat diese Ausgabe unter Nummer 927. ' R. Israelitische Moral-Theologie. Vorlesungen von Samuel David Luzzato, Professor an dem Rabbiner-Seminar zu Padua rc. Aus dem Italienischen übersetzt von vr. L. E. Igel, Lande». Rabbiner der Bukowina zuCzernowitz. BreSlau 1870. Schletter'sche Buchhandlung. H. Skutsch. Wir haben hier nicht die Vorlesungen L.'s vor uns, sondern den Leitfaden, welchen er wie seine Zuhörer für die Vorlesungen benutzten. Die Vorlesungen waren, wie eS scheint, nicht erschöpfend, und somit war eS auch überflüssig, den Leitfaden umfassender anzulegen. An Umfang wie an Tiefe läßt diese Bearbeitung der Moraltbeologie noch viel zu wünschen übrig. Man erkennt zwar auch an dem hier vorliegenden Grundriß schon, daß der Bau der jüdischen Moral wunderbar schön angelegt ist, aber zur wohnlichen Einrichtung fehlt die vervollständigende Ausführung. Nur für den Kenner sind die kurzen Andeutungen verständlich genug. Dagegen dürfte sich daS Büchlein praktisch empfehlen für manchen Christen, der sich über die jüdische Morallehre, von der er gehört, daß sie weit hinter derjenigen des Christenthums, welche sich als die Vollendung des JudeuthumS selbst preist und anrühmt, in Kurzem zu informiren sucht. Die Lücke aber, welche für die vollständige und ausführliche Bearbeitung der biblischen und talmudischen Morallehre noch vorhanden ist, wird durch dieses Büchlein nicht ausgefüllt, dessen Veröffentlichung wohl nur durch den Namen des Verfassers gedeckt wird. An geistigen Apercus fehlt es aber natürlich iw einem Werke LuzzatoS' nicht. Interessant ist die Bemerkung, daß selbst von den Propheten, den Trägern deS monotheistischen GotteSglaubeus, den Heiden doch ihr Götzendienst weniger um deS falschen Glaubens vorgehalten wird, als wegen der entsittlicheudeu Irrlehren, welche eS im Gefolge hatte. Selbst Ninive erhätt ja Verzeihung von Gott, weil die Bewohner da» Sündenleben aufgeben, obgleich sie bei ihrem Götzendienst verharren. Wie ganz anders zeigt sich auch hierbei wieder das Christenthum in seinen Grundsätzen, mit seiner Geschichte. R. Feuilleton. Ophir und Harschisch nach Amerika verlegt. A.r. Bekanntlich hat der König Salomo unter dem Beistände derPhönicier in den jHäfen am Hintergründe deS Rothen Meeres Schiffe bauen lassen und sie nach einem Lande Ophir auSgesandt, woher sie ihm Gold, Edelsteine und andere kostbare Maaren zurückbrachten. Ebenso wird an anderen Stellen des alten Testamentes eine» Landes Tarsbisch erwähnt, auS welchem die Phönicier reiche HandelSwaaren holten; endlich auch eines Landes Parvain, das Gold lieferte. Man hat natürlich unternommen, die Lage dieser Lokalitäten möglichst genau zu bestimmen; Ophir hat man gewöhnlich nach Indien versetzt, während vor Allen Ouatremöre eS nach Ostafrika verlegt und für Sofala erklärt; Tarfchisch gilt fast allgemein für das alte TartessuS der classischen Schriftsteller im südlichen Spanien. Allein nach einer soeben bekannt gemachten neuen Untersuchung des französischen Ingenieurs Ouffrov de Thoronist das Alles falsch und Jrrthum! Der Mann phantaskrt noch abspuriger als Brasseur de Bourbourg und sogar als Dacener in dem wunderlichsten aller Bücher, dem „Paläorama." ES ist Methode in diesen Tollheiten! Herr Thoron beginnt seine Auseinandersetzung damit, daß er nachweist, es hätten die ältesten Völker, welche die Geschichte kennt, mit Amerika in der engsten Verbindung gestanden, diese Verbindung sei so eng, daß eigentlich die Amerikaner als die Scbövfer und Urheber der Bildung stier alten classischen Völker zu betrachten seien, denn die Aegypter seien eine peruanische Calonie, die alten Pelasger Griechenlands desgleichen. Wir müffen den Geschichtsforschern d e Prüfung dieser Ansichten und die Art der Beweisführung überlassen; die Philologen wird es ohne Zweifel

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